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Zitat von tsb
Erstens wurde dieses Argument ja schon wiederlegt, da er 1999 (als er z.B. Weltcupsieger und Europe-Top12-Sieger wurde) verdeckte Aufschläge wie jeder andere gespielt hat.
....Dein Argument führt also ins Leere, aber das war dir sicherlich eh schon klar.
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Sorry es ist mir wohl nicht gelungen herauszustellen, dass Samsonov auch vor der Regeländerung nicht unbedingt dafür bekannt war, dass er großen Vorteil aus seinen Aufschlägen ziehen würde. Aus diesem Grunde gibt er auch keinen besonderen Vorteil auf und es fällt ihm leichter sich konsequent an die Regeln zu halten. Jetzt nachvollziehbar?
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Zitat von tsb
Wie reagiert also Freitas sobald die Schiedsrichterin ihm die Gründe ihrer Ermahnungen ausführlich erklären möchte? Wie hier von 6:32 bis 7:15 zu sehen ist ignoriert er die Schiedsrichterin, fällt ihr ins Wort, tut so als wäre sie nicht da, und stellt ihre Forderungen gegenüber dem Oberschiedsrichter als lächerlich dar.
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Da brauchen wir nicht darüber zu streiten. Das ist keine Art mit einem Schiedsrichter umzugehen. Allerdings sollte man natürlich auch mal die Szene bei 1:10 ansehen. Dort ermahnt sie ihn den Ball höher zu werden (nicht gerader!) und das nach einem Aufschlag der eindeutig höher als 15 cm geworfen wurde. Als er nachfragt geht die Schiedsrichterin gar nicht auf ihn ein sondern wiederholt nur "please higher, play" mehrmals. Das ist sicherlich auch nicht die beste Art wie man einem Spieler erläutert weshalb man ihn ermahnt.
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Was bedeutet das für die Schiedsrichterin? Wenn sie versucht, diplomatisch zu handeln und konstruktiv die Aufschläge eines Profis ermahnt, wird sie extrem respektlos behandelt werden. Denn das ist für den Profi die beste Strategie.
Welcher Schiedsrichter hat darauf Lust? Ich hätte keine Lust darauf.
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Wenn ein Schiedsrichter nur noch dann entscheiden will, wenn die Teilnehmer alle mit seiner Entscheidung klaglos akzeptieren, dann braucht man eigentlich keinen Schiedsrichter mehr. In welcher Sportart werden Schiedsrichter für ihre Auslegungen kritisiert. Dass alle Spieler die von ihrem Sport leben sich selbstlos an die Regeln halten ist keine sonderlich realistische Annahmen und mit diesem Problemen haben auch die anderen Sportarten und Schiedsrichter zu kämpfen.
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Es gibt natürlich auch Schiedsrichter, die sich gar nicht erst auf nutzlose Diskussion einlassen, bei denen sie ohnehin nur ignoriert werden. Ein kürzliches Beispiel war beim Weltcup 2015 zu beobachten, als mehrere Schiedsrichter Tiago Apolonias Aufschläge abzählten. Das Resultat? Apolonia hat allen vier(!) Schiedsrichtern, die seine zwei Spiele zählten, am Ende nicht die Hand gegeben. Im Interview sagte er dann, die Schiedsrichter würden sich nur bei ihm trauen, ihm in die Aufschläge reinzureden. Bei anderen Spielern würden sie sich das nicht trauen. Klare Aussage: Die Schiedsrichter sind Feiglinge und parteiisch.
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Und erkennst du nicht das Problem? Es liegt daran, dass mache Schiedsrichter die Regel so gut wir gar nicht kontrollieren, manche ermahnen, wenige ziehen Punkte ab. Dass bei einer so heterogenen Auslegung Unmut aufkommt, ist eigentlich selbstverständlich.
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Von den Profis werden sie im Gegenzug maximal geächtet und respektlos behandelt, ihre Regelauslegung oder sogar die Regeln selbst werden von den Spielern aktiv in Frage gestellt; und das offenbar ohne negative Konsequenzen für die Spieler. Aus Perspektive des einzelnen Schiedsrichters ist es verständlich, dass er/sie sich das nicht antun möchte und lieber alle Regelverletzungen ignoriert.
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Ich stelle mir mal vor wir übertragen diese Regelung auf auf Sportarten bei denen es zu Körperkontakt kommt. Weil gegen die Spieler beim Fußball, Handball, Basketball, Hockey, etc ein Foul gepfiffen wird und die reklamieren und die Schiedsrichter daraufhin einfach keine Fouls mehr pfeifen würden...
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Damit wird für mich an dieser Stelle klar, dass die ITTF da dringend eingreifen muss. Wenn die Schiedsrichter sich nicht mehr trauen oder es als zu belastend empfinden, Regeln durchzusetzen, dann müssen die Rechte der Schiedsrichter gestärkt werden. Und Profis müssen mit Strafen rechnen, wenn sie die Schiedsrichter respektlos behandeln. Und so weiter. Dass der Sport wie eine Witzveranstaltung dasteht, sobald Spieler die Schiedsrichter über Regeln belehren (Beispiele Freitas und Baum) ist auch klar. Warum da von der ITTF nicht eingegriffen wird? Das wüsste ich auch gerne ...
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Dass Handlungsbedarf besteht ist mehr als offensichtlich. Wichtig für eine Akzeptanz ist eine konsequente Durchsetzung der Regeln. Wenn das aber die absolute Ausnahme ist, dann hat man die angesprochene Witzveranstaltung.
Möglichkeiten zur Disziplinierung sind bereits jetzt genügend gegeben und wenn man die Regeln auch konsequent umsetzen würde, dann würde das Meckern der genannten Spieler schnell weniger werden.
Kuriose formulierte Regelungen wie: "
It is the responsibility of the player to serve so that the umpire or the assistant umpire can be satisfied that he or she complies with the requirements of the Laws, and either may decide that a service is incorrect." tragen sicher nicht zu Verbesserung der Situation bei.