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AW: Allgemeine Diskussion über TTR-Werte
Der durchschnittlich TTR-Wert ist sicher durch die Neuregelung gleich geblieben, aber die Werte haben sich nivelliert, d.h. die guten Spieler haben TTR verloren, die schwachen TTR dazubekommen.
Die bisherige Philosophie war, dass Jugendliche besser werden, wenn sie viele Turniere oder oft in einer Mannschaft spielen. Die Begründung dafür war mir auch plausibel: "Das wird gemacht, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass eine im Wesentlichen unter sich spielende Gruppe von jungen Spielern im Laufe einer Saison automatisch stärker wird." So stand das zumindest in den offiziellen Dokumenten des DTTB.
Es gibt nun offensichtlich neue Erkenntnisse, dass es doch keinen direkten Zusammenhang zwischen Viel-Spielen und Spielstärkewachstum gibt. Diese neuen Erkenntnisse wurden mit Extrembeispielen begründet (ein Spieler der sich bei 30 Turnieren hat verprügeln lassen).
Ein Schwachpunkt der alten Regelung war offensichtlich auch, dass es die 2 Bonus-Punkte nur gab, wenn Jugendliche untereinander gespielt haben. Ich habe das auch schon immer als Schwachpunkt empfunden, denn wieso gewinnt ein Jugendlicher nur an Spielstärke, wenn er gegen Gleichaltrige spielt und nicht, wenn er gegen Erwachsene spielt?
Die neue Philosophie ist also, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Viel-Spielen und Spielstärkewachstum gibt, dass es aber einen Zusammenhang zwischen Älterwerden und Spielstärkewachstum gibt, allerdings nur bis zum 18. Lebensjahr.
Wie gesagt, die neue Philosophie führt zu einer Nivellierung der TTR-Werte. Die zentrale Frage ist nun für mich: Bildet dieser nivellierte TTR die echte Spielstärke besser ab als der alte TTR.
Mit Extrembeispielen lässt sich ein solcher Philosophie-Wechsel meiner Meinung nach nicht ausreichend begründen. Man kann genausogut Extrembeispiele finden, die gegen die neue Regelung sprechen. Beispiel: Ein Jugendlicher, der nicht mehr trainiert aber alle 6 Monate trotzdem in einem Meisterschaftsspiel mitwirkt.
Eine plausible Begründung für diese Nivellierung wäre für mich gewesen, wenn man statistisch ermittelt hätte, dass die viel spielenden Jugendlichen überbewertet waren, die selten spielenden unterbewertet. Dazu hätte man aber statistische Auswertungen machen müssen, indem man die TTR-Zuwächse bzw. Abzüge von Jugendlichen misst in ihrem ersten Spiel gegen einen Erwachsenen.
Es kann ja sein, dass solche statistische Auswertungen gemacht worden sind. Aber berichtet wurde darüber zumindest nicht.
Ich frage mich außerdem: Wie kommt man zu der Altersgrenze von 18 Jahren beim QNSZ? Gibt es statistische Erkenntnisse, dass der Zusammenhang zwischen Älterwerden und Spielstärkewachstum in diesem Alter aufhört? Meine statistische Beobachtung sieht zumindest anders aus: Der durchschnittliche TTR eines Jahrgangs steigt bis etwa zum 39. Lebensjahr. Für mich wäre es also plausibel, den QNSZ noch weit über das 18. Lebensjahr hinaus zu geben.
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