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Alt 03.05.2004, 14:44
Mephistopheles Mephistopheles ist offline
Der Teufel mit der Noppe
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Mephistopheles ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Sind behandelte Noppen unserem Sport zuträglich ?

Eine kleine Geschichte:

Sonntag 2.5.04 kurz nach Mittag in Bad Salzuflen. Im Halbfinale der Mädelkonkurenz bei den deutschen Jugendmeisterschafften stehen sich Angelina Gürz (Beidseitig TS mit NI) und Amelie Solja (RH glatte LN und VH kurze Konternoppe (?)) gegenüber. Auf der Tribühne findet sich ein kleines Grüppchen von drei Personen unter denen sich auch W. Jürgens (Der Initiator dieses Threads) befand. Bereits während die Spieler sich einspielen wird in diesem Grüppchen darüber Diskutiert, was denn bitte schön eine Langnoppenspielerin im Halbfinale einer deutschen Meisterschafft zu suchen habe und das sich Fräulein Gürz jetzt doch bitte erbarmen möge die Zuschauer und Trainer von dieser Schande zu befreien (sinnbildlich wiedergegeben). Der Unmut über den glatten LN-Belag von Solja steigert sich während dieses Spieles immer weiter und ist am Ende auf einem Niveau angekommen das an Beleidigung grenzt die sich sowohl gegen die Spielerin als auch gegen ihre Trainer richten. Der Autor verlässt gegen Ende der Partie (Solja gewinnt klar mit 3:0) die unmittelbare Nähe des "Anti-Noppen-Forums" und geht sich bei den Verbandstrainern ein wenig umhören. Eindeutiger Tenor auch hier ist, das ein derartiges Spielsystem und die damit verbundenen Beläge oberhalb von Bezirksebene nicht mehr erwünscht sind und derartige Spieler nur unter großem Murren in den verschiedenen Kadern geduldet werden. Anfeindungen, zumindest hinter vorgehaltener Hand, sind auch hier an der Tagesordnung. Und wenn man ein wenig genauer hinsieht stellt man fest das es in verschiedenen Verbänden Honorartrainer gibt die das Spielsystem und die Wirkungsweise dieser Beläge aus reiner Ignorranz heraus immer noch nicht begriffen haben und deshalb unfähig sind ihre Spielerinnen auf derartige Gegner einzustellen.
Ungläubig verfolgen Trainer und Zuschauer auch das spätere Finale in dem es Solja gelingt die haushohe Favouritin aus Hessen (Man möge mir bitte verzeien das ich mir ihren chinesischen Namen nicht merken konnte.) in fünf spannenden und hochklassigen Sätzen die Grenzen ihrer Topspinnkünste aufzuzeigen.

Warum habe ich diese Geschichte erzählt? Nun, die beiden genannten Spiele waren zusammen mit den Auftritten des niedersächsischen Abwerer-Mixed Wirdemann/Filus die mit Abstand interessantesten Spiele des gesammten Turnieres. Während in 90% aller Spiele zwei (oder vier) Gegenspieler ihre Topspinns abfeuerten und blind darauf bauten schneller zu sein als der jeweilige Gegner. Athletisch? Klar, und zum Teil sicher auch ästhetisch, aber nach ein paar Stunden selbst für den Zuschauer mit Sachverstand und Fachinteresse einfach nur noch langweilige einheitskost.

Nichts gegen die Topspinnriesen unserer Nation, aber wie wäre es denn mal mit folgendem Gedankengang?

Die Unzahl der Topspinnspieler hat es im Prinzip sehr einfach. Jeder Trainer kann sich zu ihrem Spiel fachmännisch äußern und ihnen hilfreiche Ratschläge geben. Die Fachliteratur bezieht sich im großen und ganzen auch auf beidseitiges Topspinnspiel. Abwehrspieler, und vor allem Störspieler mit glatten LN haben es da viel schwerer, müssen für viele Spielsituationen eigene, individuelle Lösungen entwickeln, statt einfach alles mit einem noch härterem Topspinn zu beantworten. Sie sind auf gleichem Leistungsniveau oft die deutlich Variableren Spieler die über mehr Spielübersicht verfügen müssen um erfolgreich sein zu können. Zudem bringen sie Abwechslung in eine durch Trainer und Lehrausschüsse zunehmend auf Topspinnspiel hin monotonisierte Sportart (Man sehe sich nur die C-Trainerausbildung im WTTV an.) und halten damit unseren Sport interessant.

Wenn man diesen Gedanken auch nur ein bischen nachvollziehen kann, dann ergibt sich eigentlich von selbst das ein fachkundige Zuschauer und Beteiligte (wie z.B. Verbandstrainer) eigentlich gut daran täten diesen Ausnahmespielern und ihren Trainern den gebotenen Respekt entgegen zu bringen anstelle sie und die von ihnen verwendeten Beläge anzufeinden. Unser Sport braucht diese Abwechslung sonst ist er bald so Langweilig wie die Formel 1 !!!

Gruß
Dirk Runte (Damit man mir nicht nachsagen kann ich würde nicht zu meiner Meinung oder meinen Aussagen stehen !)
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Dirk Runte

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