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AW: Neue Tischtennisbälle (TT-Plastikbälle / Polyball / Nicht-Zelluloid-Ball)
@TvB: Den formalen Entscheidungsprozess kenne ich.
Aber: Das TL hebelt die Regel aus. Ein Ball von 40 mm, wie von den Regeln zentral gefordert, ist durch das TL auf der Kante zur Illegalität (die eigentlich gewünschte Zielgröße ist nun die allerunterste legale Größe laut TL) und kann damit mit normalem Aufwand nicht mehr produziert werden, sondern wird dann in der Praxis logischerweise größer hergestellt. Das mag ja politisch so gewünscht gewesen sein, aber die Regelgrundlage fehlt. Das TL fördert aktiv die Entwicklung von Bällen von der Regel weg, nicht zur Regel hin und ist die Basis für ein praktisch generelles Abweichen von der in den Regeln geforderten Zielgröße. Das ist sicher nicht der Sinn der Regeln, dass sie einen vom Wortlaut abweichenden Hintergrund haben, und sie dann durch hierarchisch niedriger stehende Zusatzbestimmungen, verändert werden.
Wie kann man denn dann in einem informierten Gremium dafür eine Mehrheit bekommen, ohne das dieser Widerspruch erkannt wird und gleichzeitig die Forderung nach einer entsprechenden absegnenden Regeländerung laut wird, um das TL nicht in Widerspruch zu den Regeln zu bringen?
Oder anders - ich baue als Hersteller einen Ball, der genau 40 mm groß sei, wie von den Regeln gefordert. Nun habe ich im Zulassungslabor nur eine begrenzte Messgenauigkeit, so dass ein Teil der Bälle im Rahmen der Streuung bei der Messung sehr, sehr knapp unter 40 mm kommt und damit die allgemeine Zulassung meines Balles gefährdet ist. Dadurch bin ich als Hersteller gezwungen, abweichend von der Regelvorgabe, einen Ball zu produzieren, der deutlich größer ist, nur weil es das TL so will, nicht, weil die eigentliche Regel verletzt wurde, dessen Auslegung das TL sein möchte. Die Auslegung verändert die Regel. Soll es nicht so sein, dass die Regel die Auslegung bestimmt? Ist das nicht widersinnig?
Geändert von Setz-It (08.05.2015 um 14:40 Uhr)
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