Einzelnen Beitrag anzeigen
  #1  
Alt 25.04.2001, 22:45
Pfannaflicka Pfannaflicka ist offline
Roaner Urgestein
erfahrenes Forenmitglied
 
Registriert seit: 23.04.2001
Ort: Donauwörth
Alter: 60
Beiträge: 315
Pfannaflicka ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Die Diskussion über die neue Ausländerregelung ebbt allmählich, wie´s scheint, wieder ab. Ich denke, man sollte das Thema mal in einen etwas größeren Zusammenhang stellen - und zwar den der Personalpolitik, die ein Verein betreibt.
Was meint ihr dazu? Was ist sinnvoll? Ich bin der festen Überzeugung, dass man im Tischtennis zwar mit Geld recht schnell aus niedrigen Klassen nach oben kommen kann (immer relativ; für mich ist es schon ziemlich weit oben, wenn ein Verein aus der 2. Bezirksliga bis in die Bayernliga durchmarschiert), aber die Gefahr, dass man ein Vereinsgefüge damit nachhaltig beschädigt, ist dabei sehr groß. Entweder baut man nämlich dann nur eine Mannschaft auf, die dann losgelöst wie ein Raumschiff über allem anderen schwebt, weil eigene Leute verägert das Handtuch geworfen haben, oder man puscht dadurch kurzfristig auch die unteren Mannschaften hoch. Das Kartenhaus fällt aber dann ganz schnell zusammen, wenn das Geld ausgeht. Und wenn dann die eigenen Leute auch weg sind oder aufgehört haben, dann steht so ein Verein nach einigen Jahren schlechter da als zuvor. In meiner Umgebung schaut es bei einem Verein gerade genau so aus, als sollte das passieren.
Noch krassere Fälle gibt es natürlich auch. Wenn da jetzt ein SV Adelsried aus der 2. Bundesliga ins Bodenlose abstürzt, dann hat das natürlich vordergründig mit der Ausländerregel zu tun. Aber da steckt halt doch mehr dahinter: Die Sponsorengelder flossen nicht mehr so wie früher, und die Falltiefe hängt halt vor allem damit zusammen, dass der Unterbau im Verein völlig vernachlässigt wurde (die 2. Mannschaft spielte vor einem Jahr wenigstens noch Landesliga, stieg ab und fiel dann auseinander, mit der Jugendarbeit schaut es seit Jahren ganz schlecht aus).
Fazit: Was treibt manche Leute eigentlich um, die in einer Sportart wie der unseren, wo das Publikumsinteresse nie riesig sein wird, den kurzfristigen Erfolg einkaufen wollen? (Ich kann noch kapieren, wenn man einige gute junge Leute hat, dass man dann sagt: Okay, wir brauchen jetzt einen Spitzenspieler, damit wir noch eine Liga höher kommen und unseren guten Nachwuchs halten können. Aber eine ganze Mannschaft "zusammenzukaufen", kann ich nicht nachvollziehen.)
Dass ich als guter Spieler, wenn ich die Möglichkeit habe, das Geld nehme und da spiele, wo ich am meisten kriegen kann, kann ich verstehen (mehr nicht, dazu bin ich halt nicht gut genug). Aber aus der Sicht eines Vereinsverantwortlichen kann ich es nicht verstehen.
Vielleicht gibt es ja ein paar verantwortliche Leute von höherklassigen Vereinen, die mir das mal erklären können!
Mit Zitat antworten