Auch in dieser Diskussion wird wieder von manchen so getan, als müssten die Schiedsrichter sicher sein, dass tatsächlich ein Regelverstoß vorliegt. In Wirklichkeit ist es jedoch so, dass ein Regelverstoß laut Regeln bereits dann vorliegt, wenn ein Schiedsrichter Zweifel an der Ausführung eines korrekten Aufschlages hat. Das ist bei einem schrägen Anruf und bei einem längeren Mitführen des Wurfarms nunmal bereits gegeben. Der Spieler riskiert bewusst eine Verwarnung und ein Abzählen, wenn er das nicht beachtet.
Ein Spieler könnte den Ball senkrecht anwerfen, höher als gefordert und den Wurfarm zügig wegbewegen. So könnte er sicherstellen, dass sich hier gar nicht erst Zweifel ergeben. Das ist bereits von einem Kind umsetzbar.
Das Videomaterial von hunderten Wettkämpfen ist online verfügbar - und eine solche lobenswerte retrospektive Analyse wie hier sollte auch für einen/die Schiedsrichter eine selbstverständliche Form der Nachbereitung sein. So wie sich ein Fußballschiedsrichter oder Kollegen Videos von Fehlentscheidungen ansieht, und man überlegt, wie man falsche Entscheidungen vermeidet oder wie man eine engere Regelumsetzung gewährleistet. Auch, dass man "schwarze Schafe" in Zukunft genauer beobachtet...
Hierzu verweise ich auch auf einen früheren
Thread. Oder auch
hier
Die Umsetzung der Aufschlagregeln in den obersten Spielklassen ist für mich essentiell, um auch in unteren Spielklassen korrekte Aufschläge zu haben. Das ist harte Arbeit und wird auf Unmut stoßen. Wenn es von niemandem gewünscht wird, sollten die Regeln eben wieder gelockert werden.
Bis dahin sollte jeder mal schauen, was er selber tun kann - sind die eigenen Aufschläge korrekt (gerader und ausreichend hoher Anwurf, nicht verdeckt, korrekte Bewegung des Wurfarms), was machen die Mitspieler und Gegner. Vielleicht sollte man auch Spieler öffentlich loben, die die Regeln korrekt unsetzen und damit beweisen, dass es prinzipiell möglich ist, auch so sportlich erfolgreich zu sein (Schlager, Samsonov u. a.).