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Alt 27.08.2015, 16:06
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powerpaul powerpaul ist offline
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AW: t.h.c.b.

Zunächst mal eines vorweg:

Thomas Hölzer sind von der Verarbeitung her mindestens gleichauf mit den Japan-Hölzern der bekannten Hersteller!

Ich hatte vor längerer Zeit ein Holz bei ihm fertigen lassen mit den Vorgaben, ein "Vollholz-Rutis" zu bekommen.

Das Holz hat die Nr. 274, einen konischen Griff (ähnlich Johansson) und ist 5,8 mm dick mit Aufbau Abachi-Koto-Nußbaum, Gewicht liegt bei 89 Gramm, wenn ich mich nicht irre.

Die Kommunikation mit "Wizo" war super, er hat mir auch genau erklärt, warum er von meinem erst geplanten Aufbau (Kiri-Mahagoni-Nußbaum) abweichen würde, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten.

Das Ergebnis (im Vergleich zum Rutis), getestet an 2 Trainingsabenden mit VH Evolution MX-P 2,2 mm, RH Nimbus 2,0 mm:
Das 274 ist ein Offensiv-Holz mit genug Tempo, klarem Anschlag, der nicht zu hart ist und relativ niedrigem Ballabsprung.
Soweit so gut, im Spiel dann die auffälligsten Unterschiede zum Rutis:

Aufschlag/Rückschlag - hier hat das Wizo-Rutis ganz geringe Vorteile, da es etwas weicher ist, ist es leichter, die Länge bei Aufschlag/Rückschlag zu bestimmen. Vom Effet her kein (merklicher) Unterschied, das Rutis ist einen Tick unempfindlicher (mit gleichen Belägen) auf Schnitt des Gegners. Unentschieden.
Schupf: Wieder ein leichter Vorteil, da man den Ball stärker spürt als beim Rutis. (Leichter) Vorteil Wizo 274.
Block: Beim Rutis ist das ein Winner-Ball, das Holz hat mit dem entsprechenden Belag eine eingebaute "Blockgarantie" durch den direkten Ballabsprung und die Präzision. Das Wizo-Holz 274 hat einen etwas höheren Ballabsprung als das Rutis, dadurch ist der Block zwar gut, aber nicht ganz so traumwandlerisch sicher wie mit dem Rutis. Das gilt für VH wie RH. Vorteil Rutis.
Eröffnung auf US:
Hier gibt es einen Vorteil auf der RH, durch die etwas geringere Härte und etwas höhere Elastizität ist die RH-Eröffnung mit Topspin einfacher mit dem 274 als mit dem Rutis. Auf der VH ist allerdings der höhere (verglichen mit dem Rutis) Ballabsprung gewöhnungsbedürftig, die Fehlerquote ist etwas höher als mit dem originalen Rutis (kann aber auch nur Trainingssache sein, da nur 2 mal getestet). Unentschieden.
Topspin auf Block:
Das 274 macht mehr "Bogen", Vorteile dadurch für mich, wenn ich gut stand und voll "nach vorne" ziehen konnte. Dieser Ball ist das Highlight beim Wizo 274. Nachteile gab´s dann bei größerer Entfernung vom Tisch, da hat das Rutis mehr Dampf. Unentschieden.
Schuss:
Wie beim Block hat das Rutis eine "Trefferquote nahe 100%" beim Schuss, zielen, ausholen, treffen. Das Wizo 274 ist allerdings auch richtig gut für Schüsse geeignet, hat aber nicht ganz die Präzision und Durchschlagskraft des Rutis. Leichter Vorteil Rutis.
Ballgefühl:
Ganz klar, die Ballrückmeldung des Wizo 274 ist ausgeprägt vorhanden, das Ballgefühl ist toll (erinnert an alte Stigas, ohne störende Vibrationen). Das Rutis bin ich seit 4 Jahren gewohnt, die kurze, knackige Rückmeldung, das relativ harte Spielgefühl muss man mögen. Unentschieden.

Fazit: Das Wizo-Rutis (274) macht Spass, es ist ein tolles Holz mit einer Spitzen-Verarbeitung. Letzlich wurde es nur deshalb nicht weiter gespielt, weil ich "mein" Rutis seit nunmehr 4 Jahren gewohnt bin und wohl auch innerlich gar nicht wechseln will. Lustigerweise waren die Trainingsergebnisse in etwa gleich wie mit dem Rutis... SOLLTE ich das Holz nochmal wechseln, ist das Holz Nr. 274 mein erster Kandidat, vielleicht neben einem Barwell Fleet.
Gute Arbeit, Thomas!
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Holz: Nittaku Barwell Fleet FL, VH: Test schwarz, RH: Test rot
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