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Alt 09.05.2015, 10:07
Akalaze Akalaze ist offline
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Akalaze ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: TIBHAR Evolution MX-S

Ich spiele die Evolution Serie von Tibhar seit nunmehr ca. 2 Jahren. Ich bin vom EL-P über den FX-P schließlich zum MX-P gekommen.
Der MX-P gibt mir die für mein Halbdistanzspiel erforderliche Durchschlagskraft, ist aber technisch schon ziemlich anspruchsvoll für jemanden der im Alter von ca. 45 Jahren erst zum Tischtennis gefunden hat und nunmehr ca. 3,5 Jahre spielt. Ich spiele Vorhand wie Rückhand Topspin. Auf der Rückhand spiele ich den 5 Q Sound, der im Vergleich zum MX-P ein sehr sicherer und fehlerverzeihender Belag ist.
Vor etwa einem Jahr erfuhr ich von dem MX-S und dessen vermeintlichen Eigenschaften. Seit 1 Monat spiele ich den Belag nun auf der Vorhand auf einem Jun Mizutani zlc, dessen Eigenschaften(Katapult und Off Holz) vermutlich den geneigten Kennern bekannt ist.

Mit dem MX-P und dessen vorhandenem Katapult waren die technischen Anforderungen sehr hoch. Kam ich in mein Halbdistanzspiel, hatte ich die notwendige Zeit, meine Schläge auszuführen und mein Spiel erfolgreich zu gestalten. Meine Bilanz mit diesem Belag in der zurückliegenden Saison war nahezu unbefleckt und ich habe dazu erheblich zu unserem Aufstieg in die 1. KK beigetragen. Ließ der Gegner mein Spiel nicht zu und ich geriet unter Druck, bemerkte ich eine sehr hohe Fehlerquote, obwohl ich ansonsten ein sehr sicheres Spiel habe.

Mit der Ankündigung, der MX-S sei im Grunde genommen ein MX-P, der niedrigere Anforderungen an die technischen Fertigkeiten eines TT-Spielers stellt, hoffte ich, die Probleme mit dem MX-P kompensieren und mein Spiel noch sicherer machen zu können.

Ich habe den Belag jetzt ausgiebig im Trainingsbetrieb, aber auch im Wettkampf testen können.

Es ist in vorhergehenden Threads bereits einem Menge über die angeblichen Eigenschaften geschrieben worden. Die Verfasser dieser Threads sind vermutlich auch kompetenter in Sachen Tischtennis wie meiner einer. Aber darin liegt meines Erachtens auch ein Problem bei der Testeritis
Sie überfordern teilweise den nicht so sachkundigen und möglicherweise nicht so hochklassigen Spieler.

Da ich die meisten der Testbeiträge zum MX-P gelesen habe und aus eigener intensiver Erfahrung bestätigen kann, dass der MX-P ein Belag mit extrem viel Potenzial für Spieler mit einer guten Technik und Physis ist, hoffte ich natürlich auf geringere Anforderungen bei nahezu ähnlichem Ergebnis.

Ich habe den MX-S an einem Freitagnachmittag geliefert bekommen und sofort montiert. Aufgrund meiner relativ intensiven Erfahrungen mit den grobporigen Schwämmen der Evolution Beläge ist mir die Klebetechnik bekannt und ich habe sie peinlichst genau beachtet, inkl. der entsprechenden Wartezeiten.
Im Anschluss daran habe ich mich entschieden, ihn direkt am gleichen Tage beim letzten Meisterschaftsspiel in der Kreisligamannschaft unseres Vereins, in der ich aushelfen durfte, einzusetzen, wenn ich nicht beim Warmspielen ein ungutes Gefühl bekommen sollte.

Direkt beim Einspielen fühlte ich mich wohl. Es schien keine sehr große Umstellung. Ich stellte etwas weniger Katapult fest als beim MX-P. Darüber hinaus produzierte der Belag den von mir gewünschten Spin, sowohl im TS als auch auf US. Die Flugkurve war meines Erachtens etwa höher als beim MX-P. Dies machte es mir möglich, den Ball besser und auch öfter nachzuziehen, ohne die mit dem MX-P festgestellten Fehler zu produzieren. Dabei wirkte der MX-S etwas indirekter, so dass ich weniger direkte Punkte damit erzielen konnte als mit dem MX-P.
Im Kurz-Kurz Spiel fühlte ich mich mit dem MX-S von Anfang an wohler.

Topspins aus der Halbdistanz funktionierten sehr sicher, sowohl in der Länge als auch im Winkel. Hierbei machte sich die etwas höhere Flugkurve bei mir sehr positiv bemerkbar. Trotz der Härte des Schwamms konnte ich sehr gut zwischen weichen Topspins mit viel Rotation und harten Topspins variieren.

Mein erster Eindruck war sehr positiv und dennoch wollte ich nicht in Euphorie ausbrechen, weil jeder von Euch dieses Phänomen des ersten Eindrucks bei neuem Material sicher schon einmal kennen gelernt hat. So ein erster Eindruck relativiert sich häufig dann doch wieder.

In den Folgewochen habe ich ca. 4 - 5 mal pro Woche trainiert oder auch gespielt.
Mein erster Eindruck hat sich eher noch verstärkt. Dies wird mir auch von meinen Trainingspartnern so bestätigt.
Mein Spiel ist im Rahmen meiner Möglichkeiten noch einen Tacken sicherer geworden, was meine Gegner zu mehr Risiko und damit auch zu mehr Fehlern verleitet.
Im Augenblick überlege ich, ob ich den MX-S auch auf der Rückhand montiere. Ich habe während der Trainingseinheiten zwischendurch immer mal wieder den Belag auch auf der Rückhand gespielt und dabei festgestellt, dass die Topspins damit doch erheblich druckvoller kamen als mit dem 5 Q Sound. Diesbezüglich werde ich mich dann nach Abschluss der Vorbereitung entscheiden.

Fazit:

Der MX-S ist sicher kein ganz neuer Belag von der Qualität einer "Eierlegendenwollmilchsau", aber er ist eine gute Weiterentwicklung in Sachen Alltagstauglichkeit und damit auch besser einsetzbar für unterklassige Spieler.
Letztlich sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass ein Belag nur dann gut funktioniert, wenn dessen Anforderungen die technischen und physischen Möglichkeiten des Spielers nicht übersteigen, was auch auf andere Materialien übertragbar ist.
Ich habe mit dem Belag die von mir erwünschten Eigenschaften für mein Spiel gefunden, wenngleich ich mein Spiel etwas anpassen musste, weil ich weniger direkte Punkte mit dem MX-S mache.


Für mich ist der Belag eine gute Weiterentwicklung einer bereits hochklassigen Belagserie mit der Möglichkeit auch von unterklassigen Spielern erfolgreich eingesetzt zu werden.
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