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Alt 07.04.2004, 16:05
noreflex noreflex ist offline
speedschnecke
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noreflex ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Wechsel von Angriff auf Abwehr

@all

Angebot zum Einschlagen:

Wer bereits RH und VH-Angriff beherrscht, braucht den nicht an der Garderobe abgeben, bevor er die Halle betritt. Wenn seine Abwehr stabil ist, setzt er beide Angriffs-Seiten ein.

Wer bisher (Ich!) fast nur VH angreift und die RH traditionell mit LN spielt, muss jetzt nicht RH TS erlernen, um in der Gemeinde Anerkennung zu finden.

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Mich hat Joo z.B. ermutigt, diesem Schönheitsideal (saubere, elegante Abwehr mit nahezu Null-Fehler-Quote und beidseitigem, variablen Angriff = moderne Abwehr) zu entkommen und mein eigenes Spiel zu akzeptieren. Da spielt eben nur die VH eine Rolle. Und die Versuche, gegen gutklassige Angreifer am Tisch schön mitzuspielen und Block und Konter erfolgreich zu verwenden, sind auch verworfen. Hier fehlen mir die antrainierten Reflexe und die Antizipation. Durch die Blockerei mit hohen Fehlerquoten habe ich auch kaum abschrecken können. Nebenwirkung: meine Abwehr war kein sicherer Rückhalt mehr. Block und Konter kommen bei mir vor, sind aber nicht meine Waffen.

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Ich kenne einen Abwehrer (VL oben, positiv), der VH und RH sowohl TS als auch Schuß spielt. Er dreht dazu seinen Schläger (VH Tack. C, RH Feint).

Manchmal ist das Spiel für den Angreifer schon vorbei und er war immer noch nicht hinten in der Abwehr. Obwohl alle erwarten, dass er doch nach hinten gehen müßte, gewinnt er viele Punkte durch Angriff und forced errors. Er nutzt häufig nahezu jede Chance, um den Angreifer vor dessen "ultimativem Hammer-TS" auszuplatzieren. Meist reicht dazu ein parallel angezogener RH-Angriff mit LN oder RH Top mit NI. Oder er zieht mit der VH einen Schupf (läßt er unter den Tisch fallen) diagonal an, während der Gegner mit einem US-Schlag rechnet und sich gerade in der eigenen RH aufbaut. Dadurch enden viele Ballwechsel für den Angreifer unerwartet und er kann kaum seinen Angriff aufbauen. Die beidseitige Drohkulisse führt auch zu einem hektischeren und risikoreicheren Agieren der Angreifer mit entsprechender Fehlerquote.

Nachteil dieser Strategie: der Grat ist schmal. Irgendwann kommt er aus dem Gedaller mit den leicht angezogenen platzierten Bällen nicht mehr heraus und verwickelt sich in Konter- TS- Duelle, die er nunmal nicht so sicher beherrscht. Die dann irgendwann einsetzende Flucht in die als sichere Bank geglaubte Abwehr gelingt deshalb nicht, weil er auch dann von hinten immer dazu neigt, gegenzuziehen. Eine saubere US-Abwehr gelingt dann nicht mehr.

So gewinnt er manchmal genial und ein andermal verliert er gegen vermeintlich schwache Angreifer, die sein Gedaller abkönnen. Er kann dann nicht mit sauberer Abwehr und gelgentlichen Angriffen punkten, weil er an das Dallern gewöhnt ist.

Jede Medaille hat also zwei Seiten.

Wer beidseitig mit Angreifern mittun will, wird die Abwehr vernachlässigen. Wer mit LN agiert, wird in oberen Klassen (>VL) selten beidseitig erfolgreich angreifen und zusätzlich eine saubere Abwehr bringen.

Oder gibt es solch ein Spieler-Exemplar?

Würde ich gerne mal beobachten, wie das unter einen Hut geht.

noreflex
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Es ist von großem Vorteil, die Fehler, aus denen man lernen kann, recht früh zu machen.

Winston Churchill

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