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Zitat von crycorner
mithardemb:
tsb: Deine Argumentation ist schon nachvollziehbar, aber nicht für den Profisport, wo es Schiedsrichter gibt, die entsprechend gut ausgebildet sind und die ein gewisses Rückgrat haben müssen, um auf diesem Niveau auch Schiedsrichter sein zu können. Ich erwarte von einem Schiedsrichter bei einem internationalen Turnier, dass er nach bestem Wissen und Gewissen die Einhaltung der Regeln nachhält. Unabhängig davon, ob der Spieler lieb zu ihm ist, oder nicht. Und die Schiedsrichter sind das ja freiwillig, weil sie davon überzeugt sind, dass sie das können. Ich unterstelle also niemandem im Profibereich, dass er zu zart besaitet ist, um das Gemecker von Freitas zu ertragen.
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Arbeiten die Schiedsrichter denn überhaupt hauptberuflich als Schiedsrichter? Ich hatte vom Hörensagen her den Eindruck, dass sie das als Hobby mit kleiner Aufwandsentschädigung betreiben.
Ich verstehe natürlich deine Kritik an meinem Argument. Meine Annahmen werden aber umso plausibler, je mehr die Schiedsrichtergespanne als (nach ITTF-Richtlinien maximal ausgebildete) Hobbytruppe bezeichnet werden können. Denn wer es als Hobby betreibt und nach bestem Wissen und Gewissen versucht einen fairen Wettkampf sicherzustellen, der wird nach einer respektlosen Behandlung durch Profis sich eher ein neues Hobby suchen, oder zumindest in Zukunft jeden Konflikt vermeiden um sich selbst nicht den Spaß am Hobby zu nehmen.
Ansonsten höre ich natürlich gerne Alternativtheorien. Da fielen mir spontan ein:
1) Die Vorgabe der ITTF an die Schiedsrichter ist, mit Verletzungen der Aufschlagregeln extrem großzügig umzugehen. Die Schiedsrichter, die Aufschläge ermahnen und abzählen, wären dann die "schwarzen Schafe", die ihre eigenen wettkampfethischen Vorstellungen über diese Vorgaben stellen.
2) Die Mehrheit der Schiedsrichter kann die auftretenden Regelverletzungen nicht erkennen, ist also schlecht ausgebildet. Die Schiedsrichter, die Aufschläge ermahnen und abzählen, sind sozusagen die Schiedsrichterelite, die jedoch sehr klein ist.
3) Die Mehrheit der Schiedsrichter empfindet die Aufschläge als korrekt, wir unausgebildeten Laien verstehen die Regeln falsch oder sind zu kritisch. Die Schiedsrichter, die Aufschläge ermahnen und abzählen, sind die am schlechtesten ausgebildeten Schiedsrichter.
Die Situation (1) finde ich untragbar, da es mit jeder weiteren Spielergeneration zu immer stärkeren Regelverletzungen kommen wird, um sich immer noch weitere Vorteile zu verschaffen. Die ITTF würde diese Entwicklung aktiv unterstützen.
Die Situation (2) ist aus offensichtlichen Gründen auch inakzeptabel. Wenn die meisten Schiedsrichter nicht ausreichend gut ausgebildet sind, kann kein fairer Wettkampf stattfinden.
Die Situation (3) wäre für den Profisport wohl am wenigsten schlimm, da die "schlechten" Schiedsrichter ja aussortiert werden können. Aber ich finde es eben unplausibel. Wie kommen denn "schlechte" Schiedsrichter dazu, ein Olympia-Finale 2012 (Ding Ning), ein EM-Halbfinale 2015 (Freitas) oder beim Worldcup 2015 (Apolonia) zu zählen? Das erscheint mir sehr unwahrscheinlich.
Was davon hältst du denn plausibel? Oder hast du eine andere Idee?