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Alt 04.02.2015, 20:20
Gallifax Gallifax ist offline
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So hier der überfällige Testbericht... Ich habe versucht mich möglichst kurz zu fassen, es gebe noch viel mehr zu sagen

Immer mal wieder bin ich auf diesen thread hier gestoßen, war allerdings zufrieden mit meinem BBC ALL Around. Letzteres gab aber so langsam den Geist auf, Ersatz war und ist nicht zu bekommen. Ich testete und teste immer wieder aus Spaß, bisher ca 90 Hölzer, wobei nur die ersten 5 ein Opfer an die Testsucht, bei der Suche nach dem perfektem Holz, gechuldet waren.

Befinde mich gerade in ein Phase wo ich meine Technik nochmal neu überarbeite, brauchte also ein Holz was nicht zu schnell ist. Glückliche Fügung, fand ich bei meine Testhölzern nichts was diesem Zweck 100 % entsprechen würde.

Also mal Thomas angeschrieben und schnell Antwort und ein Set von Teshölzern erhalten.

Beim Testen gehe ich immer sehr analytisch vor und bewerte alle Schlagarten, sowie Kontrolle, Präzision und Sweetpot unabhängig davon ob das Holz nun 100 % zu mir paßt oder nicht.

Was ich aus meiner Testerfahrung gelernt habe:

Es gibt nur sehr, sehr wenige Hölzer die wirklich richtig gut sind, auch wenn das Marketig es anders verkauft. Ansonsten viel Mittelmaß und ein paar Gute.
5 Eigenbauer habe ich mittlerweile auch getestet. Die meisten Eigenbauer haben gut verarbeitet Hölzer , gute Furnierqualität, gute Hölzer, aber an Thomas kommt meiner Erfahrung nach niemand ran.

Sowohl was Verarbeitung, Furnierqualität, Verklebungstechnik und Kundenbetreuung angeht ist er sehr weit vorne.

Ich möchte mich für die Möglichkeit bedanken seine einzigartigen zu Hölzer testen, es war ein absolutes Highlight. Leicht zu beeindrucken bin ich nicht mehr, nach meiner ausgiebigen Testerfahrung, aber Thomas hat es erreicht.

Was macht für mich ein herrausragendes Holz aus:

Ein Holz was mehr als nur die üblichen Tempobereiche anbietet, eine breitere Spanne eben. Was sowohl Block , als auch TS-Spiel gut unterstützt. Letzteres ein Widerspruch, scheinbar. Es gibt solche Hölzer, aber nur sehr wenige sind mir untergekommen, speziell wenn es zusätzlich noch um das vermittelte Gefühl/Feedback, stark differenziert je nach Schlagtechnik/Winkel geht. Letzteres macht es mMn erst möglich die breiteren Anwendungsmöglichkeiten eines Topholzes entsprechend zu nutzen. Nach kompletten Studium des Stiga threads sollen wohl so die alten Stigas gewesen sein, da kann ich nicht mitreden, meine sind nur 35 Jahre alt und nach der "guten alten" Zeit Stiga's anzusiedeln. Diese alten Stigas sollen wohl recht steif, aber gleichteitig auch flexibel gewesen sein, Block und Konterspiel also gut und gleichzeitig eben auch TS-Spiel stark. Ich kann es nicht beurteilen, aber wenn ich Thomas's Hölzer spiele , stelle ich mir vor das es so gewesen sein muß.

Ich hatte die Möglichkeit verschiedene Hölzer zu testen, 5.7 mm, 5.6 mm, 5.5 mm , alle als Abachi-Fichte-Koto Aufbau und teilweise mit härter/weicherer Verklebung. Thomas Hölzer erfüllen für mich wirklich alle Vorraussetzungen für ein Topholz.

