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AW: andro Treiber H
Ich möchte hier mal einen Erfahrungsbericht zum Treiber H schreiben. Ich habe im letzten halben Jahr viele verschiedene Hölzer getestet, weil ich in den letzten Jahren eigentlich nie so richtig zufrieden gewesen bin. Die meiste Zeit habe ich mit einem ziemlich elastischen Vollholz gespielt, das im Topspinspiel zwar gut funktionierte aber im Blockspiel einfach zu flatterhaft war.
Das Treiber H ist für mich der nahezu ideale Kompromiss zwischen Topspin- und Blockeigenschaften. Ich spiele das Holz jetzt seit einigen Wochen durchgehend und bin immer noch so angetan wie am Anfang. Dieser Bericht entspringt also keiner Anfangseuphorie.
Mein Exemplar wiegt knapp 82g. Das Schlägerblatt des Treiber H ist ziemlich dünn, deutlich unter 6mm.
Es ist zwar ein Kunstfaserholz, aber von der typischen Carbonhärte ist bei dem Holz nichts zu spüren. Trotzdem ist der Ballanschlag deutlich härter als beim Innerforce AL und auch härter als bei den Korbel-Hölzern, die ich gespielt habe.
Das Holz ist fast steif, es schwingt nur bei harten Schlägen ganz leicht nach.
Der Ballabsprung ist für ein Kunstfaserholz ziemlich hoch. Absolut gesehen (d.h. auch im Vergleich zu Vollhölzern) würde ich den Ballabsprung als mittelhoch einstufen.
Vom Tempo her würde ich das Holz im Grenzbereich zwischen Off- und Off einordnen. Mein leichtes Exemplar würde ich eher im oberen Off- sehen. Deutlich schwerere Exemplare (falls es die gibt) sollten dann aber schon im Off liegen.
Das Topspinspiel gestaltet sich mit dem Treiber H angenehm leicht und ist meiner Meinung nach die Paradedisziplin des Holzes. Es erzeugt einen schönen Spinbogen und hat einen mittleren Eigenkatapult. Es spielt sich also keinesfalls tot und undynamisch wie man das von klassischen Carbonhölzern kennt. Es eignet sich fast gleichermaßen für weiche wie für härtere Topspins, d.h. sowohl das Eröffnen als auch das Nachziehen ist sehr gut möglich.
Das Holz scheint mir in erster Linie ausgelegt für das Spiel in naher oder mittlerer Distanz zum Tisch. Wer es liebt, von weiter hinten punktbringenden Druck aufzubauen wird vermutlich etwas Tempo vermissen.
Auch beim Blocken empfinde ich das Holz als sehr angenehm. Es ist nicht so hart, dass mir die Blocks über den Tisch gehen, aber hart genug um platziert und vor allem sicher zu blocken. Bisher bestand mein Blockspiel eigentlich nur aus passiven Hinhalteblocks. Mit dem Treiber H fühle ich mich beim Blocken aber so wohl, dass ich endlich angefangen habe aktiv gegen die Bälle zu gehen. Als optimal für das Blockspiel würde ich aber doch ein klein wenig mehr Härte empfinden. Aber das würde vermutlich zu Lasten der guten Topspineigenschaften gehen.
Eine interessante Eigenschaft des Treiber H ist, dass es (jedenfalls kommt es mir so vor) den Ball früher oder besser ‚greift‘ als die meisten anderen Hölzer, die ich kenne. Das eröffnet einem im Topspinspiel neue Möglichkeiten. Ich würde aber auch sagen, dass diese Eigenschaft dafür verantwortlich war, dass es mir mit dem Tenergy 05, den ich in den letzten Jahren immer auf der Vorhand gespielt habe, einfach nicht gelingen wollte kurze und vor allem flache Aufschläge (und auch Rückschläge) zu produzieren. Wer das Holz mit dem T05 auf der Vorhand spielen will braucht meiner Meinung einen guten Touch beim Aufschlag. Man muss in der Lage sein, den Ball nur sehr dünn zu treffen mit einer schnellen Handgelenkbewegung. Seitdem ich auf der Vorhand auf den Acuda S1 gewechselt habe, habe ich dieses Problem aber in den Griff bekommen.
Fazit: Meiner Meinung nach ist das Treiber H ein sehr gelungenes Holz für Spieler die ein Holz mit guten bis sehr guten Topspineigenschaften suchen, das dennoch genügend Härte und Stabilität für ein sicheres Blockspiel bietet. Vom Spielgefühl und den Spieleigenschaften liegt es ziemlich genau zwischen klassischen Carbonhölzern und Vollhölzern wie Korbel Off.
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