Einzelnen Beitrag anzeigen
  #247  
Alt 15.06.2015, 19:43
Friendshipper Friendshipper ist offline
registrierter Besucher
Junior-Forenmitglied
 
Registriert seit: 19.03.2007
Ort: Neustadt i. Sa.
Alter: 45
Beiträge: 71
Friendshipper kommt allgemein ganz gut an (Renommeepunkte mindestens +60)
AW: European Games Baku 2015

Tja, das war das Herren-Team-Event der EG'2015

Es gibt einen verdienten Sieger: den amtierenden Europameister Portugal.
(Ein Triumph Frankreichs hätte immer einen kleinen Beigeschmack gehabt, da der Semifinal-Sieg "fast" als Geschenk angesehen werden kann - wofür ja Frankreich selbst nichts kann. Die haben halt das Geschenk angenommen!)
Portugal musste sich seit der ersten Runde jeden Zähler sportlich erkämpfen.

Der große Verlierer ist der Sport: Die ganze Ersatzmann-Problematik ist auch ein Aspekt der viel zitierten Unprofessionalität - und somit Schuld daran, dass unser Sport sich medial nicht behaupten kann.
Der Zuschauer greift sich doch an den Kopf bei einem derartigen Halbfinale (bei der Premiere eines kontinentalen Großereignisses).
Immerhin hat sich Roßkopf dazu verleiten/hinreißen lassen, ein völlig motivationsloses Doppel zu erzwingen. Es lag in seiner Hand, den Spuk mit einem 0:3 ein schnelles Ende zu machen (indem er Boll als Doppelspieler nominiert hätte), aber dann wäre diese "hochklassige" Partie - immerhin ein Halbfinale bei den ersten Europaspielen - bereits nach dem Eröffnungseinzel zu Ende gewesen :-(
Das Argument "Test einer Doppelpaarung" kann ich nicht gelten lassen: dafür fehlte mir eindeutig das Feuer im deutschen Doppel - das sich ja als potientielles Olympiadoppel präsentieren sollte!


Das Argument "Alle Teams müssen nach den gleichen Regeln spielen Verletzung gehören eben dazu" ist doch ein Witz. Im Vordergrund steht doch der Sport, der Spitzen-Sport!!! Eine bessere Variante wäre doch ein Vierer-Team gewesen. Damit kann der Trainer zumindest einen Ausfall kompensieren. Oder man entscheidet sich für das WM- (=ECL,=TTBL) System. Da hätte Rossi Boll an drei stellen können und kampflos abgeschenkt, aber Dima und Patti hätten max. 4 Einzel gehabt, eine Partie zu entscheiden.
Da macht auch eine Niederlageim Eröffnungseinzel von Baum gegen Habesohn noch keine Gesamt-Niederlage...


Die bisherigen Gewinner sind für mich:

Lebesson: (3:1 gegen Samsonov und 3:1 gegen Ovtcharov), dessen schnelle, explosive und risikoreiche Spielweise an Gatien erinnert.

Geraldo: (3:0 gegen Crisan, 3:2 gegen Fegerl und 3:0 gegen Mattenet),
der den Schwung des portugisischen Teams sein Lissabon'2014 voll mitnimmt und sich von dieser sportlichen Euphorie-Welle tragen lässt. Ihm merkt man deutlich an, dass er seinen "drei Vorgesetzten" - Freitas, Apolonia u. Monteiro - in nichts nachstehen will. Das tut auch dem portugisischen Team gut.
Ekaterinburg wird für Deutschland kein Selbstläufer - eher ein heißer Tanz!!!

Österreich: wie schon im Forum geschrieben auch ohner Schlager und Chen ein Top-Team in Europa (s. auch letzten World-Team-Cup). Das Olympia-System kommt denen zu Gute, da sie auch starke Doppel bilden können. Der 3:0-Erfolg gegen das ebenso hochgehandelte Russland bestätigt dies.

***

Leider geht es mit den einstigen Lieblingen etwas bergab: Crisan, Kreanga und leider auch Vladi waren immer Führungsspieler - müssen aber des Alters wegen immer öfter böse Niederlagen - gegen einst schwächere Spieler - hinnehmen.

Geändert von Friendshipper (15.06.2015 um 19:48 Uhr)
Mit Zitat antworten