Er baut gerne Hölzer in der Grundcharakteristik leichter Kopflastigkeit mit solidem Gewicht. Eigenschaften die mir und meiner Spielweis perönlich wenig liegen. Was aber von Anfang an deutlich wurde war eben die Möglichkeit der hohen Differnzierbarkeit der verschiedenen Schlagtechniken, ermöglicht durch das differenzierte Feedback, gepaart mit einer sehr hohen Kontrolle und Präzision. Rs war auf Grund der Steifigkeit wenig spinanfällig, gleichzeitig aber war überdurchschnittlich mehr Schnitt bei As erzeugbar. Der Sweetspot war sowohl bei dem 5.7 als auch 5.6 groß, deutlich größer als man es von einem Vollholz in der Dicke erwarten würde, ebenso die Steifigkeit. Tempo stufte ich als Off- ein im Mittel. Die 5.5 Hölzer waren sehr leicht 75 g, All+ Breich, aber nach einer Blattverkleinerung(kleinere JOW Form, 2mm) wurde aus einem "wenig durschlagkräftigen" Holz (seiner Meinung nach, ich fand das nicht)auch ein Off - im Mittel. Die Lastigkeit ließ ich mir deutlich zum Griff hin verschieben, mit einer Griffanpassung, das Holz wiegt nun 87 g, ist sehr gut für tischnahes Spiel und HD geeignet und Handgelenkeinsatz ungemein erleichtert. Die Umbauten wurden extrem professionell gemacht, auch hier ein dickes Kompliment, Thomas ist ein Virtuose. Sehr gut fand ich das hohe Fachwissen von Thomas, seine Fähigkeit sich anzupassen und Hölzer stark nach Kundenwunsch zu bauen, ein Alleinstellungsmerkmal wie ich finde. Wenn etwas Sinn macht sagt er es und umgekehrt, so soll es sein.

Die Blockeigenschaften die mein Holz bietet sind sehr gut, das Gefühl und die Kontrolle , würde ich eher einem langsameren Holz zuordnen, deutlich besser als bei vielen. Beim Tospspin hat man das Gefühl der Ball gräbt sich ein. Ich spiele auf der RH sowohl T05, als auch klebrige harte Chinesen zur Anmerkung. Die Steifigkeit selbst bei dem 5.5 würde ich bei herkömmlichen Hölzern auch eher einem deutlich dickeren Holz zuordnen, das Gute aber... es fühlt sich eben viel weicher an, die Flexibilität beim TS scheint spürbar, aber eine kurze pregnante Schwingung ohne schädliches Nachschwingen in der Ballführung.
Das kurze Spiel über dem Tisch war leicht zu bewerkstelligen(mit meinem angepaßten Holz), mit den kopflastigen Varianten war natürlich im Vergleich das Flippen schwerer, das bin ich nicht gewohnt, mag für andere mit stark trainierten Handgelenksmuskeln kein Problem sein. Schupfen ist nicht mein Spielstil, aber geht wunderbar wenn ich es mal mache, dann aber eher agressiver/schneller langer Schupf auf Wechselpunkt oder kurzer schnittiger Schupf.

Was fiel sonst noch auf? Hmm ich kann die Winkel noch deutlich besser ausspielen als mit anderen Hölzern, wie gesagt Präzision en mas. Sobald man aktiv TS spielt , sei es nur wenig und auch über dem Tisch sofort ein spürbar höherer Spinbogen , höher als man es von einem Holz der Steifigkeit und Geschwindigkeit erwartet, erhöht die Grundsicherheit ungemein, die Bälle gehen flacher weg beim Gegner. Ich würde es so beschreiben: Blockeigenschaften eines steifen Holzes, aber mit dem Gefühl und der Kontrolle eines langsamen Holzes, TS möglich und Eröffnung wie bei einem langsamen flexiblen Vollholz, aber mit dem klareren Feedback eines steiferen Holzes, befreit von störendem Nachschwingen. Wie schon gesagt, da zeigt sich die deutlich höhere Bandbreite des Holzes.

Anschlag villeicht noch: Fand ich mittelhart bis hart, auch hier zeigt sich die Möglichkeit der Anpassung durch die Verabeitung von Thomas Hölzern, ich denke mal weich bei anderen Aufbauten dürfte kein Problem sein.

Alle gennanten Eigenschaften wurden auch von den schweren Hözern mit der leichten Kopflastigkeit erfüllt, paßten nur nicht 100% zu meiner Spielweise, da ich extrem viel flippe und mit generell viel Handgelenk spiele, deswegen dann der Umbau.

Das umgebaute Holz ist schon meines, weitere werde folgen(möchte für meine Technikkorrektur am Balleimer/Systemtraining ein etwas langsameres Holz). Bei etwas mehr Zeit werde ich noch andere Aufbauten testen.

Ich kann nur sagen es lohnt sich bei Thomas bauen zu lassen, er stellt die meisten Serienhölzer deutlichst in den Schatten da ändern auch keine 350 € Anschaffungskosten nichts und die meisten Eigenbauer haben es ebenfalls schwer, auch wenn sie gut sind. Als Bespiel :meine BBC Hölzer, wirklich gut, aber in Sachen Feedback weit hinter Thomas Hölzern. Und gerade Feedback ermöglicht breitere Anwenungsmöglichkeit mMn.

Interressant noch: Psychlogische Kriegsführung durch den Klang des Holzes, der von meinen Gegnern als der einer Noppe empfunden wird... sehr irritierend
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