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Alt 07.04.2015, 08:15
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Angus Angus ist offline
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AW: Strukturreform BTTV

Für ländliche Kreise ist das größte Problem die Fahrstrecke, welche für ein Spiel/ Turnier zurückgelegt werden muss. Vor allem für die Kreismeisterschaft (Einzel und Mannschaft) würden sich vermutlich in Summe noch weniger Spieler interessieren, wenn die derzeit schon teilweise großen Fahrzeiten (bei uns im Kreis bis zu 1h) sich nahezu verdoppeln würden. Welcher Spieler fährt denn schon 2h hin und 2h zurück, um eventuell bereits nach 2 Vorrundeneinzeln und einem Doppel auszuscheiden?

Zudem vermute ich, dass auch der Pokalspielbetrieb auf Kreisebene leiden würde. Welche Mannschaft einer unteren Kreisliga will denn 100km oder mehr fahren, eventuell sogar am Abend eines Wochentags (zur Trainingszeit der Heimmannschaft), um ein Pokalspiel auszuspielen?

Auch ein wichtiger Kritikpunkt war, das die Strukturreform anfänglich unter der Prämisse begonnen wurde, den Mitgliederschwund zu stoppen bzw. sogar neue Spieler zu gewinnen. Entsprechende Inhalte/ Instrumente waren in der Strukturreform jedoch nicht enthalten. Vielmehr war absehbar, dass die Reform diesen Namen nicht verdient hätte sondern nur eine Umstrukturierung gewesen wäre. Sie wurde ja sogar mit den Worten verkauft, dass sich für die Spieler eigentlich nichts ändern würde!

Und zuletzt noch meine persönliche Einschätzung. Auch ich als Kreisjugendwart bin derzeit an der Grenze meiner Belastbarkeit als Ehrenamtlicher angelangt. Zu Hochzeiten habe ich kaum einen Abend ohne E-Mails beantworten zu müssen, Turniere auszuschreiben, auszuwerten oder vorzubereiten bzw. Anmeldelisten führen zu müssen. Eine Verdopplung der Vereine bedeutet zwar nicht die Verdopplung der Arbeit aber ein erheblicher Mehraufwand wäre meiner Meinung nach nicht vermeidbar gewesen!

Die Damen und Herren an der Spitze des BTTV sollten sich mal wieder in die Lage der Ehrenamtlichen versetzen, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden, oft finanziell drauflegen, wenig bis keinen Dank erhalten dafür aber immer mehr Ärger bekommen können, wenn sie Fehler begehen (siehe Verhaltenskodex). Man darf die hauptamtlichen Mitarbeiter, welche für ihren Job Geld erhalten, nicht mit den Ehrenamtlichen in einen Topf werfen. Wenn man Gleiches verlangt, müssten auch gleiche Voraussetzungen vorhanden sein! Die Ehrenamtlichen leisten ihre Arbeit für den Sport jedoch in ihrer Freizeit am Abend oder am Wochenende und zweigen diese Zeiten oft vom Familienleben ab.
Wir müssen mit einer Reform nicht nur eine neue Gebietsaufteilung festlegen, dass ist schlicht zu einfach und vor allem zu kurz gedacht. Vielmehr müssen neue Strukturen zur Verteilung der Arbeit und in der Personalpolitik gefunden werden und diese Erwartungen wurden schlicht nicht erfüllt!

Gruß Andre Schultz, KJW Ansbach.
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"Wichtig ist, dass man nie aufhört zu fragen!"
- Albert Einstein -
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