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Alt 20.01.2015, 11:54
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Ja, der Wendelin ist ein ganz toller Hecht! Überhaupt alle, die Einkommen in ähnlicher Höhe kassieren. Sie retten uns nicht nur vor den Indern, Chinesen und Russen. Nein! Sie sorgen auch noch dafür, dass unser schönes Land nicht Pleite geht.

Glaubt keiner, oder?

Stand 2013 muss der Wendelin und seines Gleichen für die ersten ca. 250.000 42 % Steuern zahlen. Das Schicksal haben einige hier, die als Single ohne Kinder ab ca 55.000 im Jahr Brutto verdienen. Für den Rest ab ca 250.000 muss gar 45 % gezahlt werden. Gut, das ist erst mal theoretisch so, denn mit Stiftungen und was weiß ich nicht noch alles kriegen diese Leute das sicher abgemildert. Ca 5.000.000 netto im Monat, dürften Leute mit 100.000.000 brutto im Jahr übrig behalten. Gut, ein Single ohne Kind wird bei 55.000 brutto im Jahr kaum mehr als 2.500 netto im Monat übrigbehalten, zählt aber offensichtlich schon zu den Spitzenverdienern. Zum sparen bleibt da nicht all zu viel, was aber auch sein Gutes hat, denn für jeden Euro der vom Einkommen ausgegeben werden muss fallen die netten MWST an. 7% Minimum oder eben der Normalsatz von 19%. Wer das alles ungerecht findet und das Saufen anfängt, wird noch mal extra abkassiert ;-)

Die lieben Wendelins haben aber das Problem, dass sie es eher selten schaffen 5.000.000 im Monat unter die Leute zu bringen. Ein Großteil der Kohle ist dann dazu verdonnert, Zinsen einzubringen. Ist eh besser als arbeiten, denn das kost zu viel Steuern. Zinseinkünfte werden mit 25% besteuert. Arbeiten hingegen mit bis zu 45%. Da sag noch mal einer, Arbeiten lohnt sich!

Gut, dass die Wendelins das ca 2000-Fache eines Spitzenverdieners light (ca 55.000 brutto im Jahr) verdienen, mag dem einen oder anderen evtl. doch sehr viel vorkommen, aber da sollte er mal das Große und Ganze nicht aus dem Auge verlieren. Macht man das, dann wird nämlich recht schnell klar, dass Umfairteilen Käse ist.

Stell sich ein jeder mal vor, was passieren würde, wenn die Miesverdiener, die nur 15 oder 25% Steuern auf ihr Einkommen zahlen müssen, (Den ganzen Soliquatsch, darf man hier einfach mal vernachlässigen.) nun von einer Umfairteilung partizipieren würden. Den Wendelins würde das Gehalt gedeckelt und die Kohle würde dafür hergenommen, den Geringverdienern dieser Unternehmen das Gehalt aufzubessern. Hört sich toll an, oder? Schöne Sozialromantik, bis hierhin. Bis die böse Mathematik erbarmungslos zuschlägt. Miesverdiener mit nem Steuersatz von zuvor 15 bis 25% würden zu etwas glücklicheren Menschen mit 'nem Steuersatz von 25 bis 35 %. Selbst wenn es den Wendelins gelingt durch Stiftungen und so einen Kram was vor der bösen Steuer zu retten, würde es ein Loch in die Kasse reißen. Die Leute würden vielleicht was sparen, aber nicht so viel, dass es mit 25 % zu besteuern wäre. Auch nicht gut. Mehr konsumieren würden sie auch kaum. Kommt also auch nicht so viel bei rum. Die Wendelins sind da einfach die bessere Lösung. Das muss ein jeder einsehen. Bei Geld hört ja bekanntlich immer die Freundschaft auf. Auch zwischen dem Staat und seinen Bürgern. Zumal man ja noch aufpassen muss, die Wendelins bei Laune zu halten, denn im schönen Europa gibt es durchaus noch andere angenehme Gegenden für den Lebensmittelpunkt und dort ist der Steuersatz erträglicher, sodass noch mehr im Monat übrig bleiben würde.

Da wo die Politik nur aufpassen muss, sind so negative Beispiele wie Griechenland. Die haben es mit ihren Reichen zu gut gemeint. Das ist auch nicht gut, denn das führt ebenfalls zur Pleite. Gut, die müssen's ja nicht ausbaden, das muss dann das Fußvolk hinkriegen.



Apropos Geld: Da ist die Schweiz ja wieder ein schönes Thema. Für 'nen Franken muss man nun ca 1 Euro hinblättern. Respekt liebe Schweizer! Mir macht das nichts. Stehe nicht auf Schweizer Uhren und als Urlaubsziel fand ich die Schweiz meist auch weniger reizvoll. Gut, im Tessin fand ich's ganz nett, aber da kann man auch gleich nach Italien fahren. Einige Stadtkämmerer im Ruhrgebiet haben da augenblicklich mehr Sorgen. Die hatten sich angesichts klammer Stadtkassen in der Schweiz günstig Geld geliehen. Den Wechselkurs abzusichern fanden sie damals nicht soooooo wichtig. Kost ja auch was und man hatte ja eh nichts. Nun stellt sich allerdings heraus, dass mit Zitronen gehandelt wurde. Kann passieren und ist ja alles halb so wild. Auf den Bürger umzulegen klappt ja immer...

Schöne Restwoche