Zitat:
Zitat von crycorner
Der Syrienscheiß ist ein Krieg, bei dem bereits mind. 220.000 Menschen gestorben sind und bei dem fast 12 Mio. Menschen auf der Flucht sind. Ca. 4 Mio. davon ins Ausland. Der Scheiß darf Dir natürlich am Arsch vorbei gehen, alternativ könntest Du Dich aber auch statt über Eilmeldungen doch über gut recherchierte Artikel seriöser Medien informieren. Welches Medium seriös ist, ist allerdings unter Anderem eine Frage des eigenen politischen Blickwinkels.
|
Mal ganz von den nackten Zahlen abgesehen, wie gesichert diese auch immer sein mögen, kann es für mich nun mal keine seriöse und gut recherchierte Berichterstattung geben, wenn dafür die Frage des politischen Blickwinkels entscheidend ist.
Zitat:
Zitat von crycorner
Das ist nicht ganz richtig. Bis vor ca. zwei Jahren gab es nur zwei Fronten. Die Diktatur Assads und die Freie Syrische Armee. Bis zu dem Zeitpunkt war es eine rein politisch motivierte Auseinandersetzung. Diktatur gegen Demokratie. Erst später kam ein Ableger der Al Quaida und eben der IS dazu und haben daraus einen religiös motivierten Krieg gemacht.
|
Na ja, dass mag das sein, was vor ca. 2 Jahren gerne verbreitet wurde. Ich kann mich allerdings an Berichterstattungen erinnern, die aufzeigten, dass die sogenannte freie syrische Armee eben kein einig Haufen war und durchaus hier und da nicht besser als die Armee Assads zum Nachteil der Zivilbevölkerung agierte. Dass diese Rebellen wirklich für Demokratie kämpfen bzw kämpften haben einige Berichte von Leuten, die meinen zu wissen was da so läuft durchaus angezweifelt.
Was den IS betrifft, so kommt der, soweit mir bekannt aus dem Irak und ist in erster Linie dadurch erstarkt, dass der Irak einen von den Amerikanern eingesetzten Vorturner hat, der diesen Teil der islamischen Glaubensrichtung hat verhungern lassen wollen.
Sorry, aber was da nun wirklich wahr oder unwahr ist, kann ich nun mal nicht im Geringsten verifiziern. Da kann es nur darum gehen, was man zu glauben bereit ist und was nicht. Politische Blickwinkel mag ich bei kriegerischen Auseinandersetzungen nicht. Sobald Krieg erst mal im Gange ist, gibt es keine Guten mehr. Wenn's ums nackte Überleben gehtbleibt kein Mensch gut.
Zitat:
Zitat von crycorner
Nein, gar nicht. Je mehr der Krieg durch die Einmischung der religiös motivierten Terrororganisationen bestimmt wird, desto mehr Flüchtende gibt es. Bekämpft man diese Gruppen, die ja überhaupt keinen Unterschied zwischen Militär und Zivilisten machen, beendet man dadurch nicht den Krieg, man schaltet aber die Hauptursache für Landesflucht aus.
|
Sorry, dass ich das jetzt so salopp sage...
Da lachen ja die Hühner bei deiner Sichtweise. Geflüchtet wird bei jedem Krieg, egal ob es ein angeblich religös motivierter Krieg oder ein Krieg der angeblich Demokratie bringen soll ist. Geflüchtet wurde auch schon zu Beginn des Syrienkonflikts. Je länger ein Krieg andauert, desto mehr Menschen machen sich auf den Weg.
Zitat:
Zitat von crycorner
Sowohl die Amis als auch die Russen sind dort aktiv. Von Anfang an. Die Russen sind sogar noch tiefer involviert, weil die offiziell Verbündete sind der Assad- Regierung. USA und andere demokratische Länder gelten eher als "Unterstützer" der Freien Syrischen Armee. Es ist insofern verwunderlich, dass Russland aktiv wurde, weil sich die Mächte bislang im Hintergrund gehalten haben. Noch dazu ist Russland auf den Wunsch von Assad hin aktiv geworden. USA sieht es sicher nicht gerne, dass Assad einen direkten Zugriff auf russische Militärunterstützung hat. Das Ganze ist auch nicht förderlich für die gemeinsame Suche nach einer für die Zukunft tragfähigen Lösung für Syrien.
|
So so, die Russen sind noch tiefer involviert...
Der ganze scheiß nahe Osten incl. Isreal ist schon seit Jahrzehnten ein Pulverfaß. Da werden schon eben so lange ganz nach belieben Diktatoren von beiden Seiten unterstützt. Ist halt ein gutes Geschäft. Ich zumindest werde 'nen Teufel tun und von tiefer involviert faseln.
Nur verschlägt es mir dann doch regelmäßig die Sprache, wie schnell die so gut Informierten hier vergessen wie viel scheiß nicht nur in diesem Gebiet unter den haarsträubensten Vorwänden gerade aus der westlichen Welt dort verzapft wurde. Der Schah von Persien war nun mal kein ganz Lieber, der Saddam Hussein auch nicht. Auch der Gaddafi nicht. Eben so wenig der Bin Laden. Und wenn wir mal aus dieser Region weggehen fällt mir spontan noch der Pinochet in Chile ein. Alles, liebe, nette Leute, denen nicht nur die Amis einst wohlgesonnen gegenüberstanden, die reichlich bis zu den Zähnen aus dem Westen mit Waffen versorgt worden, was ja soooo prima funktionierte bis es stets in einer Katastrophe endete. Nicht wahr?
Was macht dich eigentlich so sicher, dass man religösen Wahn mit Waffen bekämpfen kann?
Werf vielleicht mal einen vorsichtigen Blick nach Afghanistan, dort flüchten nach 14 Jahren Militäreinsatz immer noch viele Menschen und die Taliban hat man in der Zeit auch nicht wirklich in den Griff gekriegt.
Sorry, wenn ich da nun mal gar nichts mehr glauben mag.
Aber wenn du dich besser fühlst, weil du meinst dir eine Meinung bilden zu können, um dich mit der dann für eine wie auch immer geartete Militätaktion, die dann alles besser macht, entscheiden zu können, tu' dir keinen Zwang an. Mir fehlt halt der Glaube daran, dass man mit kriegerischen Auseinandersetzungen, die man als Außenstehender unterstützt, irgendwas zum Besseren verhelfen kann. Zwangsdemokratisierungen im nahen Osten, von außen betrieben oder unterstützt, waren jedenfalls bis Dato nicht der Weisheit letzter Schluss...