Die Artikel sind interessant und sicher hilfreich, um sich einen ersten Matchplan zu machen. Im Grunde bleibt das aber alles Theorie, die man in der Praxis dann abwandeln muss, weil man eben keiner Statistik gegenübersteht, sondern einem Menschen.
Beispiel: "Effective patterns for the first three ball contacts as Server"
Wie gesagt, in der Theorie alles richtig, berücksichtigt aber nicht
- die individuellen Stärken und Schwächen meines Gegners
- meine eigenen Stärken und Schwächen
- dass Tischtennis von Variation lebt. Wer immer das gleiche spielt, wird schnell durchschaut und punktet auch nicht mehr
- dass die gängigsten Platzierungen oft nicht die besten, sondern sogar die schlechtesten sind, weil der Gegner sich genau darauf einstellt und genau diese Platzierungen in jedem Training übt
- geht von der Annahme aus, dass wir den Gegner immer maximale Distanzen laufen lassen wollen. Das ist aber nicht immer die beste Taktik. Chinesische Topspieler z.B. lieben große Wege. Insbesondere der Streuwinkel wird hier gar nicht berücksichtigt: If he returns our long serve to the forehand (3) cross court to our forehand side, then we should play it parallel to his backhand. This way we changed at least the side between the first and our second ball placement and apply the greatest possible time pressure on him based on the table geometry.
Stimmt zwar, aber die Gefahr selbst ausgespielt zu werden, steigt auch, weil der Streuwinkel nach dem parallelen Ball viel weiter in die eigene RH-Seite reicht. Als vorhandorientierter Spieler wäre das ziemlich blöd. Das ist z.B. auch ein Grund warum VH-orientierte Spieler eher selten mit der RH parallel eröffnen. Die Gefahr in der weiten VH angespielt zu werden ist dann erhöht.
Fazit: nützlich sich mal Gedanken darüber gemacht zu haben und es schadet nicht, es zu wissen. Aber für die Praxis nur bedingt relevant. Jedenfalls keine Erkenntnisse, die einen plötzlich zu einem viel besseren TT-Spieler machen