Re: Beinarbeit
Hallo Max,
hier eine Übung, die ich aus einem TT-Buch entnommen habe und die sich "Rückhand auflösen" nennt. Ist eine regelmäßige Übung, die ganz gezielt den Wechsel von der Beinstellung bei Rückhand zur VH-Beinstellung übt.
Beschreibung für zwei Rechtshänder, beide Offensiv-Spieler: A beginnt mit einem langen RH-Aufschlag diagonal auf die RH von B, dieser kontert RH diagonal zurück. Es wird RH-Konterball diagonal gespielt, bis Spieler B den 2., 3., 4. oder 5. oder einen noch späteren Ball parallel in die VH von A kontert. A spielt nun diesen Ball mit der VH diagonal in die VH von B, der wiederum spielt mit seiner VH parallel auf die RH von A, worauf A wieder einen RH-Konterball diagonal auf die RH von B spielt. Übung beginnt jetzt von vorne. Zunächst Möglichst auf Häufigkeit spielen, nicht auf Schnelligkeit oder Punktgewinn. Hohe Wiederholungszahlen ohne Unterbrechung durch Fehler steigern den Trainingseffekt auf die Beinarbeit.
Ziel: A lernt darauf zu achten, daß das RH-Konterduell irgendwann einmal durch einen parallelen Ball von B beendet werden kann, weiß aber nicht wann! Er läßt sich also nicht auf der RH einlullen bzw. durch einen parallelen Ball überraschen / auf dem falschen Fuß erwischen. A lernt, aus der RH-Beinstellung in die VH-Beinstellung zu wechseln und wieder zurückzukehren.
B lernt, nach einem parallelen RH-Konterball auf die VH von A seine eigene weite VH abzudecken, indem er ebenfalls so wie A von der RH-Beinstellung in die VH-Beinstellung wechselt. Er hat aber den Nachteil, daß er einen weiteren Bereich abdecken muß als A, da der Ball in seine VH ja viel extremer nach außen kommen kann. Außerdem hat er das Problem, daß der auf seinen parallelen VH-Ball folgende Ball tief in seine eigene RH zurückkommen kann - er muß auch beim Weg zurück wieder einen weiten Weg zurücklegen.
A lernt, nach dem VH-Ball nicht dort "rechts außen" zu versauern, sondern gleich wieder eine zentrale Position einzunehmen, die es ihm erlaubt, den parallel auf der RH auf ihn zukommenden VH-Ball von B diagonal zurückzuspielen.
B wiederum lernt dann, nach seinem VH-Ball auch wieder in die zentrale Position zurückzukehren, da er wieder RH diagonal spielen muß.
Variationen:
Nicht ein einzelner Spieler bestimmt, wann das RH-Konterduell "aufgelöst" wird, sondern beide Spieler. Vorsicht: diese Variation erst dann spielen, wenn beide zuvor ausgiebig diese Übung gespielt haben. Sonst kommen keine Ballwechsel zustande und die Übung verkommt zu einer Übung, bei der durch überraschende Wechsel von diagional in parallel der Punkt gemacht wird - dann ist es keine Beinarbeitsübung mehr.
B übt das Umlaufen der RH, indem er die RH-Konterbälle von A abwechselnd 1:1 umläuft, um mit der VH von der RH-Ecke aus diagonal in die RH von A zu spielen. Dabei kann sich B selbst aussuchen, wann der das Diagonal-Duell auflöst: entweder mit seiner RH oder mit der umlaufenen VH. In letzterem Fall muß er damit klar kommen, daß die Antwort von A in seine tiefe VH kommt, er also den maximalen Weg von der umlaufenen RH-Ecke zur weiten VH zu gehen hat. Sehr intensiv für B! Man kann auch so variieren, daß B während des RH-Duells die RH unregelmäßig umläuft.
A beantwortet den durch B überraschend auf seine VH gespielten Ball nicht mit einem diagonalen Konterball, sondern mit einem VH-Topspin diagonal. B muß dann entweder mit seiner VH am Tisch blocken oder aus etwas größerer Entfernung zum Tisch (je nach Veranlagung und Spielstil) gegenziehen.
A beantwortet den durch B überraschend auf seine VH gespielten Ball mit einem VH-Konterball diagonal, aber B spielt dann mit seiner VH einen Topspin parallel auf die RH von A.
Schließlich kann man noch dahingehend variieren, daß A den durch B parallel in seine VH gespielten Ball nicht stets nur diagional beantwortet, sondern auch mal parallel zurückspielt. Dann wird es zwar vor allem für B kompliziert, aber mit fortschreitender Übungsdauer sollen die Übungen ja generell zunehmend flexibler und nicht mehr so gleichmäßig gespielt werden.
Du siehst also, daß dann aus einer regelmäßigen Laufübung mit der Zeit auch eine Übung wird, die Beinarbeit mit verschiedenen Schlägen und Spielzügen kombiniert.
Generell gilt, Laufübungen immer weiter abzuändern, da geht eigentlich der Stoff fürs Technik-Training nie aus.
wolfgang10
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