Einzelnen Beitrag anzeigen
  #18  
Alt 29.03.2004, 11:08
Dragonspin Dragonspin ist offline
Wall'er Bub
Foren-Stammgast 3000
 
Registriert seit: 17.12.2000
Ort: Kalmar
Alter: 44
Beiträge: 3.591
Dragonspin ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Dragonspin ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)Dragonspin ist ein sehr geschätzer Mensch dessen Wort hier Gewicht hat (Renommeepunkte mindestens +250)
Re: RH-Konter - Schlägerkopf oben oder seitlich?

Zitat:
Zitat von martinspin
1. Bei Timo muss schon unterschieden werden zwischen Grundstellung in Erwartung des gegnerischen Aufschlags und in Ausgangansstellung für die Erwartung der weiteren Schläge. Bei der Grundstellung hält er den Schläger deutlich vor dem Körper und in der Ausganstellung hält er den Arm immer leicht seitlich vom Körper, damit er schneller zum VH-Topspin übergehen kann. Da Timo nach dem VH-Schlag wieder zu seiner Ausgangstellung zurückkehrt, braucht er eben länger, um einen schnell in die RH gespielten Ball zu erreichen. Darum erwischen ihn die Chinesen auch immer wieder mit solchen Kombinationen. Was mir nicht klar ist, was du unter Neutralposition verstehst, ist es die Grundstellung oder die Ausgangsstellung?
Neutralposition = Ausgangsstellung.
Jetzt stell dir aber mal vor, Timo würde zum Blocken noch weiter ausholen (nämlich bis sein Schläger parallel zur Grundlinie ist), dann würde er auf dieser Seite noch weiter ausgespielt werden.

Zitat:
zu 2. Der Unterschiede zwischen "Druckblock" und "Spinblock" und den verschiedenen Techniken hast du sehr gut dargestellt. Es ist genau diese Drehung im Ellbogen und Handgelenk, die mir an Timos Technik nicht so recht passt. Mir fehlt einfach die Beschleunigung aus dem Oberarm. Ich ziehe die Technik von Peter Franz vor und behaupte mal, dass mit dem "Druckblock" bei entsprechendem Handgelenkeinsatz genügen Spin möglich ist und zusätzlich mehr Power dahinter ist. Zu vegleichen ist das mit dem langsamen und schnellen Topspin. Erwiesenermassen hat der schnelle TS mehr Rotation und der langsamere TS weniger und dafür einen höheren Absprungwinkel von der Platte.
Die Beschleunigung aus dem Unterarm ist absolut vernachlässigbar. Untersuchungen bei Jörg Roßkopf durch Sportwissenschaftler haben schon vor einigen Jahren ergeben: die größte Beschleunigung ist durch das Handgelenk möglich, danach der Unterarm, dann mit weiteren Abstand Oberarm und Rumpfdrehung. Daher wird im modernen TT von einem extremen Unterarm- und Handgelenkseinsatz gesprochen.
Das Handgelenk kann hierbei sowohl zur Erhöhung der Rotation, als auch zur Erhöhung des Tempos benutzt werden. Wichtig ist eben, dass es innerhalb der Schlagebene arbeitet.
Der Druckblock ist auch wegen des größeren Balles völlig aus der Mode gekommen. Der Ball springt zu hoch ab, da er nicht mit Spin gespielt wird, denn hierbei gibt es einen zentralen Balltreffpunkt. Es ist kein Zufall, dass fast alle Spieler inzwischen versuchen den Spinblock zu spielen, sehr gute Vertreter der Spielart sind: Wang Hao, Timo Boll, Ryu Seung Min (nur auf VH) und Chuan Chi-Yuan.

Zitat:
zu 3. Gelten deine Behauptung auch für das VH-Spiel: Am meisten Beschleunigung entseht aus dem Handgelenk und am wenigsten aus der Rumpfdrehung? Könnte es sein, dass du Beschleunigung aus der Sicht des Spins meinst und nicht die Beschleunigung in Sachen Tempo?
Wie schon oben geschrieben: Das gilt für jeden Schlag. Hierbei handelt es sich nicht um eine Behauptung, sondern das ist wissenschaftlich bewiesen. Auch beim TT gelten die Gesetze der Physik und Sportmechanik.

Zitat:
Niemand würde mit der VH den langsamen und gefühlvollen TS als Hauptwaffe einsetzen, um zu punkten. Der langsame TS dient doch in der Regel als Mittel die Initiative zu übernehemen und als Vorbereitungsschlag für den schnellen TS. Wieso soll das, was für die VH gilt nicht auch für die RH gelten.
Natürlich gibt es Spieler, die auch auf der VH-Seite eher mit gefühlvollen Spinvariationen punkten. Warum nicht? Auch bei der RH... dein Gedanke mit der Vorbereitung ist auch richtig. Aber was hat das mit dem Thema zu tun?

Zitat:
zu 5. Wenn Timo genügend Zeit hat, kann er sehr wohl mit der RH ziehen und auch Punkten. Nur hat er diese Zeit gegen die Chinesen nicht. Timo's spiel ist doch klar auf seine extrem starke VH ausgelegt. Wang Hao kann einfach beiden. Mal steht er in VH-Position auf der RH-Seit und das andere Mal steht er in der RH-Position in der Mitte des Tisches. Darum ist der auch so unberechenbar. Einmal so und dann wieder so... ständig wechselt er alles: Stellungsspiel, Plazierung, Tempo und Roatation. Wenn die Europäer in Zukunft eine Chance gegen die Chinesen haben wollen, müssen sie einfach noch variabler spielen lernen. Timo's Spiel ist im Moment einfach zu wenig variabel (Vor zwei Jahren war das noch anderst) und zu leicht zu lesen.
Naja, Timos Spiel dürfte inzwischen generalstabsmäßig untersucht worden sein in China. Außerdem ist er zur Zeit einfach noch nicht in seiner Topform, er kann besser spielen als bei der Team WM.
Wang Hao war natürlich auch extrem gut drauf. Das was er jetzt mit Timo gemacht hat, hat Timo eben 2002 mit den anderen Chinesen gemacht. Sie ganz schlecht aussehen lassen.
Übrigens schon einmal die Spielweise von Wang Hao getestet? Mit der neuen Penholderschlägerhaltung sehe ich darin keine Nachteile mehr zur Shakehand-Haltung, man kann übrigens extrem gut über dem Tisch ziehen.
Mit Zitat antworten