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AW: betrug (wettbewerbsverzerrung) bei gönnern?
Ich kann das Gerede von Wettbewerbsverzerrung nicht nachvollziehen. Sicherlich spielt Gönnern lieber gegen Grenzau als gegen Ochsenhausen, weil sie ihnen besser liegen. Selbst wenn Gönnern das Spiel absichtlich verloren hätte, um einem Halbfinale gegen Ochsenhausen aus dem Weg zu gehen, wäre das meiner Ansicht nach legitim und durchaus nachvollziehbar. Das ist halt das Problem der Play-Off-Runde und nicht ein fehler von Gönnern. Die "normale" Runde ist nicht so wichtig und am Ende kann es zu taktischen Niederlagen kommen. Hätte Gönnern durch die Niederlage den Abstiegskampf beeinflusst oder Plüderhausen den Einzug in die Play-Offs ermöglicht, wäre das ganze sicher anders zu beurteilen. Dies ist aber hier nicht gegeben. Ich denke auch nicht, dass Gönnern ohne Boll und Grujic gespielt hätte, wenn es für Plüderhausen noch um etwas gegangen wäre.
Ich kann mich noch dunkel an eine ähnliche Situation bei einer WM vor Jahren erinnern. Ich glaube es war 1991. Damals war Deutschland im Mannschaftswettbewerb mit China in einer Gruppe und musste gegen diese im letzen Gruppenspiel antreten. es stand schon vor dem Spiel fest, gegen wen man im Falle eines Sieges bzw. einer Niederlage antreten müsste. Beide Mannschaften wollten das Spiel verlieren (ich glaube, um einem frühen Aufeinandertreffen mit Schweden aus dem Weg zu gehen). China bot seine B-Garnitur auf, die darüber hinaus auch noch keinerlei Anstrengungen unternahmen, das Spiel zu gewinnen, sondern abschenkten. daraufhin meldete der damalige Nationaltrainer Zlatko Cordas beim Zwischenstand von 2:0 für Deutschland seine gesamte Mannschaft krank. Cordas wurde daraufhin für ein Spiel als Coach gesperrt. Ich hoffe, dass ich das ganze aus der Erinnerung heraus richtig geschildert habe, die wichtigsten Punkte sollten zumindest stimmen. Damals wurde das Vorgehen in Deutschland nicht kritisiert, sondern als genialer Schachzug angesehen, was übrigens auch meine Meinung ist. Dieser Fall ist sehr gut mit dem momentanen Fall in Gönnern vergleichbar, wobei es damals natürlich noch offensichtlicher war.
Wie gesagt, wenn dadurch noch andere Entscheidungen beeinflusst worden wären, wäre eine taktische Niederlage natürlich nicht in Ordnung. Aber so liegt in meinen Augen keine Wettbewerbsverzerrung vor.
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