Skandalspiel: Neuhausen - Rio Star Muttenz
Da der scheizerische TT-Verband die Vorkommnisse vertuschen bzw. auf möglichst kleienr Flamme halten möchte, und das Ganze nur vom Verursacher des Skandals - dem TTC Neuhausen - thematisiert wird, möchte ich die Begebenheiten hier mal vortragen. Ich schreibe als Unbeteiligter aus neutraler Position gemäss den mir vorliegenden Kenntnissen.
Also was ist vorgefallen. Es finden die beiden Play-Off Halbfinalspiele in der Nationalliga A der Damen zwischen dem TTC Neuhausen und dem TTC Rio-Star Muttenz statt. Gemäss (ursprünglich) gemeldeter Spielerliste ist Rio-Star Muttenz Favorit und sollte eigentlich beide Spiele gewinnen. Neuhausen hat nun die schlaue Idee, zwei sehr starke Spielerinnen nachzumelden, die vorher nie im Einsatz waren und nur die Play-Off Spiele bestreiten sollen. Gemäss Reglement dürfen eingesetzte Ersatzspieler keine höhere Einstufung (Klassierung) besitzen als die gemeldeten Stammspieler. Deswegen wird beim Verband in vollem Bewusstsein der Fehleinstufung und mit Vorsatz für die nachgemeldeten Ersatzspieler eine viel zu tiefe Einstufung vorgeschlagen als es der wahren Spielstärke entspricht. Offensichtlich übernimmt der Verband die vorgeschlagenen Einstufungen ohne genauere Überprüfung der wahren Spielstärke der Spielerinnen. Gemäss Reglement müssen dem Verband bei solchen Spielerinenn Meisterschaftsresultate und Ranking-Positionen der Vorsaison oder von früher angegeben werden (falls vorhanden), die der Verband zu überprüfen hat. Dem entsprechend kann (muss) die Einstufung vom Verband bei massiver Fehleinstufung angepasst werden.
Um das Ganze konkret zu machen. Bei den Spielerinnen handelt es sich um eine Chinesin (Bo Wang) und um Laura Robertson (ehemalige Stumper), Ex-Nationalspielerin und langjährige Bundesligaspielerin in Deutschland. Beide Spielerinnen müssten locker die höchste Klassierungsstufe von A20 erhalten. Sie wurden aber vom Verband genehmigt als A18 bzw. A17 eingestuft. D. h., in Deutschland wäre das ungefähr Damen Oberliga-Niveau oder bestenfalls noch Regionalliga-Niveau. Somit waren sie spielberechtigt.
Wie es nun kommen musste, ist es auch gekommen. Neuhausen gewinnt die beiden Play-Off Spiele und zieht mutmasslich damit ins Finale ein. Nach dem zweiten Spiel legt nun aber Rio-Star Muttenz Protest gegen die Aufstellung von Neuhausen ein (auch rückwirkend für das erste Spiel) wegen offensichtlicher Falscheinstufung der Neuhausener Spierlerinnen.
Und nun sitzt der Veband in der Scheisse. Was tun??
Aus meiner Sicht hat Neuhausen vorsätzlich versucht, die Reglements auszuhebeln und der Verband hat geschnarcht und die Aufstellungen unzulässigerweise so genehmigt.
Keine Ahnung welches Gremium für den Protest zuständig ist, aber erstinstanzlich wurde nun lustigerweise entschieden, dass beide Partien wiederholt werden müssen und zwar ohne den Einsatz besagter Spielerinnen. (Neuhausen spricht immer nur von einer Spielerin, aber eigentlich müssten beide Spielerinnen betroffen sein?!). Neuhausen bekommt aber die Bearbeitungsgebühr für den Protest erlassen.
Es wurden zwei neue Spieltermine angesetzt. Da Neuhausen nun aber seinerseits Rekurs gegen diese erstinstanzliche Entscheidung eingelegt hat, wollen sie dem Aufgebot für die Wiederholungsspiele im Moment nicht nachkommen. Eine groteske Situation!!
Ich bewerte das mit meinen Kenntnissen wie folgt:
Die Entscheidung, die Spiele zu wiederholen, geht aus meiner Sicht nun mal gar nicht. Zum einen besagt sie ja, dass Neuhausen bewusst falsche Einstufungen vorgeschlagen hat, und zum anderen ist es aber ein Eingeständnis des STT Vebands, dass man selber gepennt hat.
Ich weiss nicht in weit das juristisch hält, aber ich würde Neuhausen mit meinen Kenntnissen der Sachlage Betrugsvorsatz unterstellen und die Spiele w/o für Muttenz werten. Gemäss Reglement sind die Vereine verpflichtet realistische Klassierungsvorschläge für neue Spieler zu machen. Ich bin mir nicht sicher aber es gab oder gibt auch einen Passus der besagt, dass bei bewusster massiver Falscheinstufung ein Verein gebüsst werden kann.
Auf der anderen Seite hat Muttenz den Protest erst nachträglich eingereicht und nicht vorab. In wie weit das von Belang ist, bleibt abzuwarten. Neuhausen argumentiert mit gespielt ist gespielt und zwar mit genehmigter Aufstellung!
Die für die Einstufung zuständigen Personen beim Verband müssten aus meiner Sicht mit Konsequenzen rechnen (zurücktreten, entlassen, ...). So wie ich den Verband einschätze wird aber rein gar nichts passieren. Neuhausen wirft dem STT nun vor wie in einer Bananenrepublik zu handeln. Das ist zwar durchaus richtig, verschweigt aber die Tatsache, dass sie selber Auslöser dieses Handelns sind!
Der oder die verantworlichen Trainer, auf dessen oder deren Mist das gewachsen ist, haben interessanterweise noch verschiedene Positionen bei den Verbänden inne. Aus meiner Sicht sind Personen in diesen Ämtern nicht tragbar, die auf solche Art und Weise versuchen das Reglement auszuhebeln.
Wie gesagt sind das meine Schlussfolgerungen basierend auf der Faktenlage und den Kenntnissen, die ich von der Sache habe. Sollte das eine oder andere kleine Detail nicht stimmen kann dies von entsprechender Seite gerne korrigiert werden.
Geändert von JanMove (12.05.2015 um 10:10 Uhr)
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