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Alt 18.09.2015, 09:40
User 17544 User 17544 ist offline
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Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Man kann dem sicherlich viel Negatives abgewinnen - aber ich finde auch viel Positives!!!

Wie ich bereits 2013 schrieb ( http://forum.tt-news.de/showpost.php...ostcount=18851 ) sind selbst 10% Wähleranteil von Rechten oder Populistischen Parteien immer noch grob 15% unten vergleichbaren Parteien in den Nachbarländern!
Puh, mir gelingt es nicht dem hier doch recht deutlichen Anstieg (Ich tippe auf eine Verdoppelung innerhalb recht weniger Jahre. Gesicherte Zahlen dazu sind leider nicht wirklich zu finden.) was Positives abzugewinnen.

Ob Prozentangaben in dem Fall beruhigend wirken können, vermag ich auch nicht so zu deuten. Spielereien mit Zahlen mag ich eh nicht. 10% von 80.000.000 wären immerhin 8.000.000, was dann im Prozentevergleich schon mal dazu führen kann, dass diese 8.000.000 Menschen fast so viele sind, wie z.B. die Einwohnerzahl Österreichs.

Diese "Im-Vergleich-alles-noch-halb-so-wild-Sichtweise" halte ich für falsch.

Bei dieser Zahlenspielerei müsste man eh erst mal schauen um was für statistische Angaben es sich genau handelt. Gemessen am Wahlverhalten derjenigen die tatsächlich gewählt haben, gemessen an Wahlprognosen? Gemessen an der Bevölkerungsanzahl? Gibt es in diesem Land eine Wahlpflicht oder ein Wahlrecht? Wie hoch war die Wahlbeteiligung? Mit dem Vergleich von statistischen Angaben wird nun mal leider viel Schindluder getrieben.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Dass Leute aufgrund der Veränderungen Angst bekommen und sich zum Teil Sorgen machen, ist doch nicht verwunderlich.
Natürlich nicht.

Nur sehe ich diesbezüglich seit längerer Zeit ein Versagen der Regierung auf ganzer Linie. Zumindest ich erwarte von einer Regierung, dass sie aktiv mit einem klaren Konzept mit Veränderungen und Problemen umgeht. Ich sehe aber nur das recht hilflos wirkende Reagieren auf Veränderungen und Probleme.

Genau diese Art von Politik macht es Populisten doch recht einfach Gehör zu finden.

Probleme kann man nun mal nicht aussitzen. Die müssen aktiv angegangen werden. Sich davor zu scheuen unangenehme Wahrheiten auszusprechen, ist auch keine Lösung.

Deutschland ist schon seit langem auf dem Weg, dass die Kosten für Gehälter und Pensionen für Staatsbediensteten so zu explodieren drohen, dass sie kaum noch gestemmt werden können. Vielen Menschen droht im Rentenalter die Armut, sodass sie im Alter auf Stütze angewiesen sein werden. Nicht wenigen Menschen in Deutschland geht es eben nicht so gut wie Mutti gerne von sich gibt. Die Anzahl der Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor ist nicht unerheblich.

Massenhaft Flüchtlinge sind dann natürlich auch ein Problem. Das wird niemand bestreiten können.

Augenblicklich läuft es wirtschaftlich in Deutschland recht gut. Damit lässt sich momentan so ziemlich alles kaschieren. Nur hat diese wirtschaftliche Stärke nicht viel mit der Lebensrealität von vielen Menschen hier gemein. Sollte es da jedoch mal zu einem Einbruch kommen, was wohl nicht ausgeschlossen werden kann, dann sollte sich niemand wundern, wenn die Stimmung noch weiter in Richtung rechts kippt und die sogenannte Mitte der Gesellschaft erreicht. Es sind immer die, die selbst recht wenig haben, die dann in Ausländern schnell die Schuldigen ausmachen. Leider gibt es in Deutschland recht viele, denen es wirtschaftlich nicht so rosig geht. Bei einer Wirtschaftsflaute trifft es auch die Mitte.

