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AW: Talent und Ballgefühl sind nur Einbildung? Es zählt nur Disziplin und Training!?
Tatsächlich ein sehr spannendes Thema.
Ich denke, dass man definitiv sagen kann, dass es viele Dinge gibt, die ein Kind mitbringen kann und dann als Talent klassifiziert wird, die trainierbar sind. Beispielsweise Koordination, Kognition (eingeschränkt), Kondition, optische Wahrnehmung (eingeschränkt) oder auch Dinge wie Motivation, Ehrgeiz und Disziplin. Also kann man schonmal nicht pauschal sagen, dass Talent angeboren ist.
Es gibt aber durchaus Dinge, die entscheidend für Tischtennisspieler sein können, die nicht oder nur eingeschränkt zu verändern sind. Darunter würde ich z.B. Körperbau, auditive und kinästhetische Wahrnehmung (was tut der eigene Körper?), Kognition und optische Wahrnehmung zählen. Was davon außer dem Körperbau angeboren ist, weiß ich nicht, es ist aber in meinen Augen auch nicht besonders wichtig. Viel wichtiger ist, was man bei den Kindern noch weitgehend verändern kann.
Wenn man mal die Kognition als Beispiel nimmt, würde ich die Ausgangsfrage, ob es überhaupt Dinge gibt, die einen guten Tischtennisspieler ausmachen (können), aber nicht im Training erlernbar sind, so beantworten: Ob kognitive Fähigkeiten angeboren sind, weiß ich nicht, aber ich bin mir relativ sicher, dass man diese als Trainer nicht mehr entscheidend verändern kann. Wenn man es mal ganz platt ausdrückt, könnte man sagen: Wenn du in eine dritte Klasse gehst und den Dümmsten (schlechteste Kognition) und den Schlausten (beste Kognition) nimmst, kannst du mit dem Dummen Kognitions-Übungen machen, so schlau wie der Andere wird er aber nicht mehr werden. Wohlmöglich auch deswegen, weil kognitive Fähigkeiten permanent im Alltag gebraucht werden und dort aufgrund des zeitlichen Verhältnisses zum Training viel stärker beeinflusst werden.
Eine andere Frage ist für mich, wieviel gewisse Vorsprünge z.B. in Bezug auf Koordination und Kondition ausmachen. Kann da jeder durch Training noch auf das selbe Niveau kommen?
Abschließend würde ich sagen, dass es durchaus Dinge gibt, die angeboren werden und Bedeutung für´s Tischtennis-Spiel haben, aber das sind tendenziell außer in extremen Fällen (wenn jemand 2,40m groß ist oder blind geboren wird, kann man das natürlich schlecht kompensieren) nicht die allerwichtigsten Faktoren.
Die andere Frage, ob Ballgefühl existiert, trainierbar ist und wenn es existiert, wovon dies abhängt, finde ich auch sehr spannend. Um das aufzudröseln, müsste man zunächst genau definieren, was Ballgefühl ist, bevor man dann gucken kann, welche Fähigkeiten da mit reinspielen und inwiefern diese Fähigkeiten angeboren, nahezu unveränderbar oder trainierbar sind.
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