Dann mal nur noch dieser Teil, damit es nicht ganz ausartet...
Zitat:
Zitat von Cisco
Gern, wenn du sachlich mitspielst.
Warum kommt man denn überhaupt auf die Idee, dass man als einzelner Staat mit eigener Währung heute plötzlich nicht mehr überleben könne? Wie können Großbritanien, Schweden, Dänemark, Tschechien, Polen, Kroatien überhaupt überleben ohne Euro?
Griechenland wäre aber nicht allein, sondern wäre weiterhin Mitglied der EU.
Will er das? Er will keine große gemeinschaftliche Währung, weil er dies wirtschaftlich nicht für sinnvoll hält, weder für uns noch für die Schwächeren.
Eine starke Währung führt zu Exporteinbrüchen schreibst du. Und wer profitiert dann auf der anderen Seite davon? Die Staaten mit der schwachen Währung. Ist nicht GENAU DAS die Lösung um die es geht. Eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU-Staaten zugunsten der schwächeren Länder?
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Dein Einwand mit Ländern die nie in der Währungsunion waren, ist ja nun nicht gerade ein sehr sachlicher Einstieg. Egal, ich versuch's trotzdem...
Was meinste denn nun, was passieren würde, wenn die Griechen auf eine eigene Währung, wohl die Drachme, umsteigen müsste?
Was meint Lucke dazu genau?
Was meinste denn was die Drachme für eine Kaufkraft in ihrer augenblicklichen Lage hätte und wie sich das auf alles was die Griechen weiterhin aus dem Ausland beziehen müssen um überhaupt in Schwung kommen zu können auswirken würde?
Was meinste denn was die Griechen, die im eigenen Land dringend gebraucht werden weil sie gut ausgebildet sind machen würden?
Womit können denn die Griechen mit den starken Ländern konkurrieren, was ihnen zum wirtschaftlichen Vorteil durch eine sicher extremst schwache Währung bei Exporten verhelfen könnte?
Meinste denn ernsthaft, dass sich die Griechen noch irgendwas aus dem teuren Ausland leisten könnten, was sie dringend zur Ankurbelung ihrer Wirtschaft brauchen würden? Ersatzteile für Maschienen, Fahrzeuge, Rohstoffe, etc...
Sorry, den Austieg der Griechen aus dem Euro als Chance für die Griechen verkaufen zu wollen, ist in ihrer augenblicklichen Lage einfach nur zynisch.
Zynisch könnte man da anmerken, dass sie evtl. in der Lage wären Bangladesch bei günstigster Textilienproduktion Konkurrenz zu machen, was aber an der dafür nötigen Energie, die sie sich nicht mehr leisten könnten, da sie Russland oder wen sonst noch nicht mehr für Öl, Gas und Kohle bezahlen können, durchaus scheitern könnte.
Ich würde davon ausgehen, dass dort recht schnell alles zusammenbrechen würde und jeder der gut ausgebildet ist, würde wenn möglich schleunigst das Land verlassen.
Das würde die EU unterm Strich sicher noch einiges mehr kosten, denn wie du schreibst und dem Lucke glaubst, wäre Griechenland ja weiter in der EU und nicht allein - oder wie ist dieses "nicht allein sein" gemeint?
Zum Glück sitzt der Lucke nicht am Drücker. Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und auch Finnland sieht er ja ebenfalls als Kandidaten für einen EU-Austritt. Ich glaube kaum, dass dort jemand vorzufinden ist, der sich vom Lucke einen Euroaustritt schmackhaft machen lässt.
Dass seine in Zuckerwatte gepackten aber nicht mal ansatzweise mit Gehalt gefüllten Planspielchen, diesen Ländern den Euroaustritt schmackhaft zu machen, in dem er sie auch noch als Chance für sie verkaufen will, auf politischem Wege in der EU beschlussfähig werden könnte, glauben sicher nur Leute, die auch an den Weihnachtsmann glauben. Was also unterm Strich möglich wäre - und da drehen wir uns dann letztendlich wieder im Kreis - ist, dass sich Deutschland selbst aus dem Euroraum verabschiedet.
Was das dann Deutschland, wenn es denn in der EU bleibt, kosten wird wenn die Länder erst mal zumindest für ein paar Jährchen noch weiter wirtschaftlich einbrechen, dürfte das worüber du dich augenblicklich beklagst, bei weitem überschreiten. Nur käme dann noch dazu, dass du diesen Ländern noch nicht mal sonderlich viel verkaufen könntest, weil sie sich das gar nicht mehr leisten können.
Mein Tipp: Die ganzen Drohgebärden, die Griechenland über sich ergehen lassen musste und das letztendliche Einlenken (bzw von mir aus auch vorläufige Einlenken, denn das das Spielchen ein Ende hat, davon gehe ich sicher auch nicht aus) wird wohl wahrscheinlich den Grund haben, dass ein paar Experten mit dem spitzen Bleistift errechnet haben, dass das finanzielle Risiko einfach zu hoch ist, wenn man die Griechen aus dem Euro kickt. Ein lupenreiner Akt der Nächstenliebe war das ganz sicher nicht.
Dass ausgerechnet der neoliberale Lucke ein Herz für die sogenannten kleinen Leute hat, wirste mir im Leben nicht verkaufen können. Dem geht es am Arsch vorbei wenn hier nach der Umsetzung seiner Visionen wirtschaftlich erst mal was zusammenbrechen würde. Der schreit dann mit seinem Kumpel Henkel als erster nach Lohnverzicht.
Mag natürlich sein, dass du dich in einer Position befindest, in der du dir mit einem Lucke einen persönlichen Vorteil versprichst, weil du mit den kleinen Leuten unten recht wenig am Kittel hast
Mag ja auch sein, dass
ein Blick in die Schweiz, die gerade mit dem eigenen (zu?) starken Franken wirtschaftlich zu kämpfen hat, deine Euphorie für einen starken Euro bzw eine starke DM etwas bremsen kann?
Andererseits mag es auch sein, dass der Lucke von der Schweiz bezahlt wird
Gute Nacht