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AW: TIBHAR Evolution MX-S
So nach mehrwöchiger Testphase würde ich auch mal einen Testbericht abgeben.
Gespielt wurde der MX-S in max, rot, 114g OVP, auf der VH auf einem Victas FF AC und einem Victas FF FC. Spielanlage offensiv, Bezirksliga, TTR ~ 1750. Vorherige VH-(Test-)Beläge die zum Vergleich herangezogen werden könnten: T05, Victas V01, Skyline TG3Neo, P7.
Allgemeines: Der MX-S ist sehr katapultarm, sehr spinnig, relativ schnittunanfällig, entfaltet hohe Temporeserven bei tangentialen Treffpunkt, ist bei orthogonalen Treffpunkt sehr stumpf und verfügt nach meinem Empfinden über einen mittleren Ballabsprung.
Eindrücke zu den Hölzern: Anfangs wurde der MX-S auf dem FF AC gespielt, im Vergleich zum T05 den ich vorher drauf hatte ist mir der Ballsprung und die Dynamik im ersten TS zu sehr abgesackt, so dass ich den Belag auf ein FF FC umgeklebt habe. Die erhöhte Spinfreudigkeit, Bogen und Katapult des FC haben diesen Effekt bei minimaler Tempoeinbuße und Kontrollsteigerung weitestgehend behoben.
AS Annahme und Kurz-Kurz: Durch die relative Schnittunanfälligkeit (woher sie auch immer kommt) geht die AS-Annahme sehr gut von der Hand. Im Kurz-Kurz ist der Belag aufgrund seiner Charakteristik wirklich klasse. VH-Flip geht auch sehr gut.
Aufschlag: Geht sehr schnittig und gut zu dosieren. Bin jetzt aber auch nicht wirklich ein Aufschlagriese.
Block: Ging mit dem FF AC wiederum besser als mit dem FF FC, was aber auch klar sein sollte. Generell geht einfach hinhalten nicht so gut, da kamen immer wieder so stumpfe Abtropfer zustande, der Ball möchte somit schon ein kleines bisl geführt werden. Bin mir mit dem FC und MXS nicht sicher ob die Unlinearitäten beim Block von schlechter Tagesform kommen oder ob ich hier nochmal vertieft an Schlägerhaltung/Balltreffpunkt arbeiten muss.
TS auf Unterschnitt: Eine der Paradedisziplinen des Belags. Der MXS deckt hier so gut wie alle spielbaren Variationen ab und vermittelt zum Teil eine erstaunliche Leichtigkeit. Sehr linear und viele "Gänge" abrufbar, dadurch auch sehr gut zu steuern. Leichtes Anziehen mit kurzen Impuls aus dem Unterarm - sehr einfach, Fallen lassen und Bogenlampe mit massig Spin - sehr gut möglich und unangenehm für jeden Gegner, Schlagspin/schnellere Eröffnung auf US - von moderat bis Rakete geht da bei entsprechendem Körpereinsatz alles.
Offenes Spiel (TS auf Block/TS auf TS) vom Tisch bis Halbdistanz: Hier muss ich etwas weiter ausholen. Einfach schreiben das geht gut und das nicht ist hier nicht möglich da auch (Timing-) technische Defizite meinerseits in die Betrachtungen einfließen müssen.
Die eingangs beschriebene Charakteristik zwischen tangential sehr dynamisch und orthogonal stumpf führt dazu, dass der Belag Fehler beim Timing und der Beinarbeit/Stellungskorrektur recht hart bestraft. Was heisst das nun? Stehe ich beim TS auf Block oder TS auf TS am Tisch recht tief und nehme den Ball relativ früh in der aufsteigenden Phase nach vorne mit, dann ist der Belag erste Sahne sowohl von der Tempodosierung und Kontrolle als auch von der möglichen Endgeschwindigkeit. Rutschte meinem Gegner aber mal ein Block ab und ich ließ den Ball auf Über-Ellbogenhöhe und zu weit nach hinten (Höhe Schulter) springen so produzierte ich beim TS einen Fehler oder einen qualitativ minderwertigen Ball - weil ich eben die tangentiale Ebene nicht mehr halten konnte und der Belag dann wenig Unterstützung liefert.
Aus der Halbdistanz das gleiche - nach vorne durchgehen und tangential treffen ist das A und O ansonsten verhungert der Ball im Netz. Im Gegensatz zu Am Tisch kann man in der HD den Ball nach dem Verpassen der aufsteigenden Phase aber noch fallen lassen um dann wieder von unten tangential aufzuziehen - aber auch hier ist dann viel Einsatz gefragt, da kaum Katapult vorhanden ist. Daher gibt es für weit hinter dem Tisch "rumeiern" oder reinheben meiner Meinung nach bessere Beläge, da der MXS hier kaum Unterstützung liefert.
Mein Fazit: Der MXS ist im Aufschlag und Eröffnungspiel erstaunlich gut zu kontrollieren und bietet viele Optionen in Sachen Spin. Im offenen Spiel offenbart sich dann sein Anspruch für fortgeschrittene Angriffspieler mit viel Körpereinsatz, Beinarbeit und gutem Balltreffpunkt. Sind diese Voraussetzungen gegeben, so kann man schon gut rumbolzen und gegenziehen was das zeug hält.
Gruß Flo
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