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Alt 20.04.2001, 10:31
hwk hwk ist offline
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Hallo Leute,

in Hessen ist es so:
Freigaben gibt es nur für A-Schüler/Innen und älter (enge Ausnahmeregelung für B-Schüler/Innen) und nur für Herren-/Damenmannschaften von 1. KK aufwärts (Ausnahme: für die 1. Mannschaft). Freigegebene Spieler müssen als Stammspieler eingesetzt werden (d. h., Nr. 1 bis 4 bzw. 6 der jeweiligen Mannschaft). Die Entscheidung über die Freigabe liegt beim Ressortleiter Jugendsport des HTTV.

Soweit, so einfach. Der Teufel steckt wie immer im Detail. Das fängt schon damit an, dass die Freigabekompetenz beim Verband liegt und nicht beim Bezirk oder Kreis. Daraus kann man ersehen, dass ein Freigabeantrag kein Selbstläufer ist. Auch wenn die oben erwähnten Voraussetzungen vorliegen (dazu natürlich noch ärztliches Attest und Einverständniserklärung der Eltern) besteht nämlich kein Rechtsanspruch auf eine Freigabe. Vielmehr sind einige Interessen gegeneinander abzuwägen. Dies sind bspw.
Interesse an einem geregelten Jugendspielbetrieb. Dem wäre es nicht förderlich, wenn jeder Jugendliche vom A-Schüler/In aufwärts nach eigenem Ermessen bei den Senioren/Innen spielen könnte.
Interesse des/der Jugendlichen, der sich verbessern möchte oder in seiner Jugendklasse keine Gegner mehr hat.
Vereinsinteresse, der eine Mannschaft gezielt verstärken will oder – schlechtestenfalls – eine Strohmann braucht.
Notfälle: Verein bekommt keine Jugendmannschaft zusammen oder ohne Freigabe kann eine zusätzliche Seniorenmannscahft nicht gemeldet werden, aber auch: Mit Freigabe(n) wird eine Jugendmannschaft gesprengt und die restlichen Spieler können/wollen nicht bei den Senioren spielen.

Wenn nun nach Abwägung aller Argumente eine Freigabe erteilt worden ist, kommt das nächste Problem: Die Einstufung. Zwar ist im Freigabeantrag anzugeben an welchem Platz in welcher Mannschaft der/die Jugendliche spielen soll, das geht aber nur „vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Organe“ sprich Klassenleiter oder wer auch immer die Mannschaftsaufstellungen genehmigt. Weil Vergleichzahlen (Ranglistenpunkte) aus dem Erwachsenenbereich nicht vorliegen, ergeben sich taktische Möglichkeiten. Klar ist natürlich, dass die Jugendklassen nicht unmittelbar mit den Seniorenklassen vergleichbar sind. Weil nahezu alle Einzelheiten von den (Landes)Verbänden geregelt werden dürfen, ist es durchaus denkbar, dass es eine Regelung gibt, „aus höchster Jugendklasse nur in die 1. Herren(Damen)mannschaft“.

Sperrvermerk hieße, kein Ersatz in höherklassigen Mannschaften. Wird bei Rückstufungen gemacht, z.B. „Alten Männer“ wollen sich den Stress höheren Ligen nicht mehr antun. Die sollen dann auch nicht plötzlich als Ersatzmann in höheren Ligen („Joker“) hervorgeholt werden können. Das ist prinzipiell auch bei freigeholten Jugendlichen denkbar, die aus irgendwelchen Gründen nicht in der Klasse spielen, wo sie leistungsmäßig hingehören.

@ Frank Schmidt
Das ist genau das, was es nicht gegen soll: Von Jugend-Landesliga in die 3. Kreisklasse Herren als Ersatz (!). Was soll der Junge denn da lernen? Und wie oft soll er zum Einsatz kommen? Auch möchte ich gern wissen, wieso diese Aufstellung genehmigt wurde. Freigabe hin und her, die Aufstellung hat trotzdem nach der Spielstärke zu erfolgen. Du willst mir doch nicht erzählen, dass ein Jugendlicher, der Jugend-Landesliga gespielt hat, bei den Herren nicht in der Kreisliga (eure 1. Mannschaft) mithalten kann?

@Flocke
Mein Vorschlag:
Überlege dir, was du wirklich willst. Frage dich selbst: „Bringt mir ein Wechsel zu den Senioren sportlich etwas? Komme ich auch als Person im Herrenbereich klar?“
Lass dich von Unbeteiligten beraten. Vereinsvertreter, alte/neue Mannschaftskameraden haben auch Eigeninteresse.
Wenn du dich grundsätzlich für einen Wechsel entscheidest, steig‘ in der 1. Mannschaft ein. Zum einen kannst du da mehr lernen, zum anderen dürfte dir die Spielweise dort etwas mehr entgegen kommen als in unteren Klassen.

Hubert

Geändert von hwk (07.05.2001 um 07:14 Uhr)
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