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Alt 07.05.2004, 21:51
JanMove JanMove ist gerade online
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AW: sriver G2???

Sriver G2: zweiter Eindruck!

So, nach 1 ½ Wochen mit der roten Maximumversion auf der Vorhand und einer Woche mit der schwarzen 2.1 mm Version auf der Rückhand, kann ich mir schon ein ziemlich genaues Urteil über den Belag erlauben. Demnach relativieren sich die deutlich unterschiedlichen Aussagen zu Stefan Fraschs Einschätzung wie ich noch erläutern werde.

Geklebt hab ich entweder mit zwei dicken aber getrockneten Schichten Rapid Clean in der Halle oder mit einer nassen Schicht zu Hause (und das Ganze unter einem Stapel Bücher für ne halbe Stunde) auf dem Korbel Off Holz.

Zunächst einmal ist zu sagen, dass sich der schwarze 2.1-er (diesen hat auch Stefan getestet) spürbar langsamer und noch etwas indirekter als die rote Maximumversion spielt. Nassgeklebt ist der Sound auf beiden Seiten ganz okay aber nicht überragend oder gar infernalisch wie z. B. beim Cermet, Neos Sound, o. ä.
Wie ich bei meinem ersten Eindruck schrieb ist die Max.-Version des G2 mit dem 2.1 mm Cermet im Tempo vergleichbar, wobei der Hauptunterschied darin liegt, dass der Cermet ein Grossteil seines Tempos aus dem enormen Katapulteffekt holt, während beim G2 der Katapulteffekt eher durchschnittlich ist, und das Tempo vom Schwamm kommt und der Möglichkeit, den Ball länger führen zu können.

Jetzt komme ich auf eine Eigenschaft des G2, die mir erst nach mehrmaligem Spielen insbesondere auf der Rückhandseite aufgefallen ist, und auch relativ schwer zu beschreiben ist. Je mehr man vom indirekten Spiel (d. h. Spinspiel) zum direkten Spiel (d. h. Kontern/Blocken/Schuss) übergeht, desto relativ langsamer spielt sich der Belag meinem Empfinden nach, obwohl die Absolutgeschwindigkeit natürlich zunimmt. „Taugenichts“ würde dieses Verhalten als extrem nichtlinear bezeichnen. Dies bedeutet, dass ich den G2 beim Spinspiel schneller als den Cermet empfinde beim geraden Spiel jedoch langsamer. Ich komme später nochmals darauf zurück. Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ein normaler Sriver L diese Eigenschaft besitzt (Sriver-Experten an die Front!!).

Nun zunächst mal zu den Stärken des Belags:
Für alle Schläge, die mit Spin oder Effet gespielt werden, eignet sich der G2 hervorragend, d. h., für sehr effetreiche und kurze Aufschläge, geschupfte Rückschläge, Schupfen aus dem Spiel heraus und natürlich Topspins jeglicher Art. Insbesondere geht der Eröffnungstopspin auf Unterschnitt sehr sicher und auch mehrmaliges Ziehen auf lange Noppen geht problemlos und sehr, sehr sicher. Gegentopspins aus der Halbdistanz gehen bei mir überaus sicher und insbesondere sicherer als mit dem Cermet, HP@, Torpedo oder SSP. Schlagspins gehen zwar auch extrem sicher, haben aber aufgrund der oben beschriebenen Eigenschaft nicht die Durchschlagskraft wie mit den anderen Vergleichsbelägen.

Schwächen bzw. Probleme beim G2:
Was mir besonders beim Einkontern auf der Rückhandseite auffiel ist, dass es beim G2 die gerade, d.h. direkt gespielten Bälle irgendwie ziemlich stark nach unten zieht, während man Spinbälle mit einem schönen Bogen spielen kann (der aber trotzdem noch um einiges flacher als beim Cermet ist). Dadurch blieben und bleiben bei mir die gekonterten Bälle oftmals im Netz hängen, sodass ich meine Schlagbewegung etwas anpassen musste. Insbesondere reicht ein einfaches Hinhalten des Schlägers nicht aus, und eine aktive Schlagbewegung ist „zwingend“ erforderlich. Ich erkläre mir dieses Verhalten irgendwie durch den schwächeren Katapulteffekt und das indirektere Spielverhalten, aber so ganz verstehe ich das ehrlich gesagt trotzdem nicht! Beim Blocken hat diese Eigenschaft jedoch eine faszinierende Konsequenz. Beim Spiel mit sehr starken Trainingspartnern, die einen für meine Verhältnisse brutal schnellen und effetreichen Topspin spielen, kommt durch einfaches Hinhalten fast jeder Block, da der Ball durch den automatischen „Nach-unten-zieh-Effekt“ praktisch gar keine Möglichkeit hat, ins Aus zu springen. Vergleichbare Cermet-Blocks würden gegen solche Gegner öfters mal einen bis zwei Meter im Aus landen! Auf der anderen Seite muss man bei Blocks auf durchschnittliche Topspins darauf achten, dass der Ball nicht verhungert. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass man für aggressive und direkt gespielten Bälle (Konter- und Blockbälle) selber ne sehr aktive Schlagbewegung ausführen muss!

Fazit:
Auf der Vorhand bin ich mit der roten Maximumversion sehr zufrieden, da ich variabler und sicherer Topspins spielen kann als mit anderen Belägen. Das fehlende Maximaltempo beim harten Schlagspin bzw. Schuss kann ich verschmerzen, da es mir mehr auf Spin, Kontrolle und Platzierung ankommt. Gekontert wird im Match auf der Vorhandseite sowieso nicht! Naja, ich werd den G2 auf jeden Fall auf der Vorhand weiterspielen und in der Sommerpause noch weiter mit dem Cermet und HP@ im Direktvergleich testen.
Ob ich auf der Rückhandseite mit diesem etwas komischen Spielverhalten bei direkten Bällen glücklich werde? Ich glaube eher nicht, da Konter- und Blockbälle auf der Rückhandseite einen wichtigen Bestandteil meines Schlagrepertoirs darstellen, wofür ich doch lieber einen etwas direkteren und auch insbesondere lineareren Belag bevorzuge.

Zur Haltbarkeit kann ich bisher nur soviel sagen, dass der schwarze 2.1-er heute (d. h. bereits nach einer Woche) eine fette Blase beim Frischkleben bekommen hat. Dies liegt vermutlich am Nasskleben (allerdings ohne zusätzliches Spannen aber mit Pressen unter dem Stapel Bücher)!

Dieser Bericht enthält jetzt vielleicht ziemlich viel Geschwafel, aber ich hab’s einfach nicht kürzer und prägnanter hinbekommen!


JanMove
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