Zitat:
Zitat von cronsen
den text hatte ich auch schonmal vor der nase, leider ist das thema ein wenig zu komplex für mein jahrzehnte altes schulenglisch.
kurzfassung evtl ? 
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Teil 1 meiner Übersetzung von
An example of defensive strategy: Panagiotis Gionis.
Originaltext von User Kees veröffentlicht am 12.10.2008
Anmerkung und Verbesserung sind gerne willkommen! (Gibt es ein formelles exaktes deutsches Wort für "to chop" ? Wollte nicht "sensen" oder "sägen" in diesen schönen Text schreiben

).
Gionis Panagiotis: Beispiel einer defensiven Strategie
(.....)
Eine berühmtes Zitat in Virgil's Aeneis, gesprochen vom alten Priester Lacoön stehend vorm hölzernen Pferd am Strande Trojas besagt: Timeo Danaos et dona ferentes - "Fürchte die Griechen besonders wenn sie Geschenke machen".
Jeder der Panagiotis Gionis auf der anderen Seite des Tisches gegenüber steht tut gut daran sich dieser Lektion zu erinnern.
Das komplette Spiel des listigen Griechen basiert auf Irreführung und Täuschung des Kontrahenten auf solch subtile Weise, dass wenige seine Geschenke zurückweisen, selbst wenn diese wieder und wieder zu ihren eigenen Untergang beitragen.
Die Essenz von Gionis Angriffs-Strategie - was seine Abwehr in Wahrheit ist - scheint aus vier Teilen zu bestehen:
Der erste Teil ist ein plötzlicher wilder Angriff zu Beginn jedes Satzes; dabei spielt es keine Rolle ob er Aufschlag hat oder nicht. Er zielt auf den schnellen Punktgewinn ("is going for the kill").Es spielt dabei für ihn scheinbar auch keine wichtige Rolle ob diese erfolgreich sind, sondern dient eher als Warnung: Jeder kurz platzierte Ball wird unter allen Umständen angegriffen!
Auf diese Art soll sein Gegenüber zweimal nachdenken ob er einen Abwehrball vom ihm schupft. Nachdem er seinen Gegner diesen einfachen Ausweg genommen hat, was ein essentieller Teil der modern Abwehr ist, ist er bereit den Gegner "zu belagern".
Anfänglich wird er einige Bälle mit seiner Rückhand diagonal von links hinten nach rechts vorne abwehren. Dabei spielt es keine Rolle ob sein Gegner Rechts- oder Linkshänder ist.
Zur Aufschlagannahme in der Mitte geht er einen Schritt nach rechts und nimmt diesen mit der Rückhand an. Kommt jedoch der Aufschlag zu weit nach rechts greift er an, aber grundsätzlich platzieren seine Gegner nach ein bis zwei Angriffen ihren Aufschlag dann nicht mehr dorthin.
Seine zwei, drei Abwehrbälle sind langsam, flach, geladen mit Unterschnitt und landen weit auf dem Tisch, sodass faktisch nur die Option besteht, diese in einem hohen Bogen anzuziehen ("loop it back in high arc"). Dies etabliert ein Rhythmus.
Als nächstes bringt der listige Grieche den Gegner aus diesem Rhythmus - er wehrt den dritten oder vierten Ball parallel in die linke Seite auf die andere Hälfte des Tisches ab.
Sowohl ein Rechtshänder als auch ein Linkshänder sind nun gezwungen sich zu bewegen um weiterhin ihre Vorhand einsetzen zu können.
Die vorherigen Abwehrbälle sollten den Gegner überzeugt haben, dass zu viel Unterschnitt zum Schießen ("the chop is too heavy to attack") in diesen Bällen liegt, nun werden diese also wieder versuchen zu ziehen ("so again, they will loop").
Jedoch fehlt ihnen nun die Zeit das sie den Ball nicht im Fallen treffen wollen ("avoid looping a dropping ball"): Ihr Timing ist nun alles andere als optimal.
Einige werden nun unter Einfluss der Hektik und dem Bruch des Rhythmus dazu verleitet ihre Beinarbeit und Körperhaltung zu missachten und etwas komplett anderes (sprich dummes) zu machen wie hartes und schnelles Angreifen (auf unteren und mittleren Spielniveau geht der Ball meistens in Netz; und selbst ein Weltklasse Spieler wie Zhang Yinin hat diesen Fehler gegen Park Mi Young immer wieder gemacht).
Kommt der Ball jedoch unabhängig seiner Höhe so landet er tendenziell diagonal - in Gionis lauernde Vorhand.
Genau darauf hat der Grieche gewartet: Er riskiert dann alles mit einem parallelen Vorhandangriff auf die rechten Seite ("he will go for an all-out hit along the line to the right-hand corner") und macht damit in häufigen Fällen unmittelbar den Punkt.