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AW: Glattnoppenspieler disqualifiziert
Vielleicht noch ein paar Infos zu dem Test: das "Messgerät" sind drei mit Plastik verbundene TT-Bälle, die auf den Belag gelegt werden. Dieser wird dann angehoben und wenn die Griffigkeit des Belags groß genug ist, überschlagen sich die Bälle, wenn nicht rutschen sie einfach runter.
Laut Aussage des OSR ist dies eine vom DTTB genehmigte Messmethode, die der Schiri nutzen kann, einen Schläger "rauszuwinken".
Da ich vor Ort war und mich das Thema näher interessiert hat, habe ich weiter nachgehakt. Der Schiedsrichter meinte, er habe exakt den gleichen Belag mit diesem Gerät schon mal getestet nachdem sich in der Vergangenheit bereits mehrfach Spieler über die Zulässigkeit des gestern betroffenen Akteurs beschwert haben. Dieser Testbelag hat laut Aussage des Schiris den Test bestanden.
Zudem war gestern noch ein anderer Spieler anwesend, der vom Spielsystem quasi identisch agiert und auch mit langen Noppen vorne am Tisch ein Störspiel aufzieht. Dessen Belag wurde ebenfalls geprüft und ging problemlos durch.
Ich komme sowohl mit dem betroffenen Spieler als auch mit dem Oberschiedsrichter gestern sehr gut klar und würde mich daher in der Angelegenheit als neutral bezeichnen (zumal ich gern gegen Noppen spiele, egal ob behandelt oder nicht).
Rein objektiv muss man festhalten, dass es einen Test vor Ort gab und sowohl der Erst- als auch der Ersatzschläger diesen nicht bestanden haben. Andere Schläger, die für ähnliche Spielweisen genutzt werden hingegen schon. Ich erkenne im Verhalten des Schiedsrichters keine Fehlhandlung, er hat sich strikt an das Reglement gehalten und darauf basierend seine Entscheidung getroffen.
Anders wäre es für mich, wenn der Schiri keine Messung hätte vornehmen können sondern nach Gefühl entschieden hätte.
Fairerweise muss man sagen, dass beide beteiligten Akteure in der Vergangenheit auch schon aneinandergeraten sind und selbst eine Anzeige wegen Rufmord im Raum stand.
Die Emotionalität des Vorfalls begründet sich wohl auch größtenteils auf der Vorgeschichte. Unabhängig davon finde ich, dass sich der Schiedsrichter gestern korrekt verhalten und die Konsequenzen aus der Messung gezogen hat.
Die Diskussion ist an der Stelle sehr emotional und Wahrheit von Lüge nur schwer zu unterscheiden wenn man nicht dabei war. So haben die einen z.B. erzählt, dass der Spieler bei der Rangliste einen freiwilligen Test entsprechend bestanden hätte, während die anderen erzählt haben, er wäre bei diesem Test durchgefallen. Was stimmt oder nicht, kann ich nicht beurteilen.
Der Fall gestern schien mir den Regeln entsprechend gelöst worden zu sein.
Eine Klage hat allein schon deshalb keine Aussicht auf Erfolg, da die gestrigen Rahmenbedingungen nicht reproduziert werden können. Da könnte man ja einfach irgendeinen anderen Schläger als Beweismittel aufführen.
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