|
AW: Anarchie, Privatrechtsgesellschaft, Staat und sonstige Utopien
"Eriko", Dir gebührt eine Medaille für die meisten Japan-Stereotype und Klischees, die ich je in einem Text gelesen habe. Welche Literatur liest Du? Reiseführer? Es ist wirklich so haarsträubend und grotesk falsch, dass ich gar nicht en detail auf alles eingehen kann.
Wäre es Dir recht, wenn ich Deine Beiträge kopiere und an unsere (Japanologie-)Studenten verteile? Als deutliche Mahnung, dass wissenschaftliche, reflektierte und differenzierte Auseinandersetzung mit Japan heute offenbar wichtiger und dringender ist, als man es - nota bene 101 Jahre nach Gründung des ersten Lehrstuhls für Japanologie im deutschsprachigen Raum - annehmen würde?
Als Dankeschön kann ich Dir die Leseliste unserer Abteilung zuschicken. In der Hoffnung, dass es einen Denkprozess auslöst. Vielleicht täte Dir auch ein Japanaufenthalt gut. Wenn es nach Osaka gehen sollte, kann ich Dir eine (nicht so) kleine Liste mit Vierteln aufschreiben, die Du meiden solltest, wenn Dir an Unversehrtheit und Deinen Habsamkeiten gelegen ist.
So sehr ich Deine Faszination für das Land nachvollziehen kann (und teile!) - Japan ist ganz sicher nicht die paradiesische "insulare Alternative" im rousseauschen Sinne, nach der manche sich zu sehnen scheinen. Und ganz sicher auch als Kulisse absurder Anarchiephantasien gänzlich ungeeignet.
|