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Zitat von noreflex
Antwort: Jeder kann schreiben, dass er Bush cool oder lustig oder... findet.
Da besteht gar kein Zweifel. Aber er muss es nicht unbedingt tun. Man kann das auch weglassen. Es geht!
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Muss man aber nicht weglassen und das ist demjenigen nicht anzulasten und das ist mir wichtig!
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Zitat von noreflex
Vielleicht ist nicht ganz klar geworden, warum ich mehr Sensibilität erwünscht habe.
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Doch, doch, das ist schon lange klar, Du kannst aber nicht davon ausgehen, dass jeder das Thema mit Deiner gewünschten Sensibilität betrachtet. Und selbst wenn jemand Bush (übrigens G.W.B. oder hat der etwa spanische Vorfahren? *g*) wirklich ernsthaft cool findet, weil er dem Taliban-Regime ordentlich eingeheizt hat, ist das zwar fragwürdig, aber trotzdem eine Meinung.
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Zitat von noreflex
Die Generalität (hitler hatte sich ebenso wie goebbels selbst gerichtet) wurde in Nürnberg von den Siegern (USA, GB, FRA, Russl.) für die Kriegsverbrechen zur Verantwortung gezogen. Insbesondere die Massenvernichtung der Juden (Russen,...) wurde hier bestraft. Der Krieg Deutschlands war ein Angriff auf die Nachbarn.
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Und die Flächenbombardements auf deutsche Städte (z.B. Feuersturm in HH)? Die blieben auch ungesühnt und waren sicher nicht gerade das Gelbe vom Ei, auch dafür könnte man Verantwortung einfordern, tut man auch, diese wurde aber bisher nicht von den "Siegermächten" übernommen.
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Zitat von noreflex
Nur weil Bush einen demokratischen Staat repräsentiert und heutige Kriege nunmal anders ablaufen, als vor 60 Jahren, müssen wir die Maßstäbe zur Bewertung von Krieg nicht abschaffen oder sie zurechtdrehen!
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Die von Dir geforderten Maßstäbe zur Bewertung von Kriegen wurden meines Wissens nach noch nie angewandt. Krieg ist (un)menschlich und noch nie ist ein Kriegsteilnehmer mit weißer Weste da raus gekommen. Wir sind eben auf dieser reellen Welt dazu verdammt, die Dinge pragmatisch anzugehen.
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Zitat von noreflex
Bush hat keine KZs errichtet. Nun ja, wie Guantanamo zu bewerten ist, wer weiß es schon?
Außer den Amis kennt keiner die Haftbedingungen und niemand weiß, ob die Gefangenen mißhandelt werden. Ich hoffe mal, dass sie wie gewöhnliche Gefangene behandelt werden, aber hoffen und wissen sind zweierlei Dinge...
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Naja, schau Dir mal die raren Fernsehbilder an, wie die da "rumlaufen". Mit gewöhnlichen Gefangenen hat das nichts mehr zu tun...
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Zitat von noreflex
Irgendwie hat Guantanamo aber jetzt doch irgendwie Parallelen...
Mit einem hoffentlich wichtigen Unterschied: die Inhaftierten kommen irgendwann (wie lange darf man/USA eigentlich einen Prozess herausschieben: 1 Jahr, 10 Jahre...???) hoffentlich lebend frei. Aber haben die dort auch an der Pforte die Menschenrechte verloren?
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Antwort: Ja! Und zwar von offizieller Seite: Sie werden von den USA nicht als Kriegsgefangene anerkannt (d.h. ihnen stehen auch nicht deren Rechte zu), ihnen werden aber die amerikanischen Bürgerrechte auch nicht zuerkannt (wer hätte das auch erwartet?). Fazit: Sie sind vollkommen rechtlos! Vogelfrei sozusagen. Da kommt auch noch ein dickes Ende auf die USA zu, hoffe ich. Freigelassene aus Guantanamo-Bay berichten jedenfalls von psychischer Folter und anderen Misshandlungen.
Moralisch betrachtet kann natürlich kein Mensch seine Rechte verlieren, aber da ist sogar das saubere Deutschland noch nicht ganz hinter gekommen... (Thema Abschiebungen z.B.)
