Weil es gerade in einem anderen Thread ums Essen und (Wein)Trinken geht, hier mal die letzte Situation, die mich angekotzt hat.
Gar nicht lange her, da machten wir im Frankenland eine kleine Radtour am Main entlang. Völlig entspanntes Cruisen auf 'nem Radweg natürlich

In der gesegneten Mittagszeit kamen wir in Sommerhausen an. Das schreit natürlich nach gutem, bodenständigen fränkischem Essen. Alle Restaurants, bis auf ein Sternerestaurant, das noch nicht mal was mit regionaler Küche am Kittel hatte, sondern Atlantikseewolf vom kleinen Kutter (Was immer das heißen mag, wohl so was wie handmassiert bevor er eins über den Schädelgezogen gekriegt hat.) anboten, waren dicht. Trauerfall, da kann man nix machen - beileid, aber Betriebsferien und Ruhetag mitten in der Woche der Hochsaison, na ja...Was soll so ein Scheiß
Gut einen Tag später sind wir dann im
Ehrbar bestens entschädigt worden
Ein Schäufele, das seit dem jeden Donnerstag (Schäufeletag) bei mir den Reiz auslöst mich ins Auto zu setzen. Mit wirklich hausgemachten Klößen. Da kriegste dann noch viele andere echte regionale Köstlichkeiten. Ein Backhändl vom Maishahn - phantastisch. Fränkisches Vitello - also nicht mit Thunfischsosse sondern mit fränkischem Meerrettich, sonst die selbe Machart. Zum niederknien. Zum Spaß hatte ich mir mal einen unfränkischen Nachtisch bestellt und eigentlich nix erwartet. Creme Brulee. Hat um die 4 Euro gekostet. Hammer, echt unglaublich! Dazu wurde 'ne Kugel hausgemachtes Himbeereis gereicht, dass einfach nicht zu toppen ist.
Zum Schäufele gab's natürlich ein Weissbier - Kauzen von nebenan aus Ochsenfurt. Ganz anständig. Auch die fränkischen Weine müssen sich nicht verstecken! Wer da zum Essen nix passendes findet, dem ist nicht mehr zu helfen
Gutes Essen für 'nen schmalen Euro zu finden ist recht schwierig. Im Frankenland stehen die Chancen aber wirklich recht gut

So gut wie bei Sebastian in der Ehrbar hatte ich für recht wenig Geld das letzte mal vor ca 17 Jahren im Piemont in der nähe von Alba gegessen. Da hatte die Mama noch selbst in der Küche gestanden und nicht so ein bemützter Schaumschläger. Von den besseren (angesagten) Köchen (mit oder ohne Stern(e)) sind mir nur der Holger Stromberg und der Björn Freitag (Der allerdings den falschen Verein bekocht

) in Erinnerung geblieben.
Ein besonders Erlebnis hatten wir mal vor mehr als 20 Jahren in Neumarkt (Südtirol) beim Dipoli. Der 1. Mai war's und wir wollten was Essen gehen. Hatten am Kalterersee gezeltet und das Wetter war mäßig. Alles dicht nur der Dipoli im kleinen Neumarkt hatte auf. Kannten wir da noch nicht. War nach der Sucherei schon nach 15 Uhr und die Hoffnung schwand überhaupt noch was zu kriegen. Meister Dipoli sagte, dass die Küche zwar schon dicht sei, er aber mal den Koch fragt, ob er noch 'ne Kleinigkeit für uns machen würde. Das tat er dann. Köstlichst - wir kaumen aus dem Staunen nicht mehr raus. Dazu reichte er uns unglaublich tolle Weine. Unter anderem einen Brunello Soldera Case Basse. Zum Schluß gab es noch Espresso und er meinte, dass wir doch noch mal seinen neuen Waldhimbeergeist probieren müssten. Als er in dem kleinen Lokal, in dem wir ganz allein an zwei zusammengeschobenen kleinen Tischen saßen, die Flasche öfnete, roch das ganze Lokal nach Himbeeren.
Wir waren reichlich angelascht und hätten sicher nicht mehr fahren dürfen - egal. Ist passiert. Dann kam die Rechnung

350 DM hat uns der Spaß gekostet. War ziemlich genau das letzte Bargeld, was wir noch in der Tasche hatten. Haben natürlich ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt, war ja wirklich lecker und gut, nur war das damals nicht unsere Preisklasse und in dem kleinen unscheinbaren Laden haben wir da auch nicht mit gerechnet. Dass er schon damals ein angesagter Weinguru war, wussten wir auch nicht. Heute kriegste für 350 DM (Bzw ca 150 €) nicht mal mehr 'ne Flasche Soldera...
Womit ich zu meinem zweiten Aufreger komme: Abartig, was heute z.T. für eine Flasche Wein oder auch Whisky verlangt wird. Beim Essen ist es auch nicht viel besser