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AW: Persönliche Ziele von Wiedereinsteigern
Ich spiele jetzt seit ca. 5 Jahren wieder und hatte zuvor 11 Jahre lang nicht gespielt.
Als Jugendlicher hatte ich fast jeden Tag einen Schläger in der Hand. Systemtraining war 1x pro Woche, sonst mit den Mannschaftskameraden auch draussen oder in Jugendzentren gespielt. Ich habe erst mit 14 oder 15 angefangen und bin damals in der untersten Jugendklasse in meinem Verein eingestiegen. Im ersten Spiel konnte ich direkt den Besten der Klasse schlagen (er war vorher ohne Niederlage und hat nach dem Spiel fürchterlich geheult, hat mir echt leid getan irgendwie...). Danach sind wir jedes Jahr aufgestiegen und ich war in den jeweiligen Klassen immer einer der drei Top-Spieler. Für Kadertraining hat es aber nie gereicht. Dafür habe ich vielleicht einfach nur viel zu spät angefangen. Den Aufstieg in die Landesliga konnte ich dann nicht mehr mitmachen, weil ich zu alt war. Meine Mannschaftskameraden sind dann 2 Jahre später noch Verbandsligameister geworden.
Ich war richtig fanatisch. Wollte so viel spielen, wie es geht. Bis ich dann in die Herrenmannschaft gekommen bin. Die Guten sind nie ins Training gekommen, die Schlechten waren da, haben aber sehr krumm gespielt. Ich habe dann Kreisklasse A Mitte gespielt und fast nur verloren. In meiner Mannschaft war der nächst ältere Spieler fast 3x so alt wie ich. Und dann habe ich meine Freundin, jetzt Ehefrau kennengelernt. Und so habe ich mitten in der Saison meinen Schläger an den Nagel gehängt und keine Lust mehr auf Tischtennis gehabt.
Einen ehemaligen Mannschaftskameraden habe ich dann einige Jahre später häufiger mal im Bus zur Arbeit getroffen. Er hat mir das so ein bisschen in den Kopf gesetzt, doch mal wieder Tischtennis zu spielen. Aber es dauerte dennoch einige Jahre länger, bis ich dann wirklich für mich entschieden habe, mal ein Probetraining mitzumachen.
Ja, und dann war ich mit meiner alten Kelle im Training, wurde sehr nett aufgenommen und kannte sogar ein paar Spieler noch von damals. Ab dem Zeitpunkt war ich wieder euphorisiert und bin 1-2 Mal pro Woche ins Training gegangen. Einen neuen Schläger gab es dann ganz schnell und ich habe gestaunt, wie gut das alles direkt wieder ging. Klar fehlte die Sicherheit, aber die Bewegungsabläufe waren sofort wieder da.
Es hat dann 3 Jahre gedauert, bis ich den Eindruck hatte: Jetzt spiele ich besser, als damals. In dem Jahr habe ich eine hoch positive Bilanz in der Kreisklasse B vorne gespielt. Habe es dann auch in die Bezirksendrangliste geschafft und kam einem TTR von 1500 recht nahe.
Dann wurde meine Frau schwanger und diese Schwangerschaft ist nicht so toll verlaufen. Ich bin kaum noch ins Training gegangen und habe wahnsinnig schnell abgebaut. Nach so einer langen Pause sind 3 Jahre moderates Trainingspensum nicht geeignet, um ein gutes Fundament zu schaffen. Erst seit diesem Jahr schaffe ich es wieder, konstant ins Training zu gehen. Ich stehe in der Kreisklasse B in der Mitte mit einer ausgeglichenen Bilanz da, merke aber wieder einen Aufwärtstrend. Zwei der besten Spieler des Paarkreuzes habe ich in den letzten Spielen geschlagen. Bringe aber noch nicht 2 Spiele hintereinander konstant gute Leistungen. Ein TTR von 1500 scheint mir im Moment unerreichbar. Aktuell kämpfe ich mich wieder an die 1400 ran, die ich Ende der Saison geschafft haben will.
Danach werde ich mein Equipment umstellen und erhoffe mir dadurch mehr Sicherheit und versuche, mich in den nächsten Jahren bei 1450 einzupendeln.
Das soweit mal von mir...
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