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Zitat von noreflex
Hat Amerika andere Grenzen, Völker etc. nicht mehr zu achten?
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Naja, siehst Du ja. Ist zwar nirgendwo verbrieft, aber es zweifelt wohl auch keiner dran. Moral und die momentane Politik haben nicht viel gemein.
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Zitat von noreflex
Wenn D verschont werden würde, zeigt es doch, dass der deutsche ein schützenswerterer Mensch wäre als z.B. der gemeine Afghane oder der Iraki.
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Er bringt der Int. Wirtschaft mehr Nutzen, ist politisch verbandelt mit den USA, daher schützenswerter. So stellt es sich für mich dar. Moralisch selbstverständlich nicht vertretbar. Aber Du fühltest Dich auch nicht besser, würden wir mit gleichen Maßstäben gemessen werden wie ein Iraki oder Afghane. Andersrum wird ein Schuh draus: Auch andere Volksangehörige sollten so behandelt werden wie wir, oder besser ein US-Amerikaner.
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Zitat von noreflex
Ist das nicht pervers? Mit welcher Selbstverständlichkeit gehen wir deutschen denn davon aus, dass es den Afghanen/Irakern nichts ausmacht, dass sie wochenlang bombardiert werden, obwohl sie den USA nichts getan haben (hier meine ich die normalen Menschen wie Dich und mich).
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Gehst Du etwa davon aus? Ich nicht und keiner den ich kenne...
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Zitat von noreflex
Und warum wird Bush nicht zur Verantwortung für die Opfer gezogen?
Ganz einfach: Er ist der Kriegs-Gewinner. Es gibt keinen, der ihn zur Verantwortung ziehen kann!
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So ist es.
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Zitat von noreflex
Und noch ein Grund: Wegen des "sauberen" Krieges und der ausgeblendeten Zivilopfer erscheint es dem Europäer als nicht so schlimm, wie seinerzeit die Brandschatzungen der Deutschen in der Ukraine. Aber das ist trotzdem Krieg, auch wenn die Nuancen sich ändern.
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Glaub ich nicht.
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Zitat von noreflex
Und noch ein Grund: Weil es mit Saddam einen üblen Verbrecher traf, glaubt man schnell mal, dass der Krieg sein Gutes hatte.
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Hatte er denn echt nichts Gutes? Die Mehrzahl der Irakis ist heilfroh, dass Saddam weg ist, das kannste aber glauben. Ich habe Interviews gesehen, in denen Irakis Opfer in der Familie zu beklagen hatten, aber dennoch froh darüber waren, dass es so kam und sie frei von Saddam sind.
Das rechtfertigt keine Verbrechen, darauf möchte ich nochmal hinweisen, aber gerade dieser Umstand, dass der Krieg etwas Gutes hatte, macht eine Bewertung ja so schwierig...
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Zitat von noreflex
Deshalb erinnere ich daran, dass wir nicht die Familien fragen können, die Opfer beklagen müssen, was sie davon halten.
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Siehe oben.
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Zitat von noreflex
Ich würde Saddam, Milosevic und auch Hitler nicht "lustig" bezeichnen. Das verbietet mir der Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen. Ich möchte einen Kriegsverbrecher nicht verniedlichen.
Bush hat aufgrund seiner Stellung nicht den Status eines Kriegsverbrechers. Warum das so ist, habe ich in Ansätzen darzustellen versucht.
Selbst, wenn er im nachhinein nicht als Verbrecher gesehen wird, so ist das die Sicht der Siegermächte. Seine Verantwortung für die Opfer bleibt.
Und deshalb würde ich ihn nicht "lustig" nennen..
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Du nicht, da Du es ganz ernst meinst. Der Sarkast und der Satiriker dagegen wird es dennoch weiterhin tun. Und ich bin froh darüber.
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Zitat von noreflex
[...] Konnte ich jetzt besser klarstellen, warum ich den kreidefressenden Wolf nicht lustig finde?
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Ja. Du bist aber nicht die anderen. Und die haben jeder ihren eigenen Kopf, ob schlauer oder dümmer.
Grüßle
Bow