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Alt 18.03.2015, 08:58
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AW: Holzempfehlungen für Armstrong Test gesucht

1. Testtag

Schläger 1:
VH: Conqueror 50°
RH: Hikari 55°
HOLZ: Stiga Allround Classic Carbon

Der Schläger war, wie schon vorab beschrieben, recht schwer. Zuhause beim Herumprobieren schien mir das noch etwas störend zu sein. An der Platte kann ich das jetzt gar nicht bestätigen. Es ist nochmals was komplett anderes, mit so einem Schläger tatsächlich Tischtennis zu spielen. Das Gewicht habe ich sogar als recht angenehm empfunden. Allerdings sind mir beim Holz zwei Dinge so negativ aufgefallen, dass das eigentlich schon raus ist aus meinen Kaufüberlegungen: Zum Einen vibriert es mir zu sehr (trotz Carbonschicht), zum Anderen wurde für den Übergang von Griff zu Blatt ein zu geringer Radius gesägt. Den Rand empfinde ich als wahnsinnig unangenehm am Zeigefinger.

Vom Hikari 55° war ich hellauf begeistert. Schupfen kein Problem. Ausser mein Gegner hat richtig reingehackt (er kann das, wir nennen ihn "Hacki"), dann sind mir die Bälle zu flach vom Schläger weg. Ist aber reine Übungssache. Topspin war wahnsinnig sicher. Ich konnte die Topspins mit viel weniger Aufwand spielen, als mit meinem Bluefire M3, der wirklich so schwammig ist, dass man richtig reissen muss. Mit dem Hikari praktisch nur Unterarm und Handgelenk bewegt und schöne Topspins gespielt. Bei den Blocks habe ich automatisch angefangen, die aktiv zu spielen, was ich Dank des Katapultes meines M3 bisher immer gelassen hatte. Ein völlig neues Spielgefühl. Und die Trefferquote war phantastisch. Auch kontern ging sehr sicher und ich konnte die Bälle sehr präzise spielen. Im Moment kann ich noch nicht einschätzen, ob da auch die Kombination mit einem schweren Holz die nötige Beschleunigung bringt. Glaube ich aber eher nicht. Der Hikari 55° wird mit großer Wahrscheinlichkeit mein neuer RH-Belag werden. Auf der Vorhand habe ich ihn auch getestet und war damit deutlich unsicherer. Gerade beim VH-Topspin war mir die Flugkurve zu flach, speziell wenn ich ein Schritt zurück gehe, wie ich das nunmal gerne tue.

Der Conqueror 50° war eine reine Katastrophe. VH wie RH. Überaus flacher Ballabsprung. Beim VH-TS hat man kaum ein Fenster über´m Netz, um den Ball auf den Tisch zu bekommen. Da ich, wie die Meisten in meiner Leistungsklasse über eine eher rudimentär vorhandene Beinarbeit verfüge, muss ich in der Lage sein, TS zu spielen, wenn ich auch mal nicht gut stehe. Hat mit diesem Belag absolut gar nicht funktioniert. Schupfen war auch völlig unkontrolliert. Insgesamt schienen mir diese 50° deutlich härter, als die 55°, was wahrscheinlich daran liegt, dass das Obergummi einfach stumpfer ist. Zudem war mir der Belag deutlich zu schnell. Vermutlich könnte ich den flachen Ballabsprung ausgleichen, wenn ich den Belag 1-2 Nummern dünner spielen würde.


Schläger 2:
VH: Conqueror 42°
RH: Hikari 40°
Holz: Andro Temper Tech ALL+

Bei diesem Set hatte ich im Vorfeld ein deutlich besseres Gefühl, weil es vom Gewicht und der Gewichtsverteilung her meinem Schläger so ähnlich ist. Das Holz ist mir auch nicht negativ aufgefallen. Es hat absolut gar nicht vibriert, lag sehr gut in der Hand. Mehr kann ich über das Holz aber nicht sagen. Für mich stellt sich aber gerade die Frage, ob ein schwereres Holz nicht doch besser ist...

Der Conqueror 42° hat mir beim VH-TS echt Spaß gemacht. Die Bälle kommen recht flach, das Tempo ist bei einer 1.8 Schwammstärke aber genau richtig für mich. Der Belag spielt sich kontrollierter als mein Acuda S3. Ich hatte allerdings, genauso wie beim Conqueror 50° den Eindruck, dass der Belag recht schnittanfällig ist. Blocks gingen ganz ordentlich. Konter habe ich damit gar nicht gespielt. Schupfen, genauso wie TS, problematisch, wenn viel Schnitt kommt. Dann fliegen mir die Bälle zu flach aus dem Schläger raus und ins Netz.

Der Hikari 40° hat eine höhere Flugkurve. Auch etwas höher noch, als die 55°-Version. TS war sehr sicher RH wie VH. Auch die Schnittanfälligkeit war deutlich weniger als beim Conqueror. Schupfen ging gut. Blocks haben ordentlich funktioniert, da habe ich aber generell das Gefühl, dass mir härtere Beläge deutlich besser helfen. Diesen Belag hätte ich gerne in 2.1 getestet. Leider nur in 1.8 bekommen.



Fazit 1. Testtag:
Ich habe das Gefühl, ich habe bereits einen RH- Belag gefunden. Lustiger Weise waren 3 von 4 Belägen deutlich besser für mich geeignet, als mein Bluefire M3. Aber vom Spielgefühl und von der Sicherheit her, speziell bei den Schlägen, die ich hauptsächlich damit spiele, ist der Hikari 55° einfach überragend
Bei der VH und bzgl. des Holzes bin ich mir noch unsicher. Ich bin sehr gespannt, wie sich der Hikari 55° auf dem Andro-Holz so spielt. Wenn das genauso gut klappt, werde ich die Überlegungen mit dem schweren Holz fallen lassen. Dann wäre das Andro-Holz tatsächlich eine hervorragende Wahl.

Die VH werde ich auf dem Andro-Holz mit dem Hikari 40° weiter testen. Ich habe den Eindruck, dass mir der Belag eher liegt und mir eine größere Sicherheit bringt, als der Conqueror 42°. Könnte mir vorstellen, dass mir der Belag in 2.1 gut liegen würde. Könnte mir auch vorstellen, dass das mein neuer Schläger wird. Andro-Holz, VH Hikari 40°, aber in 2.1 und RH Hikari 55° auch 2.1, wie getestet. Ich bin mir allerdings jetzt sicher, dass ich auf der VH eher einen weichen Belag brauche, während mir auf der RH ein harter Belag gut liegt. Beide Beläge brauchen aber einen moderat hohen Ballabsprung.



Am zweiten Testtag werde ich folgende Dinge speziell testen:
- Spielt sich der Hikari 55° auf dem leichten Andro-Holz genauso gut?
- Welcher weiche Belag ist für die VH besser geeignet und spüre ich einen Unterschied zwischen den Hölzern. Das bedeutet zwar, dass ich mitten im Training die Beläge nochmals ummontieren muss, was dann zu einer frischklebeschicht führt, die das Ganze etwas verfälscht, aber einen dritten Testtag habe ich nicht zur Verfügung.


Alles sehr viel Text, soll aber auch dazu dienen, meine Gedanken für mich selbst festzuhalten, damit ich die Infos für die Entscheidung alle zusammen habe.

Geändert von crycorner (18.03.2015 um 09:49 Uhr)
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