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Alt 06.03.2016, 18:02
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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AW: TTBL|1.Bundesliga: Spielerkarussell 2016/2017 - Wechsel, Gerüchte, Spekulationen

Zitat:
Zitat von Frank Schmidt Beitrag anzeigen
Die Frage sollte sich halt nicht wirklich stellen müssen. Man muss in der 2. Liga anfangen, professionelle Strukturen zu schaffen. Angenommen, ich hab als Aufsteiger in die 2. Liga einen Etat von 50.000 Euro (Zahlen sind fiktiv und nicht realistisch) und schaffe es im Laufe der nächsten Jahre, den Etat auf 100.000 zu verdoppeln, dann sollte der Weg nicht sein, doppelt so viel in Spieler zu investieren, sondern die 50.000 mehr zumindest teilweise in die Infrastruktur und damit in den nachhaltigen Erfolg zu investieren. Man sollte nicht alles zu 100% ausschließlich in die Spieler buttern.
Man kann natürlich nicht alles ehrenamtlich betreiben und dann im Falle eines Aufstiegs in Spieler UND Umfeld investieren. Das ist ein kontinuierlicher Prozess, der schon allerspätestens in der 2. Liga beginnen muss.

Aktuell ist es halt so, dass man lieber mit 100.000 Euro Spieleretat Meister wird, als mit 50.000 im Mittelfeld zu landen und in Professionalisierung zu investieren, um dann perspektivisch hoch gehen zu können.

Mir ist übrigens - aus eigener Erfahrung - klar, dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst, das hindert aber niemanden daran, zumindest einen Teil anderweitig zu investieren. Wenn wir hier kein Umdenken in den nächsten Jahren herbeiführen können, wird die Kluft zwischen erster und zweiter Liga immer größer und kein Verein wird mehr aufsteigen wollen oder können.
Das, Frank, ist der Gedankenfehler, den viele machen. Tischtennis in der 2. Liga (Herren) geht bei einem Gesamtetat (also bei weitem nicht nur für Spieler!) von ca. € 50.000.- für Mitte bis unten und ca. € 100.000.- für Mitte bis oben (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht mit professionellen Strukturen zu machen - das muss vor allem ehrenamtlich geleistet werden.

Das Geld kommt überwiegend von lokalen bis regionalen Sponsoren und Anzeigenkunden. Die haben von einer bundesweiten Vermarktung wenig, denn das haben im Prinzip nur "Global Player". Die anderen Einnahme-Möglichkeiten (Eintritt, Verkauf) halten sich in Grenzen. Woher soll die Kohle für "professionelle Strukturen" also kommen? Und für wen soll man sie ausgeben? Fürs Sponsoring, für Öffentlichkeitsarbeit, für Trainingsstrukturen (wenn sie denn personell und hallenmäßig überhaupt zu schaffen sind)? Oder gar fürs Management in der 2. Liga?

Warum ist denn Fraulautern "untergegangen"? Doch wohl nicht, weil man keine professionelle Strukturen hatte, oder? Sondern doch wohl eher, weil man kein oder nicht genug Geld für den Profisport auftreiben konnte.

Diese "Windhunde", die meinen, einen (gewachsenen) Verein nach oben pushen zu können, scheitern in den meisten Fällen. Die wenigen Profi-Vereine in Deutschland leben von wenigen Menschen, die sich überproportional und mit viel Fachwissen engagieren, von großen Sponsoren und damit von Finanzmitteln, die sich ein "nomaler" Verein nicht leisten kann.

Die Grundvoraussetzung, dass sich (bei den Herren) eine größere Durchlässigkeit ergibt, ist die gleiche Mannschaftsstärke und das gleiche Spielsystem. Wenn sich da nix ändert, sind alle Anstrengungen vergebens, die 1. und die 2. Liga näher zusammen zu bringen.
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