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Alt 05.02.2016, 14:58
JanMove JanMove ist offline
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AW: Butterfly Bryce Highspeed

So, also nun wie versprochen der etwas ausführlichere Bericht zum Bryce Highspeed (2.1 mm, schwarz, unbehandelt):

Gefühlte Härte und Anschlag:
Gefühlt wie normales medium so um die 45°-46°.
Von der Härte und dem Anschlaggefühl ähnlich wie ein Plaxon 525. So etwas wie Sound verrnimmt man nur bei festen und frontal getroffenen Bällen. Somit fehlt mir die markante, präzise Rückmeldung und das direktere Anschalggefühl wie bei einem S1 Turbo oder Omega V Tour.

Ballflugkurve und Kontaktzeit:
Die Flugkurve ist schon ziemlich niedrig und mit das Flachste, was ich so in letzter Zeit getestet habe.
Subjektiv würde ich dem Belag eine relativ lange Ballkontaktzeit attestieren, d. h., der Ball lässt sich gut führen.

Tempo und Katapult:
Beides etwas über T05-Niveau, aber bei weitem kein Tempo- und Katapultmonster. Diesbzgl. erreicht er nicht das Niveau der High-End-Beläge von ESN wie Omega V Tour, MX-P oder S1 Turbo. Auch hier drängt sich bei mir eher der Vegleich mit Plaxon 525 auf.

Kontern/Block:
Kontern geht sehr gut. Lediglich manchmal hatte der Ball die Tendenz im Netz hängenzubleiben aufgrund der flachen Ballflugkurve. Der Schlägerblattwinkel muss deswegen etwas angepasst werden. Da hat man den Dreh aber schnell heraus.
Ich würde sagen Blocken ist die ganz grosse Stärke des Belags. Aufgrund des guten aber nicht übertriebenen Katapults bei festen Bällen in Kombination mit der flachen Ballflugkurve lässt sich alles mehr oder weniger einfach sowohl aktiv als auch passiv wegblocken. Lediglich im Vergleich zu einem S1 Turbo fehlt beim harten Pressblock im finalen Bereich etwas die Härte und der Katapult.
Vermutlich würden deswegen die meisten den Belag als Rückhandbelag empfehlen. Ich kam allerdings mit dem Belag viel besser auf der Vorhandseite zurecht, wie ich gleich noch erklären werde.

Tospin:
Ich würde sagen, dass die Qualität da sehr stark von der Technik abhängt. Wie bereits geschrieben, kann man mit dem Belag den Ball sehr gut führen, und eine gute Topspinqualität erfordert auch, dass der Ball lange geführt wird. Bei solchen Topspins entwickelt der Belag eine sehr gute Dynamik mit viel Spin und Tempo. Dann kannn man auch alles sehr gut auf Überschnitt und Unterschnitt anziehen. So spiel ich mit der Vorhand, und da klappt das dann auch alles wunderbar.
Problematisch sind jedoch (für mich) Topspins mit kürzeren Bewegungen mehr aus dem Handgelenk, so wie man das oftmals mit der Rückhand macht. Da fehlt dann der helfende Katapult und der Belag entwickelt kaum Dynamik. Das würde für mich erklären, warum einige Probleme haben, mit dem Highspeed auf Unterschnitt zu eröffnen.

Aufschlag:
Da hat bei mir das Timing bzgl. der Länge nicht so gepasst. Dies würde eine Anpasung erfordern. Schnitt kriege ich auf alle Fälle nicht so viel wie mit den Evolutions oder dem Omega V Tour rein, jedoch mehr als mit dem S1 Turbo.

Rückschlag/Schup/Kurz-Kurz:
Auch eine Stärke des Belags. Der Belag zeigt sich nicht sehr schnittempfindlich, und auch aufgrund der reduzierten Dynamik bei langsamen Bällen kann man sehr kontrolliert die Rückschläge platzieren.

Fazit:
Der Bryce Highspeed ist ein guter Belag, jedoch mit Sicherheit kein neuer Überflieger auf dem Belagsmarkt (und schon gar kein Ersatz für einen frisch geklebten Bryce früherer Tage). Er erinnert mich am ehesten bzgl. aller Eigenschaften an einen Plaxon 525 und auch etwas an den Acuda Blue P1. Im Vergleich zu diesen beiden "Wohlfühlbelägen" unterscheidet sich der Highspeed durch die flachere und längere Ballflugkurve und dadurch etwas mehr Aggressivität. Dennoch ist der Belag sehr gut zu kontrollieren. Mich hat die flache Ballflugkurve nicht gestört. Mit einer minimalen Technikanpassung kriegt man das problemlos in den Griff. Dann bleiben die Bälle auch nicht im Netzt hängen oder segeln hinten raus.
Mir persönlich fehlt aber das direkete Anschlaggefühl und insbesondere für die Rückhandseite die Härte und der maximale Katapult. Auf der Vorhandseite könnte ich den Belag gut spielen, obwohl die Belagscharakteristik schon deutlich anders ist als bei meinem aktuellen Belag (Omega V Tour).
Der Belag könnte für Leute interessant sein, die mit den grobporigen Schwämmen nicht so gut zurecht kommen und evtl. eine etwas aggressivere Alternative zu einem Plaxon 525 (oder auch Blue P1) suchen.
Mein Belag wird es wohl nicht werden.

JanMove
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