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AW: Skandal-Spiel: Neuhausen - Rio Star Muttenz
Hallo Zusammen,
ich bin auf diese Seite aufmerksam geworden und erstaunt was hier alles so geschrieben wird. In der Schweiz ist es tatsächlich so, dass man bei Meldung eines neuen Spielers als Verein einen Klassierungsvorschlag abgeben muss. Dieser wird dann vom Verband geprüft und gegebenenfalls angepasst. Im Fall von Laura Robertson lagen dem Verband alle Angaben vor, die man auch in Deutschland im Internet über mytischtennis etc. einsehen kann. Unter anderen auch Stammspielermeldung Position 1.6. beim Bundesligisten TTC Bingen. Ich habe diese selbst eingereicht. Der Verband hat geprüft und die Einstufung für gut befunden, deshalb war es möglich Laura direkt in den Playoff Spielen einzusetzen. Hätte der Verband die Klassierung hochgestuft hätte Laura als Ersatzspielerin, die Nr. 1 Denisa Zancaner (A 20), dreimal ersetzen müssen um Stammspielerin zu werden und wäre dann ebenfalls für die Playoffs spielberechtigt gewesen. Man hätte also ohnehin mit der Mannschaft antreten können. Wang Bo war niemandem bekannt. Sie wurde mir als C-Klassespielerin von Ma Wenge empfohlen. Sie lebt seit zwei Jahren in den USA und spielt dort kein Tischtennis mehr. Sie hat in den Halbfinalspielen aber sehr gut gespielt, auch wenn ihre Bilanz mit 3:3 nicht überrragend war.
Das Laura und Wang für den TTC Neuhausen spielen können war schon Wochen vor den Playoffs, bei Zuteilung der Spielberechtigung mit der genehmigten Einklassierung, klar und für jedermann im Internet ersichtlich und nachlesbar.
Es sind also lediglich zwei Spielerinnen zum TTC Neuhausen gewechselt, die ohnehin hätten spielen können. Nur es ist nicht nötig jemanden dreimal vorher antreten zu lassen, wenn es nicht sein muss.
Schauen wir uns doch hier zum Vergleich mal die Situatuion beim Protestgegner TTC Rio Star Muttenz an. Der Verein ist seit knapp 10 Jahren (gefühlt 100 Jahre) am Stück bei den Herren Schweizer Mannschaftsmeister. Möglich wird das durch zwei Chinesische Spieler, die in der Regel alle ihre Spiele gewinnen. Sie sind die zwei stärksten Spieler im Land. Hu, der Spieler der schon länger in der Schweiz ist, wurde in seiner 1. Saison, meines Wissens (da muss man vorsichtig sein), vom Club mit A 16 als Klassierungseinstufung vorgeschlagen, was vom Verband genehmigt wurde. Dasselbe knapp fünf Jahre später mit Chenbowen. Er kam vom selben Club aus Shanghai wie Hu und wurde, so wie ich das in Erinnerung habe, auch mit A 16 (oder A 18), nicht aber A 20, vom Club vorgeschlagen und das wurde so vom Verband nach Prüfuung genehmigt, obwohl absehbar war das er nicht nur ein Durchschnittsspieler sein würde, sondern eher derjenige der behliflich sein wird dem Verein weiterhin den nationalen Titel zu bescheren. Und wie läuft das jetzt? Hu spielt seit Jahren in der zweiten Mannschaft (NLB). Hat diese Mannschaft den Klassenerhalt sicher ersetzt er dreimal den A 20-Spieler Chenbowen (oder mittlerweile auch Elias Schmid) in der 1. Mannschaft. So kann er rechtzeitig zu den Playoff Spielen, wenn es wichtig wird, eingesetzt werden und Muttenz gewinnt wieder einmal die nationale Meisterschaft. Das heißt in einer Saison führt ein Spieler mit seinen drei Einzelsiegen pro Spiel (+Doppel) die zweite Mannschaft zum Klassenerhalt, um danach in den Playoffs entscheidend dazu beizutragen damit man praktisch konkurrenzlos wieder gewinnt. Und das wird auch in den nächsten Jahren wohl so weitergehen. Aber es regelkonform und deshalb kann man dem Verein keinen Vorwurf machen.
Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Aus meiner Sicht waren die Halbfinalspiele keine Skandalspiele. Der Skandal, wenn man das so nennen kann, war die die Entscheidung des NL-Vorstands einen Protest zuzulassen, bei dem es um Klassierungseinstufung und Spielberechtigung geht. Das alleine hat der Verband zu entscheiden und auf diese Gültigkeit müssen sich die Clubs auch weiterhin verlassen können, sonst haben wir bald nach jedem Spiel einen Protest der bearbeitet werden muss.
Beste Grüße
Pedro Pelz
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