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Zitat von Javaguru
Tu mir bitte einen Gefallen:
Begib Dich mal in die Position des SRaT und versuche, die "offensichtlichen" Regelverstöße aus dieser Position zu beurteilen und zu erkennen.
Selbst aus der in den Screenshots gezeigten Perspektive sind einige Aufschläge teilweise schwer als regelwidrig zu erkennen.
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Ich verstehe deine Kritik, muss aber wohl klarstellen warum ich die Regelverstöße von Apolonia, Freitas und Gardos als offensichtlich bezeichne: Der Wurfarm ist zum Zeitpunkt der Ballberührung eindeutig horizontal orientiert. Insbesondere bei Apolonia und Freitas ist es sogar so, dass der Arm während der gesamten Aufschlagausführung nicht in Richtung einer vertikalen Position bewegt wird, d.h. nicht an den Körper angelegt wird. Nach dem Ballkontakt drehen diese Spieler einfach den gesamten Oberkörper und der Arm dreht sich mit.
Als Schiedsrichter muss man sich also nur den Arm anschauen, sieht dass er nicht eigenständig bewegt wird, und schon verletzt der Aufschlag eindeutig die Regel, dass der Arm aus dem Raum zwischen Ball und Netz entfernt werden muss. Wo keine Bewegung stattfindet, kann auch nichts entfernt werden. Das finde ich sehr einfach. Oder übersehe ich etwas?
Meines Erachtens sind diese Aufschläge genau aus diesem Grund so dreist: Das Entfernen des Wurfarmes wird noch nicht einmal angedeutet, es entfällt einfach vollständig.
Zitat:
Zitat von Javaguru
Und berücksichtige bitte auch, auf welche und wie viele Kriterien eines korrekten Aufschlags der SRaT für den Bruchteil einer Sekunde zu achten hat.
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Schon klar, aber der Schiedsrichter muss ja nicht auf alle Kriterien gleichzeitig achten, da sie relativ unabhängig voneinander funktionieren. Das Entfernen des Wurfarmes findet unabhängig von Wurfhöhe und Wurfwinkel statt -- oder eben nicht.
Zitat:
Zitat von Javaguru
Definitiv letzteres. Insbesondere, weil inzwischen sehr sehr viele Spieler die Grenzen nicht nur ausreizen, sondern auch deutlich überschreiten.
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Damit erübrigt sich dein (eher rhetorischer, nehme ich an) Einwand, dass ein Wettbewerb ja wieder "fair" ist, wenn sich niemand an die Regeln hält.
Und man merkt ja auch, dass die Spieler damit nicht alle einverstanden sind. Ovtcharov beschwert sich über Fegerls Aufschläge, Gacina beschwert sich über Gerells Aufschläge, usw.
Zitat:
Zitat von Javaguru
Zu der Thematik des freien Arms sehe ich in den Screenshots außerdem, dass der Ball beim Treffpunkt oftmals vom Oberkörper/der Schulter verdeckt wird. Sieht man gut daran, dass der Ballwurf zum Körper hin erfolgt, der Oberkörper nach vorn (Körper, nicht zum Tisch) geneigt und leicht eingedreht wird. Das ist eigentlich das größte Problem für die Rückschläger.
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Das sehe ich auch so, aber es ist wohl klar, dass dies für den Schiedsrichter sehr schwer zu erkennen ist, und eben deutlich schwerer als die Bewegung und Position des Wurfarmes zu beurteilen.
Das eine geht ja auch zum Teil mit dem anderen einher. Nehmen wir den
ersten Aufschlag von Apolonia als Beispiel. Bildet man eine Linie zwischen den Augen von Gardos und dem Ball, so geht sie durch Ellenbogen/Oberarm/Schulter von Apolonia. Wäre der Arm von Apolonia am Körper angelegt, hätte Gardos m.E. einen ungestörten Blick auf den Ball.
Der Arm von Apolonia ist nahezu horizontal orientiert, und nichtmal
in der Nähe seines Körpers. Eindeutig ein falscher Aufschlag, das kann man m.E. überhaupt nicht anders bewerten.
Zitat:
Zitat von Javaguru
Der Hit ist allerdings in der Tat das offizielle Aufschlags-Schulungsvideo der ITTF, auf welches tsb verweist. Da bleibt mir wahrlich die Spucke weg. Technisch sicherlich korrekt, aber regelkonform sollte das natürlich auch sein.
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Freut mich, dass wir einer Meinung sind. Am Anfang des Videos wird sogar die Regel beschrieben, dass der Aufschlag hinter der Grundlinie stattfinden muss. Aber andere Regeln werden im Lehrvideo einfach gebrochen. Von einem Profi mit Vorbildfunktion. Das ist ... absurd.