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Alt 03.02.2016, 15:21
User 17544 User 17544 ist offline
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Zitat:
Zitat von Cisco Beitrag anzeigen
Nachdem nun klar sein sollte, dass Lucke nicht gegen Europa ist, sondern FÜR ein Europa MIT REGELN, hier auch noch etwas zum Thema Euro.
Du kannst dich ja meinetwegen gern selbst verarschen, aber lass mich da aus dem Spiel

Hier dann noch mal zum Mitmeißeln für dich Experten ein recht aufschlußreicher Teil des Interviews mit Lucke zu seinen AfD-Zeiten.

Zitat:
Die Welt: Was verstehen Sie unter kleineren Währungsverbünden?

Lucke: Zunächst einmal könnten die südeuropäischen Staaten aus dem Währungsgebiet ausscheiden und so das Währungsgebiet verkleinern. Sie könnten nationale Währungen wieder einführen oder gemeinsam einen Währungsverbund bilden. Gleichzeitig gäbe es den Währungsverbund des Rest-Euros. Es stellen sich dann allerdings direkt Folgefragen: Was ist mit Frankreich? Das Land ist auf dem besten Wege, in eine ähnlich problematische Situation wie Italien zu rutschen.

Die Welt: Welche Probleme meinen Sie?
Bernd Lucke vor Anhänger seiner Partei „alternative für Deutschland“ in Oberursel
Foto: REUTERS Bernd Lucke vor Anhängern seiner Partei "alternative für Deutschland" in Oberursel

Lucke: Das sind die Probleme mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Die Preise in Südeuropa sind zu hoch relativ zu den Preisen der wettbewerbsfähigeren Staaten wie Deutschland, Holland oder Österreich. Um dort Entlastung zu schaffen, müssten die Löhne zwischen 30 und 50 Prozent sinken. Das kann man der Bevölkerung nicht zumuten.

Die Welt: Welche Staaten könnten sich zu einem Währungsverbund zusammenfinden?

Lucke: Ökonomisch sind eine Reihe von Staaten bei der Wettbewerbsfähigkeit auf einem vergleichbaren Niveau. Dazu zählen Deutschland, die Niederlande, Österreich, Finnland. Aber die Frage hat auch eine politische Dimension. Ökonomisch gesehen, müsste Frankreich draußen bleiben. Politisch ist das aber nicht umsetzbar. Da hielte ich es für gesichtswahrender, jeden seine eigene nationale Währung einführen zu lassen.

Die Welt: Also doch zurück zur D-Mark?

Lucke: Ja, genau. Aus den genannten politischen Gründen.
...und hier dann noch mal meine Aussage zum Abgleich, die du als KOMPLETT FALSCH hinstellen willst.

Zitat:
und Deutschland weitmöglichst aus der EG haben und zurück zur D-Mark möchte
Gut ich gebe zu, dass es selbstv erständlich EU und nicht EG heißen muss

Der Lucke ist für mich ein Vollidiot, der uns die bösen AfD-Geister eingebrockt hat und jetzt so tut als ob er nichts damit zu tun hat.

Auf Typen wie ihn, sollte in der Politik immer verzichtet werden. Wer sich ein Europa bauen will, dass die Starken noch stärker machen und die Schwachen links liegen lassen will, dem muss die rote Karte gezeigt werden. Denn genau an dieser Einstellung und an diesem Gebaren krankt die Welt. Die Reichen werden reicher und die Armen werden ärmer.

Was würde wohl bei so einem Vollspacken im Inneren als nächstes kommen? Was gedenkt so ein Mensch dann wohl mit den einheimischen "low-performern bzw gar no-performern" anzustellen? Egal, ich mag's mir gar nicht vorstellen wollen. Wenn viele Menschen in dem vergangenen beiden Jahrzehnten an den Rande des Ruins getrieben wurden, dann von dem neoliberale Pack - die für mich was von den Schreihälsen an den Kirmeslosbuden haben: GEWINNE, GEWINNE, GEWINNE, GEWINNE...." - zu denen man den Lucke sicher dazuzählen kann.

Jetzt mag jeder der will das mal wieder als linksverstrahlte Ansicht hinstellen. Drauf geschissen. Für mich ist es jedoch lediglich eine Frage der Vernuft, die mich dazu veranlasst das so zu sehen.

All das wo hier nun seit Wochen ausschweifendst und ausgiebigst drüber diskutiert wird hat ihre Ursachen in nichts anderem als in der Armut der Menschen, sowohl im bescheideren Ausmaß im Inland als auch im verheerenderen Umfang im Ausland. Sich abzuschotten und zu isolieren wird nun mal auf Dauer keine Lösung bringen können. Das ist eine Frage der Vernuft und nicht die einer politischen Ausrichtung. Ich bin Vater und wer weiß, vielleicht werde ich ja auch noch Großvater. Mir liegen schon von daher unsere Kinder und deren Kinder am Herzen. Politik so zu betreiben, dass es für ein schönes eigenes Leben ausreicht und was danach kommt als scheißegal anzusehen ist in dem Fall nichts anderes als unvernüftig.

Deshalb ist es erforderlich auch in schwereren Zeiten dazu beizutragen die viel gescholtenen südeuropäischen Ländern auf Kurs zu bringen und dort zu halten. Dass das mitunter nervig und anstrengend ist, muss man einfach ertragen können. Zumal die ganze Unkerei über so viele Jahre langsam ins Lächerliche abdriftet. Wem von uns geht es denn schlecht? Ich tippe drauf, dir genau so wenig wie mir. Die Staatskasse ist gefüllt, so dass es auch da Überschüsse gab. Dass das von Lucke gescholtene Frankreich einer unser Haupthandelspartner ist und das wir auch mit den sonst noch gescholtenen anderen Ländern prima Geschäfte machen können, könnte vielleicht auch daran liegen, dass am Euro und der EU festgehalten wird? Aber das ist bestimmt wieder linker Schwachsinn, nicht wahr?

Im Übrigen ist es ja nun auch nicht so, dass Deutschland nicht auch schon selbst gegen europäische Regeln verstoßen hätte. Klar, dass was die Anderen machen, ist immer schlimmer als die eigenen Vergehen bzw Unzulänglichkeiten. Eine zutiefst menschliche Einstellung, nur so kommt man nicht nur in der Politik nicht wirklich weiter...

Geändert von User 17544 (03.02.2016 um 15:33 Uhr)