Wenn ich mir die Art und Weise, wie Petrissa Solja Tischtennis spielt, ansehe, erkenne ich neben einem außergewöhnlichen Ballgefühl, einer überragenden Antizipation und einer sehr ausgeprägten Technik eine Athletin, die das Spiel liebt. Und bei aller Athletik und Dynamik ist Tischtennis in erster Linie (noch) ein Spiel. Und Petrissa liebt es, zu spielen.
Ein ehemaliger Hilpoltsteiner Zweitligaspieler hat mir vor vielen Jahren erzählt - damals trainierte er regelmäßig mit Petrissa - dass sie ständig am Probieren und Experimentieren sei. Schon beim Einspielen war sie sehr schnell das blinde TapaTapaTapp leid und baute ständig kleine Varianten in die regelmäßigen Übungen ein. Sie hatte offensichtlich schon immer eigene Ideen und den Willen, diese umzusetzen.
Tischtennis lebt von Kreativität, Individualität und Spaß am Spiel. Es ist noch immer ein Spiel, Freunde der Sonne...

Und wenn ich Ausnahmespielerinnen, wie Petrissa eine ist, den Spaß nehme, indem ich sie in ein von kalten Zahlen bestimmtes Leistungskorsett zwänge, Gewichtsvorgaben gebe und eine Athletik von ihr verlange, die sie evtl. nie erreichen wird (wozu auch?!), dann nehme ich ihr das Herzstück ihres Antriebs, diesen Sport zu betreiben: den Spaß am Spiel...
Glücklicherweise wurde die Kurve von allen Beteiligten gerade noch gekratzt und die Bundestrainerin Jie Schöpp hat sich wohl auch auf Petrissa eingestellt.
Da geht noch was!