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Alt 11.10.2015, 08:51
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AW: Ein Plädoyer für korrekte Aufschläge

Zitat:
Zitat von mithardemb Beitrag anzeigen
Da es hier ja um die Aufschläge geht, bleiben wir doch mal dessen Änderungen die dann wohl 2003 umgesetzt wurden.

- Waldner als Beispiel eines Spielers der stark von seinem Aufschlag profitiert scheint mir wenig plausibel, da er ja eher für längere Ballwechsel bekannt (und beliebt war).

Suche doch mal nach Rudi Endres ausführlichen Beschreibungen über die mannigfaltigen "für Laien nicht nachvollziehbaren Fehler bei der Aufschlagannahme". Die waren wohl fast alle noch nach 2003 zu lesen.

Schau dir mal z.B. einen Ma Lin an. Der war auch nach diesem Datum noch genauso gefährlich wie davor.

Wenn kein Bedarf dafür besteht eine Regel besonders stark zu kontrollieren, dann besteht kein Grund für die Regel.
Na dann guck mal Ma Lin oder Liu Guoliang gegen Waldner aus den 90ern und heute Ma Long gegen Zhang Jike. Der Aufschlag ist entschärft. Es gibt kaum noch direkte (!) Aufschlagpunkte. Kurze Ballwechsel gibt es aber aus verschiedenen Gründen noch: Zum einen durch extrem gute Returns, z.B. mit Banane, die der andere nicht kriegt, siehe Fan Zhendong. Zum anderen verändert sich das Spiel immer mal wieder. Als noch Aufschläge verdeckt und mit kleinem Ball gespielt wurde(n), wurde um leichte Fehler zu vermeiden sehr oft lang angeschupft. Man hat dann zwar dem Gegner die Iniative überlassen, aber hatte genug Zeit sich darauf einzustellen. Nach der Änderung der Aufschlagregel hat es sich in meinen Augen bis zum Ende des Frischklebens deutlich mehr zu kurzen Bällen verlagert. Kurz-kurz war ein Schlüsselelement in der Weltspitze. Heute wird selbst das nicht mehr so viel gespielt, weil man es mit einem Rückhandflip umgehen kann. Jetzt versucht man, sehr viel halblang zu spielen. Um einen Ball kurz oder halblang spielen zu können, muss man die Rotation aber auch besser einschätzen. Funktioniert es, ist der Ball oft besser als der lange, aber funktioniert es nicht, ist es ein hohes Risiko, dass der Gegenüber mit dem ersten Topspin punktet. Es gibt also immer noch sehr viele kurze Ballwechsel. Aber aus anderen Gründen. So sehe ich das jedenfalls.

Insgesamt habe ich aber auch den Eindruck, die Ballwechsel seien länger geworden. Ich vergleiche hier immer mit den 90ern, wo schon frischgeklebt wurde. In den 70ern oder 80ern mag das ganz anders gewesen sein. Aber heute gibt es oft genug Topspinduelle und auch die stärkere Tendenz hin zum Tisch bei rückhandlastigerem Spiel (Zhang, Fan, Koki Niwa, usw.) trägt eher zu längeren Ballwechseln bei. Das Problem ist nur, dass es vom Gucken her gar keinen Unterschied macht, ob der durchschnittliche Ballwechsel 3.5 oder 4x hin und her geht.
Beides wirkt kurz.


Zu Ma Lin sagte übrigens Liu Guoliang selbst schon in Interviews, dass sein Spiel extrem unter dem Frischklebeverbot gelitten habe, weil bei ähnlichem Tempo die Rotation reduziert und damit Aufschlag und erster Schupfball - in meinen Augen auch der erste Topspin - entschärft wurden.

Geändert von Bo5 (11.10.2015 um 08:54 Uhr)
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