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Alt 04.10.2015, 13:52
Butzi Butzi ist offline
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AW: Die Einhaltung der Aufschlagregeln: Eine Analyse von 10 Topspielern der EM 2015

Die Einhaltung der Aufschlagregeln ist wirklich extrem schwer zu überprüfen.

Ich habe auch den Eindruck, dass viele Spieler Aufschläge machen, die nicht den Regeln entsprechen. Wie kann z.B. der Ballwurf "nahezu senkrecht" sein, wenn die Hand zu Beginn der Wurfbewegung hinter der Mittellinie ist, der Ball aber außerhalb des Tischs getroffen wird. Ein Schiedsrichter hat mir zu diesem Thema mal gesagt, dass wenn der Ball sehr hoch geworfen wird, dass das Kriterium dann als erfüllt gilt. Wie soll man darüber denken? Und vor allem: Wie soll ein Schiedsrichter darüber urteilen?

Im heutigen Halbfinale zwischen Freitas und Gerell habe ich mich sehr über die Schiedsrichterin geärgert. Bereits beim ersten Aufschlag von Freitas hat sie das Spiel unterbrochen und ihn aufgefordert, den Ball höher zu werfen. Ich hatte den Eindruck, dass der Ball immer ungefähr auf Augenhöhe von Freitas war. Da seine Wurfbewegung auf Tischhöhe beginnt, sind das doch immer mehr als 16 cm, also kein Grund zur Reklamation. Vielleicht hat die Schiedsrichterin aber sogar Recht gehabt. Wenn nämlich die Höhe zwischen dem Moment, in dem der Ball die Hand verlassen hat und dem höchsten Punkt der Flugbahn keine 16 cm Differenz aufweist. Und das will sie beim ersten Aufschlag so erkannt haben?
Meines Erachtens hat sie sich bereits vor dem Spiel entschieden, dass sie dieses Thema anspricht. Gerell gab ihr dazu keinen Anlass - so hats halt Freitas getroffen.
Und zu Beginn von Satz fünf nochmal beide Spieler zu sich zu bitten und um eine korrekte Wurfhöhe zu bitten, dabei auch auf die geöffnete Hand hinzuweisen etc. - was soll das. Wenn falsche Aufschläge gemacht werden, soll sie sie abzählen. Wenn sie sich unsicher ist, soll sie das Spiel laufen lassen.

Und jetzt pro Schiedsrichter: Wie soll denn einer der beiden Schiedsrichter zweifelsfrei entscheiden, ob ein Aufschlag korrekt ist? Schon aufgrund des Blicks von der Seite auf das Geschehen erscheint der Aufschlag anders, als es der Rückschläger wahrnimmt. Sinn der Regeln muss aber doch sein, dass dem Rückschläger ermöglicht wird, den Aufschlag zu lesen.

Und contra Spieler/Trainer: Solange die Spieler (natürlich angeleitet durch die Trainer) die Regeln immer bis ans Limit versuchen auszunutzen (was aber auch deren ausdrückliches Recht ist!), solange wird es im Aufschlag-/Rückschlagspiel Diskussionen geben. Wir bräuchten da einfach mehr Samsonovs. Aber das kann sich halt auch nicht jeder leisten.

Ich hab bisher auch selten gesehen, dass sich ein Spieler über die Aufschläge seines Gegners beschwert hat. (Auch wenn der Reporter auf Eurosport heute wiederholt geäußert hat, dass sich Freitas bei der Schiedsrichterin über die Aufschläge von Gerell beschwert hätte.) Also anscheinend akzeptieren die Spieler die "Tricks" ihrer Gegner. Vielleicht auch, weil man keine Steine werfen sollte, wenn man im Glashaus sitzt...

Das Thema wird dem Tischtennis also wohl so erhalten bleiben, wie die Diskussionen im Fussball über Abseits. Und leider ist es auch da so, dass das nachträgliche Betrachten von Standbildern, am besten noch aus mehreren Perspektiven, zu "eindeutigen" Ergebnissen führt. Die Schiedsrichter haben aber keine Standbilder...

Trotzdem Respekt und Kompliment für die ausgiebige Analyse!!!! Es gibt doch noch mehr TT-Verrückte
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