|
AW: DHS Power G7
Ich spiele es seit 4 Monaten und finde es richtig gut. Ich spiele tischnah offensiv, beidseitig TS als Eröffnung, mit der VH wird mit TS nachgegangen, Rückhand auch gern Block/Konter.
Seit ich mich auf das Abenteuer NEO H3 eingelassen habe, war mir mein Vorgängerholz (Sanwei HC.5) etwas steif, der H3 braucht etwas flexiblere Hölzer und das PG7 passt da ganz hervorragend.
Mein Exemplar wog bei Anlieferung 90g und hatte die Blattmaße 162x153mm,also deutlich größer als die Katalogangaben 159x152mm, also habe ich es auf die Katalogangaben abgeschliffen. Nun ist es zwar noch immer recht groß, aber von Kopflastigkeit keine Spur, der Schläger wiegt mit NEO H3 max. auf VH, Palio CJ800 Spin max. auf RH und doppellagigem Overgrip um den Griff 185g und ist richtig schön ausgewogen. Der konkave Griff ist hinten recht kräftig aber doch recht konkav geschnitten, also dort, wo die Flügel im Griff verschwinden für mich etwas zu dünn, deshalb das Overgrip.
Ich habe noch ein ca. 20 Jahre altes und oft gespieltes Donic PPP, das ist bezüglich Anschlaggefühl meine Referenz, kurzer und präziser Impuls und dann recht schnell Ruhe (langes Nachvibrieren hasse ich...). Das PG7 war anfangs etwas "schwammiger" im Anschlag, aber das ist wohl wie bei Geigen und Gitarren, die müssen sich erst ordentlich einschwingen. Inzwischen kommt die Ballrückmeldung des PG7 meinem Ideal schon sehr nah! Im Vergleich mit meinem alten PPP ist das PG7 einen Hauch flexibler (aber nicht viel), der Ballanschlag und damit die "dwell time" aber doch deutlich weicher (Limba statt Koto als Außenfurnier). Die TS mit dem NH3 kommen mit dem PG7 im Vergleich zum PPP ein klein wenig langsamer, aber sicherer und mit wirklich deutlich mehr Spin und etwas höherem Ballabsprung, also insgesamt einfach besser. Man kann den Ball bei langsamen TS auch besser führen als mit dem PPP, heraus kommen extrem spinnige TS mit genau der richtigen Länge. Das sind in meinen TTR-Regionen (um 1450) sichere Punkte, da kommt nix zurück.
Aufschläge sind ein Traum mit der Kombi. Habe noch nie so viele Punkte damit gemacht wie jetzt, teilweise auch gegen Leute mit 200TTR mehr als ich. Konter/Block ist eh eine Stärke vieler China-Beläge, da ändert auch das PG7 nichts dran.
Das PG7 hat einen recht ordentlichen Katapult, der aber erst etwas später einsetzt. Topse im China-Style mit langem Arm voll durchgeröhrt kommen als echte Granaten, allerdings muss man ordentlich arbeiten, um in diese Tempo-Regionen vorzustoßen. Dafür ist die Kombi im passiven Spiel wirklich super kontrollierbar. Bei der AS-Annahme kann man die Bälle recht früh spielen, dabei z.B. ordentlich US reinhacken und die werden trotzdem nicht zu lang.
Halbdistanz funktioniert auch gut, ist aber nicht wirklich mein Spiel. Einzige Schwäche: Schuss, da sind steifere Carbon-Hölzer einfach besser. Aber da ich meist tischnah mit variablen TS agiere und nur wirklich hohe Bälle schieße, spielt das für mich kaum eine Rolle.
Achja, Verarbeitung? Nichts zu meckern! Furniere sehen gut selektiert aus, scheinen auch alle aus einem Stück zu bestehen. Die Flügelkanten habe ich noch ganz leicht abgerundet und das Blatt dünn versiegelt.
Fazit: gut kontrollierbares Topspin-Vollholz, medium flexibel (genau zwischen klassischen 5- und 7-Schichtern), Ballanschlag medium-soft speziell mit etwas härteren Belägen wie dem H3 harmoniert es super.
Grundgeschwindigkeit OFF- bis OFF, also nicht superschnell, aber mit ordentlich Katapult, wenn man etwas damit arbeitet. Preis/Leistung dürfte kaum zu schlagen sein.
Matze
|