Einzelnen Beitrag anzeigen
  #140  
Alt 02.01.2016, 13:20
User 17544 User 17544 ist offline
...
Foren-Urgestein - Master of discussion ***
 
Registriert seit: 02.08.2006
Beiträge: 11.720
User 17544 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Der Auskotzthread :-)

Zitat:
Zitat von Abwehrtitan Beitrag anzeigen
Europa ist und dabei bleibe ich ein wackliges Konstrukt, man kann das an vielen Faktoren festmachen. Das Wohlstandsgefälle, die unterschiedlichen Haltungen Zuwanderung gegenüber, viele nationale Interessen, vieles mehr. Mein Eindruck jedenfalls ist Brüssel sitzt den Menschen nicht im Herzen, Du darfst gerne überlegen woran das liegen könnte. Aus Deiner undifferenzierten Sicht wahrscheinlich an "Betonköpfen" wie mir.
Na ja, erst mal biste ganz sicher kein Betonkopf

Klar, der Traum von einem möglichst geeinigten Europa ist schon seit den zarten Anfängen ein verdammt wackliges Konstrukt, welches ohne jeden Zweifel mit jedem Neumitglied wackliger wird.

Ich bin sicher nicht Europa, sondern nur ein kleiner, unbedeutender Bürger. Die von Straßburg, bzw Brüssel bzw Luxemburg ausgehende Politik liegt mir sehr oft nicht sonderlich. Vieles halte ich für arg seltsam, was da entschieden wird. Nur die Grundidee von einem vereinigten Europa, die liegt mir sehr am Herzen. Trotz aller Probleme, die es gibt und wahrscheinlich noch dazukommen werden, werde ich immer dafür stimmen den Kampf diese Probleme in den Griff zu kriegen nie aufzugeben. Selbst dann nicht, wenn es phasenweise so aussieht, dass auf einen Schritt vorwärts zwei Schritte zurück gegangen werden. Dass sich die Menschen in Europa näher gekommen sind, davon bin ich überzeugt und das ist es worum es eigentlich geht. Wenn junge Menschen wie z.B. Armendariz davon erzählen, dass sie sich z.B. in Spanien nicht fremd fühlen, dann zeigt mir das, dass sehr viel erreicht worden ist. Da verschwinden die Grenzen vor Allem in den Köpfen. Wer das Glück hat z.B. des Spanischen mächtig zu sein, für den ist es kaum noch ein Unterschied, ob er seinen Lebensmittelpunkt - aus welchem Grund auch immer, meist sind es berufliche Belange oder der Liebe wegen - z.B. von NRW nach Niedersachsen oder Bayern verlegt, oder eben nach Spanien. Da bestehen halt regionale Unterschiede, die des auch auf nationaler Ebene gibt.

Mir will jetzt kein aktuelles Problem einfallen, von denen es, wie du richtig sagst, sehr viele gibt, welches wirklich so groß ist, dass es dafür lohnt das Erreichte aufzugeben.

Ich tippe und hoffe drauf, dass ich mit dieser Sichtweise nicht zu der europäischen Minderheit gehöre. Ich hoffe, dass junge Leute wie Armendariz z.B., die den ganzen Laden über kurz oder lang mal übernehmen, weiter daran arbeiten, dass ein geeintes Europa Stück für Stück vorangetrieben wird. Dass es sich lohnt, wird zu allererst bei jedem Einzelnen im Kleinen wahrgenommen. Der erste Urlaub im europäischen Ausland, evtl. ein Schüleraustausch, ein oder mehrere Semester im europäischen Ausland studieren usw. Halt der persönliche Kontakt zu Menschen und nicht das was die Politik treibt. Wer Grenzen in den Köpfen der Menschen abbauen will, der sollte für eine Politk einstehen, die auch reale Grenzen und Rahmenbedingungen so durchlässig bzw gering wie irgendmöglich werden lässt.


Nee, dass ist jetzt keine linke Spinnerei, sondern frei von jeglicher Ideologie, nur meine unbedeutenden, persönlichen Erfahrungen und Eindrücke aus den vergangenen ca 35 Jahren, in denen ich Europa immer wieder gern bereise und sich in dem Zeitraum auch für mich merklich halt eben doch vieles zum Besseren entwickelt hat
Mit Zitat antworten