Eigentlich ist der Augstein nicht wirklich mein Fall, zu einseitig links.
Hier findet er aber - wie ich meine - sehr wahre Worte.
Zitat:
.... das Dienstleistungsproletariat. Es sind die Leute, die die Pakete packen, die in der Auslieferung arbeiten, die Häuser und Züge reinigen, in den Supermärkten die Regale füllen und an der Kasse sitzen. Sie arbeiten vierzig, fünfzig Stunden die Woche und haben dafür 900 Euro, vielleicht 1100 in der Tasche. In Deutschland sind das zwölf bis fünfzehn Prozent der Erwerbstätigen, fünf, sechs Millionen Menschen. Sie machen den anderen das Leben leichter, jenen, die in der globalisierten Wirtschaft mithalten können. Aber ihnen selbst nützt keine Globalisierung, kein Wirtschaftswachstum und kein Mindestlohn. Für diese Menschen sind die Flüchtlinge, die jetzt zu Hunderttausenden nach Deutschland kommen, nicht nur eine ausgedachte Bedrohung sondern eine reale - eine Reservearmee, stets bereit, sie zu ersetzen.
Die Verbitterten
Bude schreibt dann von denen, die er die "Verbitterten" nennt. Leute, die "trotz guter Bildungsvoraussetzungen und hoher Leistungsbereitschaft die Position vergleichbarer anderer nicht erreicht" haben. Die sich ihres "prekären Wohlstands" nicht recht freuen können, weil sie ihn dauernd gefährdet wissen. Noch einmal zehn Prozent.
Gemeinsam mit der neuen Unterschicht sind das zehn Millionen Menschen, die bereitstehen für das, was der Soziologe die "Koalition der Angst" nennt, die quer durch die Gesellschaft läuft: "Wenn Dienstleistungsproletarier und prekär Wohlhabende sich in einem diffusen Misstrauen gegen das System verbünden, wird es brenzlig im Land." ....
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http://www.spiegel.de/politik/deutsc...#ref=meinunghp
Was man dagegen tun kann ?
Wohl nix, keiner wird aus Erkenntnis die Löhne der Leute höher ziehen (können), keiner wird den Ängstlichen Stütze sein. Ich sehe auch niemand der den Willen hierzu hätte. Man überlässt diese Gruppen ihrem Schicksal in der Hoffnung das "die paar" nichts bewirken können. Genau darin liegt ein übler Trugschluß. Exakt so hat es schon mal angefangen.
Die Lawine beginnt dann zu rollen wenn die Umstände für eine Lawine passen. Ich befürchte das wir uns Selbigen recht zielstrebig nähern.
Wahnsinn wie sich doch Geschichte zu wiederholen scheint. Eine exakte Wiederholung ist es nicht, aber vieles ähnelt tatsächlich der Weimarer Repubik. Schwache, zerstrittene Politik, keine Führung mehr die diesen Namen verdient. Noch sind die wirtschaftlichen Gesamtumstände relativ beruhigend, sollte die Konjunktur aber stark einbrechen und die Arbeitslosigkeit emporschnellen, dann mögen uns die Götter behüten