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Mit Holz-Selbstbau 130 QTTR-Punkte in 3 Monaten
Hallo Sportsfreunde,
ich habe lange überlegt, ob ich diesen Bericht schreibe.
Gegenüber Testberichten sollte man immer sehr skeptisch sein, wenn der Verfasser selbst der Konstrukteur ist. In diesem Sinne möchte ich euch gleich vorwarnen: Objektiv ist dieser Bericht natürlich nicht, denn natürlich sind meine Eindrücke sehr subjektiv eingefärbt.
Andererseits gibt es schon ein paar harte objektive Daten, die für die Vermutung sprechen, dass meine Leistungsexplosion (von 1720 auf 1850 innerhalb von drei Monaten) mit meinem selbstgebauten Schlägerholz zu tun haben.
Vielleicht kurz zu mir. Ich bin 60 Jahre alt, spiele eine klassische lange Abwehr mit einem Globe999 (Version E, 1.0mm) auf der VH und einem Yasaka Anti-Power auf der RH.
Vor etwa einem Jahr hatte ich auch schon einmal 1820 Punkte. Dann zog ich mir aber eine Rippenprellung zu und musste fast 3 Monate pausieren.
Da ich schon immer gerne und viele trainiere, dachte ich zunächst, das wird wohl schnell gehen, den Trainingsrückstand wieder aufzuholen.
Scheiße was, ich habe in den ersten drei Monaten nach Wiederaufnahme des Training gar nichts getroffen. Abwehr ging noch, aber über dem Tisch, insbesondere bei der Aufschlagannahme ging überhaupt nichts. Ich war derartig verunsichert und frustriert, dass ich mir Ende September drei Monate gegeben habe, wieder halbwegs auf mein vorheriges Niveau zu kommen. Ich hatte in den ersten drei Monaten nach der Pause fast 100 Punkte abgebaut. Sollte sich bis zum Jahresende nichts tun, wollte ich mit dem TT aufhören, so frustriert war ich.
Da ich schon immer in Sachen TT getüfftelt habe, fing ich an, mir Gedanken über die Ursachen meiner Schaffenskrise zu machen. Das größte Manko war meine Schwäche bei der Aufschlagannahme. Das war auch vorher schon so, nach der Verletzung ging es gar nicht mehr. Wenn jemand halbwegs gute Aufschläge hatte, fraß ich die ohne Ende.
Ich hatte früher mal ein sehr leichtes Schlägerholz (Balsa). Mit dem Holz hatte ich ähnliche Probleme bei der Aufschlagannahme. Offensichtlich brauche ich ein höheres Schlägergewicht, um vernünftig retournieren zu können.
Bei dem leichten Balsaholz gab es ein zweite Baustelle: Aufgrund des geringen Gewichtes, bekam ich mit meinem Anti-Power bei Angriffsbällen einfach keinen Druck auf den Ball. Obwohl das Holz gar nicht mal so langsam war, ging offensiv mit dem Anti nach vorne so gut wie nichts. Das lag zum einen sicherlich an dem Anti-Power-Schwamm, der natürlich ziemlich langsam ist. Der zweite Faktor bei einem Anti ist das Gewicht des Schlägers. Mehr Schlägergewicht bringt mehr träge Masse, die sich beim Schlag in mehr Tempo umwandelt.
Mit dem Nittaku-Shake-Defense fand ich damals ein relativ großes (und damit natürlich auch relativ schweres) Schlägerholz, mit dem ich dann sehr gut zurecht kam. Das NSD ist allerdings ein recht schnelles (Carbon-) Holz, das natürlich Kontrollprobleme mit sich brachte.
Mit zunehmendem Alter fiel es mir dann aber immer schwerer das NSD zu kontrollieren, sodass ich mich nach einem anderen Schlägerholz umsah.
Fündig wurde ich schließlich mit einem Imperial-Master-Line (Def). Dieses auch recht große Holz war zunächst ein guter Kompromiss, mit dem ich recht gut zurecht kam. Bis zu meiner Verletzung, danach ging, wie schon gesagt, erst einmal gar nichts.
Ich machte mir dann folgende Gedanken : 1. brauche ich ein Holz, das etwas schwerer ist (nach Möglichkeit kopflastig) und 2. brauche ich ein Holz, das trotz des höheren Gewichts nicht zu schnell (bei passiven Schlägen) ist.
Als Hobbytischler suchte ich ein relativ langsames (weiches) Sperrholz, das andererseits aber etwas schwerer sein sollte.
Ich kam dann auf Lindensperrholz, das diese Eigenschaften recht gut verkörpert.
Nach einigen Versuchen kam ich schließlich auf einen Lindenholzkern mit zwei etwas härteren Außenfurnieren (Ahorn). Die Größe habe ich von meinem Imperialholz abgenommen.
Das Imperialholz brachte mit Belägen ca. 170 gr auf die Waage. Das selbstgebaute Linden-Holz dagegen mit den gleichen Belägen 203 gr.
Zunächst habe ich das höhere Gewicht als gewöhnungsbedürftig empfunden. Aber schon nach recht kurzer Zeit gewöhnte ich mich an das neue Handling. Und dann gab es kein Halten mehr, mit dem Holz habe ich fast alles gewonnen, was irgendwie zu gewinnen war. Als erstes stellte ich fest, dass ich viel weniger Probleme bei der Aufschlagannahme hatte. Als zweites stellte ich fest, dass mein RH-Angriffsball (mit dem Anti) viel effektiver war als vorher. Ich bekomme einfach mehr Druck auf den Ball.
In den letzten Wochen wurde dann meine Abwehr (vorher schon nicht ganz schlecht) immer sicherer und gefährlicher.
Durch das höhere Gewicht bekomme ich bei aktiven Unterschnittbällen viel mehr Schnitt und Fahrt in den Ball. Bei passiveren Schlägen (abtropfen lassen) habe ich aber sehr viel Gefühl und Sicherheit.
Insgesamt habe ich in den letzten drei Monaten eine Leistungssteigerung hingelegt, wie ich sie in meiner fast 50-jährigen TT-Karriere noch nicht (bei mir) erlebt habe. Vorher völlig verunsichert, bin ich jetzt wieder total selbstbewusst.
Ich führe das auf das neue Holz zurück.
Jetzt zu meinem Angebot. Ich habe noch Sperrholz für ca. 10 Schlägerhölzer. Ich würde diese 10 Hölzer interessierten Testern zu einem Preis von 10 € zur Verfügung stellen. Ich habe keine finanziellen Interessen, der Preis entspricht in etwa meinen Ausgaben, wobei ich auch noch ein bisschen Arbeit in jedes Holz stecken muss. Mich interessiert, ob meine Eindrücke so stimmen, oder ob der psychologische Selbstbaueffekt zum Zuge kommt.
mfg
wjuergens
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"Erst wenn
der letzte Nachwuchsspieler zum Fußball abgewandert,
der letzte Übungsleiter gefrustet aufgibt,
der letzte Verein die Jugendarbeit einstellt
und der letzte Aktive seinen Schläger altersbedingt zur Seite legt,
werdet Ihr feststellen, dass man mit click-TT keinen einzigen Nachwuchsspieler gewonnen hat und niemand mehr da ist, um die Kosten zu tragen!"
(Abgewandelt von der Weissagung der Cree)
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