Das mit dem Frischklebeverbot hatte in erster Linie den Hintergrund, dass man ohne diese Notbremse den Olympiastatus verloren hätte. Seit dem wird man einfach nicht mehr Herr der Lage. Da hat noch kein so tolles Messgerät Abhilfe schaffen können. Entscheidend, zum eigenen Vorteil, kann leider auch an den Belägen rumgefudelt werden, ohne dass das mit diesen Geräten festzustellen ist.
DAS GLN-Verbot hatte einen anderen Hintergrund, der eher vergleichbar mit der Einführung von zwingend einem roten und einem schwarzen Belag ist. Glatte, lange Noppen führen all zu häufig zu dem selben Effekt wie die Kurbelei unterm Tisch mit zwei gleichfarbigen Belägen. Da sind dann selbst die Hochbegabten unseres Sports oft genug ratlos und das Spiel verkommt zu einem Glücksspiel. Das sollte mit dem GLN-Verbot verhindert werden. Mag ja sein, dass sich der eine oder andere GLN-Spieler ein Bein ausgefreut hat, wenn sich offensichtlich bessere Spieler die Karten gelegt haben, aber wirklich sehen will so etwas kein Mensch. So sieht's aus lieber Tyson. Das kannste dir in der Beziehung noch so zurechtwurschteln, ändern wird es an dieser entscheidenden Tatsache auch nichts
Nur wie kriegt man den TT-Sport nun wieder in eine Bahn, in der man nicht Gefahr läuft, dass das mal alles ans Licht der Öffentlichkeit kommt, was dem TT-Sport ganz sicher großen Schaden zufügen würde. Die schon als flächendeckend zu bezeichnende Fudelei an Belägen weiterhin auf ewig unter den Teppich kehren zu können, wird nicht gelingen.
Im Prinzip kannste nur das Tunen freigeben. Solange das minirae nichts über den erlaubten Grenzwert hinweg anzeigt, ist es erlaubt. Fertig. Dann haste die Kuh schon mal vom Eis. Gleiches muss dann natürlich auch für die Noppis gelten. Da muss sich dann die ITTF natürlich auch die Mühe machen ein anerkanntes Testgerät aus dem Hut zu zaubern. Sicher nicht dieses Drei-Ball-Dingen. Da kann man dann eher den Reibetest etablieren. Sobald noch etwas Widerstand vorhanden ist, ist alles in Ordnung - egal was mit dem Belag angestellt wurde.
Gut beraten wären die ITTF-Funktionäre sicher, an dem jetztigen Regeln was zu ändern. Der Iststand ist nach den jetzt geltenden Regeln im tiefroten Bereich, denn regelkonforme Beläge spielt wohl kaum jemand aus der Weltspitze. Augen zu und durch, kann da ganz schnell nach hinten losgehen. Wenn eine Sportart erst einmal in Verruf gekommen ist - siehe Radsport - kommste da so schnell nicht wieder raus. Mehr als die jetzigen Regeln dem Istzustand so weit wie möglich anzupassen bleibt da nicht. Konkret muss der Regeltext dann in der Form geändert werden, dass individuelle Anpassungen nur in dem Bereich erlaubt sind, die die Grenzwerte für schädliche Ausdünstungen und der maximalen Dicke und der Ebenheit nicht überschreiten. Weg mit dem Scheiß, dass chemische und physikalische Veränderungen nicht zulässig sind. Das bringt irgendwann nur mal den ganzen TT-Sport in Verruf.
...und diese Kommerzargumente, na ja. Mal ganz ehrlich, warum meint ihr, dass das Überleben der kleinen TT-Shops so schwierig ist? Klar, ist bei den Belägen und auch Hölzern eine sehr gute Spanne um Gewinne generieren zu können drin. Nur TT ist nun mal eine Randsportart. Selbst wenn z.B. an einem 57 Euro Tenergy 56,50 Euro verdienet werden könnte - natürlich nicht für die Shop-Betreiber! - reicht das nicht aus um wirklich gute Geschäfte machen zu können. Da fehlt es einfach an Masse.