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Alt 04.02.2016, 11:31
User 17544 User 17544 ist offline
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AW: DER Thread für politisch Interessierte

Zitat:
Zitat von crycorner Beitrag anzeigen
Ganz im Gegenteil.
Dann mal noch ein kleiner Auzug aus einem Artikel aus der (Lügen?)Presse des Jahres 2014 für dich:
Zitat:
[...]Bernd Lucke will anders sein. Bevor er Chef der AfD wurde, hat er Makroökonomie an der Universität in Hamburg gelehrt. Er sieht sich nicht als Politiker, sondern als Experte, als Fachmann, der von außen in den politischen Betrieb hineinruft, ohne selbst davon verschluckt zu werden. Wenn man ihn fragt, wo er die AfD verorten würde, weicht er aus. "Wir sind nicht rechts und nicht links, wir sind die Partei des gesunden Menschenverstands." Wo Politiker anderer Parteien von der Vision eines geeinten Europas reden, zitiert Lucke die Staatsschuldenquote von Griechenland. Wo sie nach Worten suchen, hält er eine Zahl bereit. "Das ist der neueste Stand der Wissenschaft", sagt er gern. Bernd Lucke will der Politik die "ideologischen Scheuklappen" nehmen.
[...]
Das klingt nüchtern und irgendwie vernünftig, das Problem ist nur: Es stimmt nicht. Lange hat es in der bundesrepublikanischen Politik keinen so verbissenen Ideologen gegeben wie Bernd Lucke. Luckes Ideologie ist der Glaube ans Expertentum; er entwertet das Politische und überhöht den Sachverstand, als könnte man alles auf eine mathematische Formel bringen, als gäbe es für alles eine Statistik, als könnte man die Zukunft eindeutig vorhersagen. In Luckes Welt sind Fachleute die besseren Politiker.
[...]
Heute scheint es, als sei die Zeit reif für jemanden wie Bernd Lucke. Als die Alternative für Deutschland vor ein paar Wochen ein Jahr alt wurde, lag sie in Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen zur Europawahl bei mehr als sechs Prozent, die Mitglieder waren in Partylaune. Bernd Lucke hätte feiern, in die Menge winken und eine Flasche Sekt öffnen können. Stattdessen hielt er ein Referat. In grauem Anzug und mit ernster Miene stand er in der Stadthalle von Oberursel, dem Gründungsort der AfD, und sprach über die Staatsschuldenkrise. Die Materie war zäh, am Ende schliefen ein paar Anhänger. Doch als Lucke fertig war, sprangen sie von ihren Stühlen auf, klatschten und johlten minutenlang. "Professor Lucke kennt sich aus", sagte einer. Es ist ein Satz, den man häufig hört, wenn man mit Leuten von der AfD spricht.
[...]
Schreckensszenarien zu simulieren, darin ist Lucke immer noch gut: Er warnt in seinen Reden vor Masseneinwanderung, dem Zerfall der Familie und sinkenden Geburtenraten. Lucke hat nicht nur Zahlen parat, sondern auch Ressentiments. Die mitreißenden Momente in seinen Reden, die Momente, in denen seine Anhänger "Genau!" schreien und "Jawoll!", sind die Momente, in denen er schlecht über andere redet: über Politiker, über Lobbyisten, über Sozialhilfeempfänger, die er schon als "Bodensatz" bezeichnete. Im März, auf dem Parteitag in Erfurt, geriet Lucke zum ersten Mal ernsthaft in Bedrängnis. Er wurde ausgebuht und für seinen Machtanspruch kritisiert. Am Ende konnte er die Stimmung retten: mit einer Schmährede auf Journalisten und Politiker.
[...]
Einer, der mal für ihn gearbeitet hat, sagt: "Dass der Lucke sich irren könnte, das war für ihn ein Ding der Unmöglichkeit." Lucke spricht oft von Mitbestimmung, aber er duldet wenig Widerspruch. In seiner Partei will er alles selbst entscheiden. "Lucke ist beratungsresistent", sagt ein Landesvorstand der AfD.

Lucke sitzt in dem Garten, erzählt von der Biografie, die er gerade liest – über Katharina die Große –, und denkt über seine Zukunft nach. Am liebsten wäre er Finanzminister, "wenn Herr Schäuble mir das Amt überlässt". Auch Bundeskanzler kann er sich vorstellen. "Nein, ich würde mich sicherlich nicht dagegen sperren, auch Bundeskanzler zu werden." Nur einen guten Finanzminister müsste er dann noch finden.
In diesem Zeit-Artikel sind die springenden Punkte über den Politiker und von mir aus gern guten VWL-Theoritiker Bernd Lucke zu finden. Hier kannste auch sehr schön nachlesen, dass er die jetzigen bösen Geister der AfD selbst gerufen hat, der feine Herr.

Gut, man kann bei solchen Artikel auch einfach hingehen und sagen: Lügenpresse, alles schwachsinn was da steht...
Zitat:
Zitat von crycorner Beitrag anzeigen
Lucke ist im Moment der einzige Experte, der ein öffentliches Forum findet, um darlegen zu können, dass dem Bürger die EWWU gnadenlos schön geredet wird.
Nur frage ich mich wo du deine Erkenntnisse und die weiter folgenden Behauptungen hernimmst? Mehr als ein gewisses Maß an Hörigkeit ihm und durchaus auch anderen Wirstschaftswissenschafts-Professoren gegenüber kann ich in deinem Ausführung nun mal nicht erkennen.

Hier noch ein Artikel-Auszug aus der (Lügen?)Presse, der Bezug nimmt auf den überprüfbaren Gehalt von den Ergebnissen die Wirtschaftswissenschaftler gern als unumstößliche Tatsache verkaufen.

Zitat:
Damit ist die Vorstellung verbunden, die Exaktheit der Mathematik auf die eigene Wissenschaft übertragen zu können. Wie gesagt, ohne die Möglichkeit des Experiments funktioniert das nicht so ohne weiteres. Darauf scheint es heute aber gar nicht mehr anzukommen. Das hat wohl damit zu tun, dass Wirtschaftswissenschaftler als Politikberater und in den Medien höchst präsent sind und dort vor allem Eindruck schinden müssen. Und dabei hilft die Mathematik. Ihre Verwendung gilt an sich schon als Qualitätsmerkmal. Mit ihr wird eine Exaktheit und Wissenschaftlichkeit vorgespiegelt, die überhaupt nicht vorhanden ist. Wenn die ökonomischen Modelle von ihren Annahmen her nicht zutreffen und sich an der Realität gar nicht überprüfen lassen, hilft für den Wahrheitsgehalt der Resultate noch so viel Mathematik nicht weiter.
Quelle:
http://www.faz.net/aktuell/gesellsch...ue#pageIndex_3

...aber du hast natürlich recht. Ich habe Lucke schlichtweg nicht begriffen und fachlich verkenne ich ihn. Nur scheint mir realistisch betrachtet ein VWL-Studium recht wenig weiterhelfen zu können. Ob es daran liegen mag, dass ich zu blöde dazu bin, oder dass graue VWL-Theorie, die auf Gehalt nie überprüfpar sein wird, diesbezüglich immer einen Pferdefuß haben wird, überlasse ich dir zu entscheiden

Immerhin bin ich für dich ein BVB-Fan, der dir nicht ganz unsympathisch ist. Ich habe kein Problem damit, mich auch mit solchen Kleinigkeiten zufrieden zu geben. Es ist meist eh besser das mitzunehmen was man kriegen kann, als sich nur mit dem Ganzen zufrieden geben zu wollen und deshalb dann bis in alle Ewigkeit rumstreitet