Na ja, ich bin mal gespannt auf die Neujahransprache der Pastorentochter. "Deutschland geht es gut" - klar Mutti, das haste schon oft genug erzählt
Dann kommt diesmal sicher was, das darauf abziehlt, den Menschen hier von unserer Pflicht zu verklickern, Menschen in der Not zu helfen. Als schwierige Aufgabe wird sie das bezeichenen und dann "Bob der Baumeister"-mäßig verkünden, dass wir das schaffen werden

Nur die Anwort auf das Wie, wird sie wie immer schuldig bleiben...

Ich bin mal gespannt, was passieren muss, dass Politiker begreifen, dass es nicht nur deren Aufgabe ist, die Wirtschaftskraft Deutschlands so weit wie möglich oben zu halten. Dass es denen eben nicht am Arsch vorbeigehen kann, wenn dabei die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht.

So wie es leider aussieht, begreifen sie es erst dann, wenn's knallt. Und das kotzt mich an.

Ich glaub', es war die NRW-Hanne, die letztens öffentlich darüber nachgedacht hatte, HartzIV-Empfänger zur Flüchtlingsbetreuung einzusetzen. Als ich das hörte, viel mir die Kinnlade runter und ich konnte mir den Gedanken nicht verkneifen, mich zu fragen was uns Hanne wohl geraucht haben mag. Menschen die eh schon am unteren Ende der Gesellschaft sind, abzuverlangen, dass sie das Problem lösen sollen, dämlicher geht's wohl nicht mehr. Dass HartzIV-Empfänger in Fllüchtlingsmassen Konkurrenz sehen könnten, ist ja nun wirklich nicht schwer zu bereifen. Dass die viel lieber einen anständig bezahlten, sicheren Arbeitsplatz hätten, als nun für einen kleinen Bonus zum HartzIV sich jetzt noch um die Konkurrenz kümmern sollen, sodass die Bessergestellten in der Gesellschaft unbeirrt und ungestört weiter ihr schönes Leben leben können, wird dem wohl eher nicht gefallen.


Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Wenn ich mir hier so die Stimmung ansehe, gibt es doch, bei aller berechtigter Kritik und Skepsis, viele tolle und aufmunternden Entwicklungen, Aktionen und Verständnis, die ich so in vielen Nachbarländern nicht erkennen kann.
Nur ist das für mich ein recht trügerischer Schein. Dass die Stimmung trotz dieser lobenswerten Aktionen Einzelner insgesamt nach rechts hin kippt, ist nach meinen Beobachtungen unverkennbar.

Zitat:
Zitat von Fozzi Beitrag anzeigen
Viele sind sich nicht bewußt, dass (seit 1945 gerechnet) ca. 50% aller Deutschen einen Migrationshintergrund haben. Natürlich führen Diskussionen über solche Themen zu Konflikten und aus Ängsten zu radikalen Meinungen. Aber wie gesagt, da erscheint mir die aktuelle breite Masse an Toleranz, Verständnis und Hilfsbereitschaft doch eher erfreulich denn besorgniserregend.


(alte) Quelle:
http://www.welt.de/debatte/kommentar...-zusammen.html
Dass das vielen nicht bewußt sein mag, kann durchaus sein. Nur änderte es auch nichts, wenn es jedem bewußt sein würde. Welchen Migrationshintergrund die Menschen selbst haben, die in der Flüchtlingsmasse nun den berühmten Tropfen sehen, der das Fass zum überlaufen bringen könnte, ist uninteressant. Es sind alles Menschen, die Deutschland als ihr Land ansehen. Denen zu sagen: "Was willste überhaupt, dein Opa, dein Vater, deine Oma oder deine Mutter kamen doch einst selbst aus Land X oder Y als Einwanderer oder Flüchtling hier hin", wird sie von ihren Ängsten nicht befreien. Da hielfe nur Aufklärung und ein tragbares Konzept, dass ihnen aufzeigt, dass ihre Ängste ernst nimmt und und Lösungen aufzeigt. Versagt da die Politik, verlierste so Menschen an Populisten mit rechter Gesinnung.

...und genau, das geschieht augenblicklich.

Du magst hoffentlich recht haben, dass das noch keine kritische Masse ist. Nur schönreden mag ich das auch nicht. Wenn das nächste Asylantenheim brennt, sind unsere Politiker wieder betroffen und sagen dem rechten Mob mal wieder den Kampf an. Toll