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Talent?
Um diese Frage zu beantworten, müsste man erst mal den Begriff Talent genauer definieren.
Meiner Meinung nach gehören viel mehr Sachen als nur Beweglichkeit, koordinative Fähigkeiten sowie das Training dazu, ein guter Spieler zu werden.
Damit ein Sportler seine Leistungsgrenzen wirklich ausreizen kann, muss das Elternhaus und das gesamte Umfeld stimmen. In unserer heutigen Gesellschaft wird es immer schwieriger talentierte Kinder zu finden, die auch bereit sind Leistung zu bringen. Die Eltern müssen zudem voll dahinterstehen. Und das Ganze wird nur dann Erfolg haben, wenn auch das Vereinsumfeld stimmt. Damit meine ich nicht nur die Qualität und Quantität des angebotenen Trainings.
Ich habe derzeit ein Talent, welches vor fünf Monaten mit Tischtennis angefangen hat. Er kam damals direkt aus Kasachstan nach Deutschland und konnte kein Wort Deutsch. Zur Zeit lernt er Tischtennis genauso schnell wie unsere Sprache. Die Eltern stehen voll dahinter. Der Hauptgrund ist wohl, dass sie gemerkt haben, wie schnell er durch den Kontakt zu den anderen Kindern Deutsch lernt. Er hat bereits zwei mehrtägige Vereinslehrgänge in BaWü und NRW mitgemacht. Hier stimmt eben neben dem TT-spezifischen Voraussetzungen auch das Umfeld. Ich denke, dass er es bis in die hessische Spitze schaffen könnte, auch wenn Aussagen darüber nach nur 5 Monaten auch etwas mit Lottospielen gemein haben.
Aber zurück zum Thema:
Wenn man den Talentbegriff quasi auf das soziale Umfeld erweitern würde, dann bewerte ich die Ausprägung des "Talents" auf etwas mehr als 50%.
Meiner Meinung nach müsste man eben drei Faktoren bewerten.
Meine Bewertung würde dann so aussehen:
30% Talent (koordinativen Fähigkeiten, Beweglichkeit usw.)
30% Umfeld (Erziehung, Unterstützung Elternhaus, soziales Umfeld im Verein)
40% Training (Qualität und Quantität des TT-Trainings)
Geändert von Cheftrainer (23.04.2001 um 10:40 Uhr)
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