Zitat:
Zitat von mithardemb
Die Diskussion hier entstand daher, dass die Regel im Spitzensport eben nicht umgesetzt wird.
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Aus meiner Sicht basiert das auf einem Fehlverständnis der Intention der ITTF. Der gegenwärtige Stand der Umsetzung der Regeln scheint ziemlich genau dem zu entsprechen, was die ITTF beabsichtigt. D.h. es ist nie Absicht gewesen, z.B. Regeln wie 6.5. "freien Arm entfernen" in vollem Umfang durchzusetzen. Das entspricht dem Konzept, etwas mehr einzufordern, als man tatsächlich erreichen bzw. durchsetzen möchte. Die Regeln sind dabei genau so formuliert, dass der de jure Status sogar als
kongruent zum de facto Status interpretiert werden kann.
Es kommt ja nicht von ungefähr, dass keine trennscharfe Formulierung in den Regeln angewendet wird. Und dass ein ITTF Lehrvideo zum "idealen" Aufschlag sich ganz gezielt im Graubereich der Regeln bewegt (wie
hier diskutiert).
Außerdem wurden die Ziele der ITTF erreicht, u.a. ist der vormalige Aufschlagsvorteil so entschärft, dass in etwa Parität zwischen Aufschlag und Annahme besteht. Wobei ein Anteil daran wohl auch dem größeren (und jetzt noch etwas größeren und spinloseren) Ball zuzuschreiben ist.
Diese Sicht deckt sich sogar mit den anderen Regeln. Z.B. Behandlungsverbote - außerhalb von Werkstuning - spülen einerseits Geld in die Kasse der Hersteller (und Sponsoren) andererseits ist (zum Glück) die Regel nicht zu strikt, so dass die Basis nicht wegbricht. Unter dem Gesichtspunkt einer optimalen Abschöpfungsstrategie der Zahlungsbereitschaft durch Differenzierung ist das also ausgesprochen clever.